"Querfront", Joint Venture Herr&Knecht

Link/Rechts alles eins Warum führte Adolf Hitler 1934 das Kindergeld ein, weil er als Querfront- Fanatiker ein Linker war?, fragt Jakob Augstein sinngemäß in seiner aktuellen Spiegel- Kolumne
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"Querfront", Joint Venture von Herr&Knecht, beginnt harmlos, wie eine islamische HAWALA Finanzierung. Für ein Projekt, Studium, Hausbau, Gründung einer Familie, einer Partei, finanziert der Herr scheinbar spendabel, meist aus undurchsichtigen Quellen, Vermögensverhältnissen, in einer gemeinsamen Beteiligungsfirma alles fremdfianziert vor.

Denn dem Herrn selber fehlt das Eigenkapital, oder er will es nicht riskieren, er verfügt aber über Kreditwürdigkeit bei Banken, Versicherungen, Finanzdienstleistern der Weltfinanzmärkte, in der Weltfinanz- Schattenwirtschaft, über die der Knecht mitnichten verfügt.

Und doch wird der Knecht dem Anschein nach so, wie sein Herr, Gleich zu Gleich, auf Augenhöhe von allen Seiten behandelt.

Jetzt kommt der Teufel im Detail, der Pferdefuß mit Fußfesseln. Das scheinheilig gegenseitige Querfront- Wohlgefallen währt nur solange, als der Knecht, anders als im islamischen Hawala Finanzsystem, nach Zahlung aller Zinseszinsen alle Schuldendienste der gemeinsamen Beteiligungsfirma bis zur vollständigen Tilgung der Gesamtschulden alleine trägt, ohne jemals Eigentümer der gemeinsamen Beteiligungsgesellschaft zu werden. Das ist und bleibt, egal, um was es geht, ein Haus, eine Partei, wer wohl?, der Herr.

"Wer Wolfgang Storz als Querfront Sturzgeburt erlebt, braucht für den Albrecht Müller als Nachgeburt der Querschnitt Demokratie nicht zu sorgen."?

Der gesellschaftspolitische Hauptwiderspruch macht seit dem Aufkommen Der Grünen 1980 angeblich Ferien, will seit der Gründung der Linkspartei aus der vormaligen PDS und WASAG 2005 noch entschiedener nicht mehr aus diesem Urlaub heimkehren.

Was tun, ohne gesellschaftlichen Hauptwiderspruch?, sich in der vernebelten Wirklichkeit blindlings rechts und links mit Freude bei allem Leide über den Phantomschmerz des amputierten Hauptwiderspruchs im gesellschaftlichen Diskurs unterhaken?

Bei dieser gesellschaftlich vernebelten Wirklichkeit wird unter den "blinden" Linken, Rechten, der Liberale zum Sehenden, weil dessen Denken ohnehin ohne Wahrnehmung der Wirklichkeit auskommt, der mondwandlerisch sicher auf die Zinskurve schaut.

Sinkt die Zinskurve gegen Null schlägt die Stunde massenhafter Kreditaufnahme der Querfront- Verbraucherlinge zu befristet angeblich günstigsten Konditionen, während die Preise der Objekte normaler, obskurer Begierde der Fremdfinanzierung, die da sind, Haus, Hof, Auto, Notebook, Fitness- Center Vertrag, I-Pod, I-Phone, Smart- Phone mit Zwei- Jahresvertrag, Tablet, Kindle E-Book Reader, Handy, Ausbildung, Studium, Reisen, Familie, Kind, Daseinsvorsorge, Altersversorgung, Luxusgüter, Kunst unter Blasenbildung auf- und davon in die Höhe traben.

Schlägt die Stunde der "Pay Back Time" durch ansteigende Zinsen, wie gerade durch die FED geschehen, ist es umgekehrt. Was einst freier Wille bei der Kreditaufnahme schien, erweist sich nun bei ansteigendem Zinsniveau als Gefangenenchor im Schuldenturm, auf Tilgungs- Bewährung im Hausarrest bei Wasser, Schluckauf, Eiweissmangel- Hungerödem und Brot.

"Kamerad!, wo gehts zur Front hart am gesellschaftlichen Hauptwiderspruch entlang?

So tun als ob es diesen Hauptwiderspruch global nicht gebe, wo dieser doch täglich direkter in Gestalt von inzwischen über 60 Millionen Flüchtlingen inner- und außerhalb ihrer Heimatländer draußen vor der Tür an jedes Haus drängt und klopft?

"Mach uns auf, lass uns rein, ich bin der Klaus, ich bin die Chlodine, wir waren niemals im Urlaub, wir kommen aus der Gefangenschaft, die fürwahr bittere Not und Elendpein heißt"

Feiern die linken, rechten Mäuse nun gemeinsam, ohne gegenseitige Berührungsangst untergehakt, freche Urständ, tanzen skurril mit eigener Agenda in der Wiedervorlage, unter Betonung unveräußerlicher Alleinstellungsmerkmale, auf dem Tisch, weil der gesellschaftliche Hauptwiderspruch angeblich, aus Altersschwäche winselnd dahin gegangen, zu Grabe getragen ist, oder auf Termin ins Pfandhaus getragen wurde?

Ja!, ja bis "Pay Back Time" aufs Propaganda Schild gehoben alles an völkisch tölpischem "Querfront- Erleben" zusammenbrechen lässt, als wäre dieses ein Kartenhaus.

Auch wenn Linke rechts blinken, "Freie Fahrt für freie Bürger" Vorfahrt sichern sich allemal die Rechten.

