Runder Tisch Heimererziehung verweigert Opfern Status "Zwangsarbeit"

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Runder Tisch Heimererziehung verweigert Opfern Status "Zwangsarbeit"

Was mich an vielen BILD Aufmachern, u. a. von taz Kommentaren zum Runden Tisch Heimerziehung verstört, ist, dass sich selbst die taz, die Frankfurter Rundschau "FR" wie andere Presseorgane daran beteiligen, im allgemeinen Tumult öffentlich allzu berechtigter Verstörungen über Sexuellen Missbrauch an Kleinkindern, Ministranten durch katholisches Personal, an Kindern, Jugendlichen durch evangelisches Peronal, Missbrauch durch erzieherisches wie pädagogisches Personal an Schüler/innen in der Odenwaldschule, den im Ausmaß und seinen Dimensionen viel weitergehenden Missbrauch an Kindern, Heranwachsenden bis zum Alter von 21 Jahren (bis in die 70ziger Jahre begann die Volljährigkeit erst mit 21Jahren) in einem, flächendeckend organisiert, bundesdeutschen GULAG der Zwangsarbeit, dessen Träger die Jugendhilfe- Fürsorgeämter der Bundesländer, die Kirchen als getarnte "Leiharbeiter/innenfirmen" waren, unauffindbar verschwinden zu lassen.

Das so etwas zu gelingen droht, wird sich am Montag, den 13. Dezember 2010 auf der Bundespressekonferenz des Runden Tisches für Heimerziehung unter "Vorsitz" von AntjeVollmer als so genannter Moderatorin mit dem unerschütterlich festen Vorsatz, den einstigen Heimkindern auf keinen Fall, komme da, was es wolle, den Status von Zwangsarbeiter/innen einzuräumen.
siehe dazu:
www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1163962/

15.04.2010
Antje Vollmer, Moderatorin des Runden Tisches Heimerziehung im Deutschen Bundestag (Bild: Deutscher Bundestag) Antje Vollmer, Moderatorin des Runden Tisches Heimerziehung im Deutschen Bundestag (Bild: Deutscher Bundestag)
Runder Tisch Heimerziehung: Heimkinder waren keine Zwangsarbeiter
Moderatorin Antje Vollmer: Über symbolische Entschädigung wird geredet
Antje Vollmer im Gespräch mit Stefan Karkowsky

Warum?. weil Zwangsarbeit in Deutschland keine Verjährung mit all den theoretisch möglichen Entschädigungsfolgekosten kennt.

Während im Rahmen, eruiert, ermiitelt, indentifizert, von den einstigen Trägern eingeräumt, unhaltbarer, gar verbrecherischer Praktiken unter dem fadenscheinigen Schirm der weltlichen und kirchlichen Jugendhilfe, der Familien- Fürsorge, einhergehend mit dem Entzug von Freiheit, Lohn für Kinder, Heranwachsende, die in der Landwirtschaft, der Industrie als Zwangsarbeiter/innen vergatter und verpflichtet wurden, Verjährungen längst gegriffen, legale Zugänge zu allzu berechtigten Entschädigungsforderungen, de jure, zu Gunsten der Tätergruppen in Ämtern. Kirchen, in Bund und Land verschließen.

Antje Vollmer versteigt sich gar soweit, zu erklären, die heillose, gesetzeswidrige Heimkinderpraxis in einem Unrechtsstaat DDR, in Torgau und anderswo, sei mit der heillos, gesetzeswidrigen Heimkinderpraxis in dem Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland nicht vergleichbar. Sogar, auch nicht, wenn für die ehemalig missbrauchten,geschädigten Heimkinder der DDR eine pauschale Entschädigungsregel in Form einer Rente in Höhe von € 300.-/monatlich, ohne Ansehen der Vermögensbverhältnisse der jeweiligen Opfer, gefunden wurde.

Was will Antje Vollmer uns da im Duktus eines ehemaligen Ministerpräsidenten Baden Württembergs, Hans Filbinger aus em Jahre 1978
"Was einst im NS- Saat Staat Recht war, kann heute im Rechtsstaat nicht Unrecht sein!"
verposemuckeln?
Wohl dieses:

"Wenn in einem Rechtsstaat Unrecht geschieht, ist es im Hinblick auf Entschädigungsforderungen, Verjährungsfristen etwas ganz anderes, als wenn Unrecht in einem Unrechtsstaat geschieht."

Das ist die neue Art der Verchleppungstaktik der bundesdeutsch säkularen wie klerikalen Politik- , Kirchen Nomenklatur auf nationaler und internationaler Ebene, unter dem Lebenszeit schindenden Motto über die gerichtlichen Instanzen
"Nun klagt man schön".

An anderer Stelle geht Antje Vollmer als Moderatorin des Runden Tisches Heimerziehung mit dem Vorschlag hausieren, über einen Entschädigungsfond unsicherer Einzahler aus Bund, Land, Kirchen wenigstens den Heimkindern, die mit kleinem oder ohne Lohn in der Zeit von 1946 bis 1978 (?) unter dem Vorwand pädagogisch- fürsorglicher Maßnahmen zu Arbeit verpflichtet wurden, vorenthaltene Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung nachzuzahlen.

Was für eine Krümmel kackerige Rechnung im Namen des Deutschen Bundestages?
Wenn viele der Opfer gar keinen Lohn erhielten, auf was, bitte schön,Frau Vollmer, sollen sich die prozemtual berechneten Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung denn beziehen?

