Joachim Petrick
16.03.2012 | 23:39 17

Prof. Rudolf Hickel greift an"Zerschlagt die Banken!"

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Joachim Petrick

"Zivilisiert die Finanzmärkte", eine Streitschrift
Prof. Rudolf Hickel läßt die publizistische Bombe platzen,wer platzt mit?, wer hält Schritt?

Buchbesprechung:

Kapitel:

"Die Banken bändigen, die Finanzmärkte entmachten"

(Seite 1- 27 )

Prof. Rudolf Hickel stellt in seiner Streitschrift eindeutig fest, die gegenwärtigen Finanzmärkte sind in ihren Regeln auf das Niveau von Spielcasinos heruntergebrochen und übertreffen diese Spielcasinos auch noch. u. a. bei Fragen der Haftung für Verluste von hochriskanten Einsätzen der Spieler/innen in bisher nie vorstellbarer Weise.

Heute gehen die Vertreter/innen von Globalplayers, voran von den Staats- , Pensions- , Hedgefonds zu Banken, Versicherungen in den nationalen Finanzmärkten, beauftragen diese nicht etwa, dass die ihre Mäuse renditeabwerfend melken, sondern ihre Mäuse dazu zu bringen, dass diese gehebelt, geklonte Mäuse mit Anspruch auf ein renditeschaffendes Eigenleben gebären.

Anders als auf den gegenwärtig deregulierten Finanzmärkten haften Spieler/innen in Spielcasinos allein für ihre Verluste und werden steuerlich bei ihren Spiel- Gewinnen veranlagt.

Auf den Internationalen Finanzmärkten haben es die genannten supranationalen Globalplayer über eine jahrzehntelange Lobbyarbeit verstanden, finanztechnisch im Fall von anschwellenden Verlusten Notausgänge zu bauen, zu organisieren, die ihnen selbst und gerade bei realisierten Verlustrechnungen in ihren Bilanzen über das Schattenbankwesen doppelten Gewinn verheißen.

Gewinne werden in Steueroasen bilanziert, Verluste dagegen, insbeondere in sogenannten Wohlstandsstaaten mit noch hochorganisiert funktionierenden Steuer- und Sozialsystemen, zum Zwecke der Möglichkeiten von steuerlichen Abschreibungen in Bilanzen bei Tochter- , Zweckgesellschaften, Bad Banks? verbucht.

Als dienstbare Geister sind da die nationalen Finanzdienstleister, Banken in voller Kenntnis der nationalen Steuergesetzgebung, der Abschreibungsmöglichkeiten voraus- und nacheilend zur Stelle, um "systemrelevant" eine Rolle als sichtbare Hand zu spielen, während die eigentlichen Globalplayer es als Geld- und Vermögenseigentümer vorziehen. als unsichtbare Hand ohne Haftung weiter wie wildgewordene Elefanten in regionalen Porzellanläden zu agieren.

Dabei werden die Banken mutmaßlich (der Autor) von supranationalen Globalplayern, diesen Mega Kunden genötigt, unter dem Deckmantel des vor Jahren zugelassenen Eigenhandels der Banken mit einem bestimmten Prozentsatz der Kundeneinlagen die Globalfinanzoperationen der Mega Kunden aus fernen und nahen Ländern zu betreiben.

Was im Fall von Verlusten den Gewinn hat, dass dann genau diese Banken als systemrelvant von nationalen Staaten identfiziert, die Verluste ihrer Mega Kunden legal, scheinlegal, scheißegal zu Lasten von regionalen Währungs- Solidargemeinschaften sozialisieren können.
Da diese Globalplayer mit ihren gigantischen Geldvermögen aber auch noch gegen ihre eigenen riskanten Finanzgeschäfte mit bestimmten Finanzprodukten, darunter mit Credit Defaults Sweaps (CDS), Kreditausfallversicherungspolicen in Schattenwelten der Finanzmärkte wetten, spekulieren sie auf doppelten Gewinn, weil sie keine Verluste kennen bzw, nirgendwo auf der Welt bisher für ihre Verluste haftbar gemacht werden.

