Ratzinger lässt Katze aus dem heiligen Sack

Papst Benedikt XVI oder "Generalaudienz als Stellvertreter Gottes Schlussakkord für einhundertfünfzigtausend Zuschauer/innen" Wendet Benedikt XVI "Heiligen Stuhl" zum Gerichtsort?
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Papst Benedikt XVI auf dem steinigen Weg, vom heiligen Pontifex zum eilig weilenden Commissario, im Vatikanstaat?

Personen unserer Zeitgeschichte, wie sie sich naher und zugleich nicht ferner sein können, Karlheinz Deschner (Jahrgang 1924), Joseph Ratzinger, Papst Benedikt XVI (Jahrgang 1927), scheinen sich gleichermaßen einem Epochen Werk verschrieben und verpflichtet, das denkbar "Jüngste Gericht" im Namen der Römisch- Katholischen Kirche als "Schlussakkord des Stellvertreters Gottes auf Erden" aus der Taufe zu heben.

Personen unserer Zeitgeschichte, wie sie sich naher und zugleich nicht ferner sein können, Karlheinz Deschner (Jahrgang 1924), Joseph Ratzinger, Papst Benedikt XVI (Jahrgang 1927), scheinen sich gleichermaßen einem Epochen Werk verschrieben und verpflichtet, das denkbar "Jüngste Gericht" im Namen der Römisch- Katholischen Kirche als "Schlussakkord des Stellvertreters Gottes auf Erden" aus der Taufe zu heben.

Der eine, Karlheinz Deschner, erforscht seit Jahrzehnten aus umfänglichen Quellen, Archiven die Geschichte der Verbrechen im Namen der gesamten Christenheit, voran der Furien der Kurie im Vatikanstaat zu Rom, bisher Unentdecktes an bösen, Verkanntes an guten Taten wider den Ungeist der Christenheit, um in seinen Werken, wie Paukenschlägen, 1- 10, 11 , dahin geschmettert, eine Anklageschrift gegen den Papismus beim "Jüngsten Gericht" vorzulegen, die er, irreführend, seit 1986 als "Kriminalgeschichte" des Christentums beim Rowohlt- Verlag verlegen und medial kommunizieren lässt.

Kriminalgeschichte können Glaubensereignisse, -verläufe als Kriminalfälle ja, nach Recht und Gesetz, aber erst im Wege von Verhandlung, Hauptverfahren und Urteil durch irdisch oder andere "Jüngste" Gerichte sein, denn Gott selber unterscheidet als innere Anschubkraft allen dessen, was da kreucht und fleucht auf Erden, nicht zwischen guten und bösen Taten

Der andere, Joseph Ratzinger, einst Professor in Münster, vom Professoren Kollegen Hans Küng(Jahrgang 1929) 1962 in Zeiten des 2. Vatikanums unter Papst Johannes XXIII nach Tübingen berufen, vor der 68er Bewegung nach Regensburg geflüchtet, dann Erzbischof, Kardinal zu München- Freising, Präfekt der Glaubenskongreation (vormals Inquisition) der Kurie im Vatikanstaat zu Rom, seit dem 19. April 2005.

"Habemus Papam"

zum Papst Benedikt XVI auf den "Heiligen Stuhl" als Pontifex berufen, sann und sinnt auf ganz andere Art, strebend, dem gleichen Ziel, dem "Jüngsten Gericht" zu, nämlich dessen administrierbare Vorrausetzungen auf Erden im Raum der Römisch- Katholischen Kirche „systemrelevant“ justiziabel aus der kirchenrechtlichen Taufe zu heben.

Dazu tat es Not, dem eitlen Geist seiner theologischen Professur verpflichtet, dass Papst Benedikt XVI, expressis verbis, detailversessen, das Kirchenrecht bemühend, fundiert begründet, seinen Rücktritt vom Pontifkat Benedikt XVI mit sofortiger Wirkung des 28. Februar 2013, 20.00 Uhr, römischer Ortszeit, am Rosenmontag, den 11. Februar 2013, "ex cathedra", leidenschaftslos, in Lateinischer Sprache verkündete, ohne vom Glauben an sein „Ans Kreuz geschlagenes Dasein“ abzufallen.

Papst Benedikt XVI erklärte, anlässlich seiner letzten Generalaudienz, angesichts von über einhundertfünfzigtausend Zuschauern/innen auf dem Platz vor dem fremdfinanzierten Petersdom zu Rom, am heutigen Tag, den 27. Februar 2013, in kirchenrechtlich fragil kippeligen Wassern, er bleibe in Amt und Würden „ans Kreuz geschlagen“, auch wenn er als Papst Benedikt XVI sein Pontifikat niederlege, nur in anderer Funktion als „Elder Stateman“ Papst, als päpstlich "Graue Eminenz"?