Dabei ist doch ganz anderes nach der Einheit Deutschlands vom 03.Oktober 1990 viel naheliegender, wie z. B.:

"DDR-Heimkinder werden übrigens nach dem Gesetz über die Rehabilitierung und Entschädigung von Opfern rechtsstaatswidriger Strafverfolgungsmaßnehmen im Beitrittsgebiet (StrRehaG) entschädigt."

Die Opferverbände "Heimerziehung" selber fordern genau diese Pauschale von € 300.- /Monaltich Rente, wie diesen Opfern der DDR- Heimem zugestanden wird, oder aber wenigstens eine einmailge Zahlung von € 54.000.- Entschädigung.

Aktuell äußerte sich Antje Vollmer heute im Deutschlandfunk, neben anderen, wie folgt:
"Unrecht kann man ja nur dann verhindern, wenn es geschieht. Das Unrecht ist ja heute vorbei. Damals gabe es einfach zu wenig Demokraten. Es gab in Bund und Land ein System der Heimerziehung, das von staatlichen, kirchlichen und Freien Trägern organisiert war."
Eine andere Stimme in dieser heutigen Deutschlandfunksendung:
"Den Heimzöglichen wurden ja im eigentlichen Sinne keine Rechte genommen, sondern diese haben ihre Rechte nur nicht wahrgenommen, weil sie ihre Rechte nicht kannten. Insofern habe es, anders als in den Heimen der DDR, kein System des Unrechts gegeben,. Gab es doch neben diesen bedauerlicher Weise furchtbaren Heimen, auch alternativ modern neu eingrichtete, gut geführte Heime, die den höchsten pädagogischen Ansprüchen genügten."

Dem hält Professor für Sozialpädagogik, Manfred Kappeler, entgegen:

Ja, es stimmt, es gab in den Siebziger Jahren die ersten alternativ geführten Heime. Eines habe ich als Sozialpädagoge damals mit gegründet. Diesen Umstand aber heute als Indiz heran zu ziehen , es habe ja neben schlecht geführten, auch viele gut geführte Heime gegeben, deshalb sei auch von keinem Unrechtssystem Heimerziehung zu reden, ist schlechterdings nicht möglich.
Denn die damalig alternativ geführten Einrichtungen wurden gegen massiven Widerstand gegründet und aufrechterhalten.

Am Runden Tisch Heimerziehung wurde bisher wenig davon gesprochen, dass Heimzöglinge massivem Medikamentenmissbrauch ausgesetzt waren, um sie mit pharmazeutischen Keulen ruhig zu stellen.
Wenig wurde bisher darüber gesprochen, dass aus nichtigstem Anlass einweisende Ämter (seit 1961 Länderangelegenheit) Begründungspflichten für Einweisungen, Richterliche Anordnungen, einfach ignorierend, umgingen.

Das alles ist mit der drohenden Ergebnislosigkeit des kruden Runden Tisches Heimerziehung insofern noch ganz besonders makaber und abstrus zu registrieren, weil ausgerechnet in den siebziger Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts nicht nur die "Contergan-prozesse" begannen, sondern auch Alexander Solschenizyn mit seinem investigativen Werk
"GULAG"
über die sowjetischen Zwangsarbeitslager in der Bundesrepublik einer sozialliberalen Bundesregierung, eines Rechts- , Geschichts- , Wissenschafts- , Kulturbetriebes Furore machend, monatelang auf den Bestellerlisten stehend, im Rückblick seiner Galsnost & Perestroika Wirkung auf Politik, Ämter, Kirchen als Träger von Heimen in der Bundesrepublik nichts als Schall und Rauch war.

Ist es nicht seltsam, seltsam, dass kurz nachdem, Ämtern, Kirchen als Träger von Heimen die stillschweigend vereinbarte Lizenz zur Gründung von Leiharbeiter/innen Firmen mit ihren exorbitanten Gewinnen seit 1946, die auf Milliarden von Euro hochgerechnet wurden, von der Poltik auf Druck der Öffentlichkeit entzogen wurde, dank solcher Politiker, wie Wolfgang Clement, diese Leiharbeiterfirmen, gewerkschafts- und hoffähig gemacht, wie Pilze flächendeckend, das Mantra des "Niedriglohnbereichs" im bunten Blätterwald pfeifend, aus dem Boden schossen?

Gut ist es dabei, zu wissen, der Runde Tisch Heimerziehung kann für den Deutschen Bundestag nu eine Empfehlung aussprechen. Die Entscheidung selber liegt allein beim Deutschen Bundestag.
JP

siehe dazu:

www.presseportal.de/pm/61025/1732368/giordano_bruno_stiftung

Giordano Bruno Stiftung
Alle Inhalte der Pressemappe anzeigen
10.12.2010 | 09:58 Uhr
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Heimkinder kämpfen um Entschädigung
Pressekonferenz in Berlin

www.lto.de/de/html/nachrichten/2125/zwischen-suehne-und-rechtsfrieden/

Verjährung bei Missbrauchsdelikten
Zwischen Sühne und Rechtsfrieden
Autor:
Dr. Jan Bockemühl
10.12.2010

www.sueddeutsche.de/politik/misshandelte-heimkinder-gedemuetigt-damals-und-heute-1.1034534

Misshandelte Heimkinder Gedemütigt, damals und heute

10.12.2010, 07:00 2010-12-10 07:00:00

17:50 10.12.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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