Gegenüber Regierungen, Finanzministerien, Währungshütern von Staaten, vorzugsweise mit entwickelten Finanz- , Steuer- , Sozailsystem treten die Vertreter/innen, Berater/innen dieser, keiner Nation verantwortlichen, Globalplayer, wie Hütchenspieler mit einem wundersamen "Tischlein deck Dich- Budenzaubertrick" auf:
"Wo sind die Gewinne?,
wo die Verluste?,
wo die Wetten gegen ihre Verluste?

Bisher noch nicht investigativ aufgedeckt, aber vorstellbar, dass Vertreter/innen von Globalplayern bei Regierungen von überschuldeten Staaten als Kreditgeber in der Not wie im Alltag vorstellig werden und wurden, wie im Fall der IKB?, um bei der Frage der Bewilligung von Krediten an Staaten (Kauf von Staatsanleihen) , notleidende Kommunen, Banken, Versicherungen, diesen die Übernahme von monetärem Giftmüll ( u. a. verbriefte Subpreme Hypothekenpaketen) mit scheinheilig eilig illusionären Renditeerwartungen, samt einem Public Private Partnershipping (PPP) aufzunötigen

Früher gab es nur die Kanonenbootpolitik, um die Öffnung von regionalen, nationalen Märkten zu erzwingen.
Heuete dienen nicht selten Umschudungsverhandlungen mit überschuldeten Staaten demselben Zweck, deren Gegenstand Vereinbarungen über eine Paketlösung ist. Wobei diese Pakete einmal Verträge über Neue Kreditzusagen, zum Anderen die Übernahme von monetärem Giftmüll, samt der Möglichkeiten in die Verwertung von hinterlegten Scherheiten zu gehen, beinhalten.
Das alles, ohne mit Hinweisen auf die Option einer Kanonenpolitik zu sparen.

Wie dieser Abschied der Banken, Versicherungen allein hierzlande, von den ordentlichen Gepflogenheiten des überkomenen Bankgeschwesens nicht erst mit Beginn der Weltfinanzkrise im Jahre 2008 in die reale Wirtschaft hineinwirkt, zeigt sich daran, dass Banken selbst treuen Kunden aus der Wirtschaft mit der Absenkung, gar Streichung von Kreditlinien drohen, weitere Sicherheiten einfordern, auf der Basis von externen Betriebsprüfungen zum Abbau von Personalkosten durch Leiharbeit, gar die Gründung einer betriebsnahen Leiharbeitsfirma fordernd, drängen bzw. zur Auflage für die Weiter- Bewilligung von bisherigen Kreditlinien machen.

Das alles letzendlich nur, um noch mehr reales Geld aus der Gesellschaft & Wirtschaft, u. a. über den nachwievor legalisierten Eigenhandel der Banken für den Strom virtuellen Geldes an den Zockermärkten flüssig zu machen.

Professor Rudolf Hickel beschreibt in seiner Streitschrift eingehend das Phänomen der Spaltung des Gelde, in reales und virtuelles Geld der Welt.

Die asymmetrische Spaltung des Geldes der Welt gab es schon immer.
Schlagendes Beispiel ist, neben der Installation, Implementierung von Kolonialsystemen für die Ausbeutung ganzer Kontinente und deren Ressourcen, das Führen von Heissen und Kalten Kriegen, die national unabdinglich, für unerlässlich gehalten wurden, der Beginn des Ersten Weltkriegs im Sommer des Jahres 1914.

Heute leistet das Spalten des Geldes der Welt in reales und virtuelles Geld der deregulierte Weltfinanzmarkt, ohne dass seine "systemrelevanten" Aktuere/innen auf die Option von Heissen und Kalten Kriegen in Gänze vertraglich allerorten verzichten wollen.