Nun soll aus allen seltenen Erden die der Heilige Bimbam der Glocke des "Jüngsten Gerichts" der Christenheit auf allen fünf Kontinenten im Namen der Römisch- katholischen Kirche werden, organisiert von deren Kurie, supervidiert von Benedikt XVI als "Grauer Eminenz", als "Pontifex a. D", der sich in der späten Gnade der Geburt seines Wissens selber treuhänderisch an "Gottes Statt" zum Commissario in kirchenrechtlich- theologischen Angelegenheiten erhoben.

Karlheinz Deschner, Joseph Ratzinger, Personen, wie zwei Seiten derselben Medaille, deren Gravur sie beide nicht erkennen, nicht einmal voneinander ahnen, dass sie in einem dunklen, wie hellen Sinne einem "Pacta Christi sunt servanda" verbunden bleiben?

„Fordern und Fördern von rechtstaatlichen Verhältnissen allerorten auf Erden im Glauben, gleich welcher historischen Wurzeln?

Getrieben vom zweitausendjährigen Sinnen und Trachten inquisitorischer Unterscheidung von guten und bösen Werken und Taten, wie sonst keine Weltkirche, hat die Römisch- Katholische Kirche, dank ihrer Kurie im Vatikanstaat, sündenstolz, akribisch, eine unendliche Fülle an Spuren in Archiven bis in unsere jüngsten Tage gelegt, die die Christenheit in Gänze, unabhängig von Schismen, Zerfall in Konfessionen, im Zentrum organisierter Glaubenskriminalität in Kirchen- und Regierungsämtern weiß

Da fragt es sich, ob die Christenheit als Täterhilfsorganisation nicht eher als befangen gelten muss, wenn es darum geht, das „Jüngste Gericht“ im Namen Gottes anzuberaumen und personell zu bestücken, ob das „Jüngste Gericht“, dank der unwillentlich selbstlosen Vorarbeiten der Christenheit, nun durch Aufhebung aller Verjährungsfristen bis zurück ins Jahr 1 nach Christus Sache des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag wäre, wenn doch endlich alle Christenheit diesen als den Ihrigen anerkennte?

Von Joseph Ratzinger, von Papst Benedikt XVI ist hinreichend bekannt, dass er bei seinem Schaffen, seinen Werken in unserer Einen Welt nicht allein gestellt ist.

Letztes Jahr kam Papst Benedikt XVI, von der EKD geladen, nach Erfurt ins Augustiner Kloster, um Martin Luther, den er als Theologen sehr hoch schätzt, zu gedenken.

Dort daselbst verlautbarte Papst Benedikt XVI, eher gestresst in Amt und Würden, denn wohlig von guten Mächten geborgen, es seien zu hohe Erwartungen (Rücknahme des Kirchenbanns gegenüber Martin Luther, Anerkennung des Protestantismus als Kirche) an ihn von der Evangelischen Kirche im Vorwege herangetragen, ein Gastgeschenk mitzubringen, das könne er so nicht so einfach leisten.

Beklommen und betreten schaute die ganze versammelte Kirchenfürsten Runde der versammelten Konfessionen aus ihrer Talar- Wäsche ob dieser päpstlichen Kunde, fern jeder vatikanisch offiziösen Erinnerung an die Bannbulle gegen Bruder Martin Luther, an die klerikal vollsteckte Ermordung Giordano Bruno von einst, als wäre nichts gewesen?

Papst Benedikt XVI schaute synchron mit ihnen, den Kirchenfürsten unterschiedlichster Konfessionen, beklommen, betreten, anstatt mit bayrischem Humor, sinnig gewitzt, zu offenbaren

"Das Gastgeschenk, meine Lieben, was denkt ihr wohl? ihr Kleingläubigen, wie könnte es anders zu diesem Anlasse sein, bin doch ich".

So bescheiden kann Joseph Ratzinger, kann Papst Benedikt XVI, was den Humor anbelangt, durchaus ökumenisch unterwegs sein.

JP

Siehe:

Karlheinz Deschner: "Kriminalgeschichte des Christentums. Band 10. 18. Jahrhundert und Ausblick auf die Folgezeit. Könige von Gottes Gnaden und Niedergang des Papsttums". Rowohlt, Reinbek 2013, 22,95 Euro

Und hier die durch ein ausführliches Nachwort von Michael Schmidt-Salomon, Sprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, erweiterte und aktualisierte Neuauflage des, so Deschner, gleichsam 11. Bandes der „Kriminalgeschichte...“, in etwa dort beginnend, wo Band 10 endet.

Siehe hierzu auch www.deschner.info <http://www.deschner.info> :
„Die Politik der Päpste – Vom Niedergang kurialer Macht im 19. Jahrhundert bis zu ihrem Wiedererstarken im Zeitalter der Weltkriege“;
Erscheinungstermin Ende März/Anfang April im Verlag Alibri: Gunnar Schedel (verlag@alibri.de).

18:09 27.02.2013
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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