Wenn herrschende Kreise sich und die Welt rechtslastig in aussichtslose Lage gebracht, kumpelhaft Linke überrumpelnd an ihre gezinkten Karten- Tische laden, das laute Lied unverrückbarer Gemeinschaft der Linken und Rechten im Blätterwalde pfeifen, sind wir bereits im Krieg oder, wie in der Juli- Krise 1914, unabdinglich auf dem Weg dahin, um mit Kaiser Wilhelm II von außen in den Deutschen Reichstag lauthals zu schwadronieren "ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Patrioten".

Seine Majestät der Hohenzollern Kaiser Wilhelm II wünschte im Namen der Militarisierung der Gesellschaft vor dem Ersten Weltkrieg gerne Bürgerliche in die Höheren Offiziersränge erhoben. Das verweigerte ihm Seinesgleichen unter dem deutschen Hochadel, der dies den Bürgerlichen nur bis zum Range eines Hauptmanns von Köpenick gewährte, so dass Wilhelm II sein Heer zu Lande, zu Wasser in der Luft nicht einmal deutsch, sondern nur kaiserlich nennen durfte.

Warum führte Reichskanzler Otto von Bismarck 1883 die Krankenversicherung ein, weil er ein Linker war, fragt Jakob Augstein in seiner aktuellen SPIEGEL- Kolumne "Querfront"-Debatte: Links und rechts, alles eins?"

Nein!, der gesundheitliche Allgemeinzustand (AZ) junger Männer drohte sich, bei 60 Stunden/Woche Arbeitszeit ohne Jahresurlaub, an den Werkbänken, in den Kohlegruben, im Gewerbe, in der Landwirtschaft, so zu verschlechtern, dass hinter vorgehaltener Hand von unpatriotischer Wehrkraftzersetzung durch die reichsdeutsche Industrie. das Gewerbe, die Landwirtschaft die Rede war. Die jungen Kerls nicht einmal mehr als Kanonenfutter kommender Kriege taugten.

Warum führte Adolf Hitler 1934 das Kindergeld ein, weil er als Querfront- Fanatiker ein Linker war?, fragt Jakob Augstein sinngemäß weiter.

Nein!, weil Hitler mit seinen kreditfinanzierten Vier- Jahresplänen zur Aufrüstung der Deutschen Wehrmacht zu Lande, zu Wasser in der Luft, der Einführung der Allgemeinen Wehrpflicht ab 1935, mit mehr Lohn- denn Preisstopp Politik, bis 1932 ordentlichen Lohn auf das abgesenkt prekäre Niveau von Sold gebracht hatte, der weder Mann, Weib, Kinder und den Holzwauwau hinreichend zu nähren vermochte.

Professor Ludwig Ehrhard hat dann als Wirtschaftswunderminister und späterer Volkskanzler der "Formierten Gesellschaft" (Begriff bei Johannes Gross) aus vergleichbarem Grund 1962 das Wohngeld als "Marktregulierung" eingeführt, Mietpreisbindungen aus Kriegszeiten aufzuheben, und sich sicher war, dass die Mietpreise davon galoppierten, während die Lohntüte nahezu unverändert leer bzw. voll blieb, wenn nicht gar monetäre Sicker- Löcher bei der Deckung der Lebenshaltungskosten unerwartet zu beklagen waren.

Dabei wird mit Blick auf "Querfrontdebatten" hinterdrein gerne vergessen, wer Herr der Schreckensnachrichten, der Kriege, Krisen, humanen Katastrophen, des Völkerschlachtens bleibt, die Rechten.

Die Nazis standen wie die Stalinisten für keine Utopie, sie standen.in militaristischem "Kadavergehorsam", "Tod oder Leben" als Söhne des Ersten Weltkrieges geprägt, versehrt, unversehrt, allemal traumatisiert, bis über die Halskrause hochgerüstet für die Nachhut einer gescheiterten Utopie des mental imperial angeschwollenen Bewusstseins im Bürgertum des 19., beginnenden 20.Jahrhunderts in Europa, Nordamerika, das sich die Welt des Handels, Wandels. der Massenprodukte, klassen- und rassenfanatisch, als Herrenmenschen von eigenen Gnaden so elitär gestalten und halten wollte, wie es ihr mit der Unterdrückung kolonialisierter Völker, der Arbeiterschaft daheim, der Ausbürgerung ganzer Teile eigener Bevölkerung, Juden, Politische, als angeblich rassisch minderwertige (Hitlerismus), politisch untragbare Kreaturen (Stalinismus) gefiel (Nürnberger Rassengesetze 1935/Stalinistische Säuberungen 1933- 36) und doch nicht mehr aufrecht zu erhalten war
JP

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/querfront-debatte-war-hitler-links-augstein-kolumne-a-1068892.html#js-article-comments-box-pager
"Querfront"-Debatte: Links und rechts, alles eins?
Montag, 21.12.2015 – 17:46 Uhr
Eine Kolumne von Jakob Augstein

http://www.taz.de/1/archiv/?dig=2003%2F09%2F27%2Fa0148
27.09.2003
War Adolf Hitler ein Linker?
Die Diskussion um den politischen Standort des deutschen Nationalsozialismus ist nie gründlich geführt worden. Klar ist jedenfalls: Zeit seines Bestehens hatte er mehr mit dem Totalitarismus Stalins gemein als mit dem Faschismus Mussolinis
von JOACHIM FEST

22:55 22.12.2015
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Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

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