JP

Buchempfehlung:

Prof. Rudolf Hickel "Zerschlagt die Banken!"
"Zivilisiert die Finanzmärkte", eine Streitschrift
Econ Verlag, 2012, S. 235
Preis: 14.95 €

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (17)

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Ehemaliger Nutzer 17.03.2012 | 01:55

Werde ich kaufen. Aber: Samuelson hat es auch gesagt vor 40 Jahren: Schafft eine Universalbank, die soviel Geld in den Markt bringt wie zum Austausch von Waren und Dienstleistungen nötig ist. Der Gute war immerhin Nobel-Preisträger. Der Böse sagt ich mache Geld aus Geld und kommt damit Boni - mäßig sehr gut weg. Also der Hickel macht Geld aus der Kritik derer die aus Geld Geld machen. Vielleicht kaufe ich es doch nicht, denn Plagiate brauch ich nicht zu lesen.

Joachim Petrick 17.03.2012 | 02:47

@Zeitleser

"Werde ich kaufen. Aber: Samuelson hat es auch gesagt vor 40 Jahren: Schafft eine Universalbank, die soviel Geld in den Markt bringt wie zum Austausch von Waren und Dienstleistungen nötig ist."

Rudolf Hickel versteht unter Universalbanken, jene Banken die das Investmentbanking mit dem normalen Massen- Kundengeschft, wie die Deutschen bank mit der Postbank, um immer gut bei Cash zu sein, unterfüttern.

Genau diese Universalbanken will Hickel, wie damals nach dem Börsencrash in den USA am Schwarzen Freitag im Olktober 1929 geschehen, wiederum mit den gleichen und aus gleichen Anlässen n. m. E. mit Berechtigung zerschlagen.

Einiges, was ich schieb, kam nicht aus Hickels, sondern, inspiriert von Hickel, aus meiner Feder.

Vor 40 Jahren gab es noch nicht diesen monetären Giftmüll.

Hat Samuelson womöglich damals diese Universalbanken unter einem anderen Label gefordert, die Hickel u. a. jetzt zerschlagen wollen?
ich bin auf Ihre Interpretation von Hickels offensiven Bestrebungen gespannt.

Stepstone 17.03.2012 | 12:24

Hallo J.P., guter Hinweis. Da ich den Inhalt des Buches nicht
kenne, will ich keine weitere Stellung zum Thema nehmen.
Nur ein Gedanke, de anzureissen sich meines Wissens noch
keiner so richtig getraut hat: Wo hat unser Staat denn die
rd. 2 Billionen € Schulden gemacht? Doch sicher bei den
Banken. Wenn man die Schulden der €-Staaten zusammen-
zählt und dann noch glaubt, dass die Finanzminister auch nur
die geringste Möglichkeit haben, nicht zu tun, was die Banken
wollen, muss schon sehr leichtgläubig sein. Ich bin nicht
Volkswirt, habe aber schon einige Bänker hinter Gitter gebracht,
weil sie das Geld ihrer Kunden auf ganz linke Tour geklaut
haben. Die Gesetze sind also da. Warum werden sie nicht
angewendet. Wenn sich die Staatsanwaltschaften mal von dem
auf ihnen lastenden Druck der Regierungen frei machen würden, wäre es ev. möglich, mal einen Musterprozess durchzuführen? -Frage: Wer kennt sich in diesem Spezial-
gebiet aus? Ich glaube dass die Menschen auf die Barikaden
gingen, wenn ihnen glaubhaft die wahren Machtverhältnisse
zur Kennis gebracht würden. Und: Wie war es möglich, dass
sich die Banken ausserhalb des Gesetzes bewegen können,
wie es ihnen gerade passt?

Joachim Petrick 17.03.2012 | 13:27

@Stepstone

Danke für den Hinweis.

Banker reden jetzt auffällig, geradezu frohlockend, nur noch von den angeblich unhaltbaren Staatsverschuldungen, die unabdinglich abgebaut gehören, ohne auch nur ansatzweise auf sich selber als Staatsschuldentreiber hinzuweisen.

Die Krux ist ja, dass unsere Staatsanwaltschaften immer noch politisch weisungsgebunden, an das Innen- bzw. Justizministerum, nachgeordnet, angebunden sind

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Ehemaliger Nutzer 17.03.2012 | 15:29

@stepstone

Hickel für 2 Billionen Staatsverschuldung, er gehört auch zu den Leuten, die von Politik immer mehr Schulden machen gefordert haben, nun die Ablenkung braucht, Finanzmärkte sind schuld, ich bin unschuldig, wie auch Politik völlig unschuldig ist, sind ja von den Banken alternativlos gezwungen worden, ständig neue Kredite zu nehmen.

Gesetze sind angewendet worden, nur steht dann plötzlich eine grundsolide deutsche Sparkasse vor Gericht, weil sie einer Kundin die sagenhaft tollen Lehmanzertifikate angedreht hat, passt nun gar nicht ins gewollte Bild böse Finanzmärkte.

@petrick

Fall der IKB hochinteressant mit deren Eigentümer KfW-Bank, mit dem zustimmenden Verwaltungsratsmitglied Oskar Lafontaine darin. Unbedingt aufklären.

niclas quinten 17.03.2012 | 17:49

,,,,,,,,,die Banken sehen nicht mehr ihren Auftrag in der Versorgung der Realwirtschaft, da es doch so viel schöner und ertragreicher ist, aus Geld Geld zu machen... damit verfehlen sie ihren gesellschaftlichen Auftrag. Die Banken haben den jahrelangen gesellschaftlichen Konsens einseitig und mit der Hilfe der Politik aufgekündigt. Solche Banken braucht kein Mensch. Das Personalgerangel bei der Deutschen Bank und damit der Kampf um die Ausrichtung der Bank spricht für sich...

Das Buch kaufen, Samuelson hin oder her....

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Ehemaliger Nutzer 17.03.2012 | 22:15

Die Samuelson´sche Universalbank ist nicht eine die alle Dienste anbietet, sondern eine die die Geldmenge reguliert nach objektiven Kriterien. Es gibt auch nur eine Universalbank pro Land bzw. global. Sie hat auch keine shareholder, denn die hätten ja andere Interessen als das Gemeinwohl und den funktionierenden Warenaustausch. Vermutlich wird uns Herr Gauck demnächst erklären, dass es so was NICHT geben darf, denn diese Bank schmälert ja die Freiheit derer, die sie sich nehmen um ohne Leistung Geld zu machen.

langweiler 18.03.2012 | 10:19

Hickel schreibt auch in den Blättern über die Macht der Finanzindustrie Folgendes Zitat ist von Rudolf Hickel. Nachzulesen "Schöpferische Zerstörung
Warum Deutsche Bank Co. zerschlagen werden müssen"

"Würden beispielsweise nur die schlimmsten Spekulationsprodukte sowie der Eigenhandel und der außerbörsliche Handel für die Banken verboten, reduzierte sich das Gewinnpotential aus dem geschrumpften Wettgeschäft in ganz entscheidender Weise: Überhöhte Profitraten wären nicht mehr realisierbar, den systemgefährdenden Verursachern der Finanzmarktkrise wäre das Handwerk gelegt. Zugleich leistete diese Entmachtung der international aufgestellten Großbanken einen wichtigen Beitrag zur Rückgewinnung des Primats demokratischer Macht."
www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2012/maerz/schoepferische-zerstoerung

Joachim Petrick 18.03.2012 | 12:55

@Zeitleser

"Die Samuelson´sche Universalbank ist nicht eine die alle Dienste anbietet, sondern eine die die Geldmenge reguliert nach objektiven Kriterien. Es gibt auch nur eine Universalbank pro Land bzw. global. Sie hat auch keine shareholder, denn die hätten ja andere Interessen als das Gemeinwohl und den funktionierenden Warenaustausch"

Das klingt nach dem von Manynard Keynes geforferten Weltwährungsgeld in Bretton Woods im Jahre 1944. mit der er damals gescheitert ist

Joachim Petrick 18.03.2012 | 13:03

@gerhard monsees

"Hickel für 2 Billionen Staatsverschuldung, er gehört auch zu den Leuten, die von Politik immer mehr Schulden machen gefordert haben..."

Hickel ist Vertreter in Keynianischer Tradition des State Credit Spending in Zeiten der Rezession, um die Kaufkraft zu erhöhen.

Dem staatlichen Schuldenmachen im Fall von Bankkrisen, wie im jahre 2007/2010 geschehen, stimmt Hickel nur sehr begrenzt und zögerlich zu