Joachim Petrick
21.04.2017 | 00:30 14

Sie ist wieder da, Petra Kelly (1947-1992)

Die Grünen vs AfD oder? Kann man die politisch große Erfolgsgeschichte Der Grünen mit der der AfD vergleichen? Jakob Augstein macht nicht nur das, er vergleicht Petra Kelly mit Frauke Petry

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Joachim Petrick

Plötzlich ist sie wieder im öffentlichen Bewusstsein "Petra Kelly (1947-1992) die zartbitter harte Ikone der Umwelt- , Anti-AKW-Bewegung in Westdeutschland, Mitbegründerin Der Grünen 1980"

Petra Kelly. Ikone der Friedens- und Umweltbewegung, Mitbegründerin Der Grünen 1980 in Westdeutschland, Nachkriegskind, Jahrgang 1947, vernetzt mit Gruppen der Bürgerechtsbewegung in den USA, Kanada, Brüssel, Initiativen gegen AKWs, mit ihrer Grace-Vereinigung gegen unmnenschliche Krebstherapien insbesondere bei Kindern.

Es gibt viele Gründe, Petra Kelly wieder ins öffentliche Bewusstsein zu heben und zu halten, einer ist, sie wird dieses Jahr im November 70, aber auf diesen einen kommt man so leicht nicht, Jakob Augstein setzt in seiner aktuellen Kolumne

"Machtkampf in der AfD Frauke Macbeth"

zu einem ziemlich angestrengt konstruierten Vergleich an zwischen Petra Kelly von den Grünen und Frauke Petry von der AfD, der nicht einmal hinken kann, weil ihm das Geläufe an Hinkebeinen fehlt.

Die Geschichte Der Grünen am Beispiel Petra Kellys n. m. E. geschichtskliddernd als Beifang im Frauke Petry Lauf zu ihrem politischen Ende. "Klappe zu, Äffin tot!" , Aus die Maus" zu vereinnahmen, lässt Böses aus den Edelfedern im Spiegel Verlagshaus für die Bundestagswahlkampfberichterstattung 2017 ahnen?

Ich sehe keinen Machtlampf bei der AfD, aber einen in den redaktionellen Kältestuben unter der Fragestellung "Wie berichten wir über die AfD, personenbezogen oder auch inhaltlich?

Noch einmal: Der Vergleich Petra Kelly, Frauke Petry wirkt so konstruiert bemüht, dass er nicht einmal hinkt, weil ihm das Geläufe an Hinkebeinen fehlt.

Petra Kelly brannte als Deutsch-Amerikanerin mit Doppelpass für globale Bürgerrechts- , Soziale. Umwelt-, Anti-AKW- Bewegungen. Themen wie mangelnde Erforschung des Zusammenhangs des AKW-Baus, vergiftete Umwelt und Zunahme an Krebserkrankungen, wie sie diese 1979 in ihrem offen SPD-Austrittsschreiben an Bundeskanzler Helmut Schmidt formulierte, unmenschliche Krebs- Therapien radikal und lichterloh von innen anch außen.

Frauke Petry brennt dagegen nicht einmal für ihre eigenen Auftritte, Video Events, sondern tritt in all ihren thematischen Unschärfen heraus aus ihrer inneren Gletscherlandschaft, ohne wirklichen Willen zu inhaltlichen Aussagen, geschweige denn debatten, ihr Allerhöchstes der Gefühle sind Video Botschaften, reine Schemen an Hauch zu einem ungefähren Thema auszuatmen."ich will regieren, oder gar nichts, der Pretzel hat`s erlaubt" (Marcus Pretzel. AfD-Landesvorsitzender der AfD in NRW ist Frauke Petrys neuer Gatte)

Aber das muss man ihm lassen, der Jakob Augstein die Rampensau des Boulevard im Zweifel links. hat, wie Mickey Maus den Bogen raus, eine Person, ein Thema, ehe es sich der Leser versieht, übers Knie durchs Auge ins öffentliche Bewusstsein zu heben

Augsteins Vergleich zwischen Petra Kelly und Frauke Petry sieht im Kern n. m. E. folgendermaßen aus:

Jeanne d'Arc Der Grünen Petra Kelly oder Lady Macbeth Frauke Petry aus Dresden? oder doch jede für sich, die eine, wie die andere?

- ".....das Leben dieser Frau - gemeint ist Frauke Petry - hat eine solche Drehzahl angenommen, dass sich Privates und Politisches ja gar nicht mehr trennen lassen.

Das ist eine Gemeinsamkeit mit der anderen großen politischen Erfolgsgeschichte der vergangenen Jahrzehnte: der Geschichte der Grünen.

Frauke Petry ist ein bisschen auch eine rechte Wiedergängerin der legendären Petra Kelly. Auch die war überzeugt, kompromisslos, von Innen glühend und auf sonderbare Weise hart und durchscheinend zugleich. Und mit ihrem unglücklichen General Gert Bastian war auch Kelly in einer politischen Amour fou gefangen. An der Stelle soll die Analogie dann aber enden." -

Aber da ist es, historisch betrachtete, m. E. nach schon zu spät.

Exculpation kann es für Jakob Augstein , für sieben Tage nicht geben. um den Preis, der ihm gebührt, dass es ihm unorhodox durch seinen gewagten Vergleich gelungen ist, Petra Kelly aus der Versenkung zu holen, ins öffentliche Bewusstsein zu heben.

Ob das nun ein Auftakt zu einer Kampagne des Mainstreams erst gegen Die Grünen, dann die Linkspartei im Bundestagswahljahr 2017 wird zu Gunsten eínes reinen Lagerwahlkampfes SPD vs CDU/CSU oder genau das Gegenteil, werden die nächsten Wochen, Monate erweisen. Das wird auch an der Themensetzung in Jakob Augsteins wöchtlichen Kolumnen zu ermessen sein.

. Tatsache bleibt sicher, was die AfD zumindestens im Spiel hält, samt Einzug in den Deutschen Bundestag unter 10 % Wählerzustimmung, kann der Option einer rot-rot-grünen Koalition eher förderlich denn hinderlich sein
JP

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/frauke-petry-jeanne-d-arc-der-rechten-oder-lady-macbeth-aus-dresden-kolumne-a-1144052.html#js-article-comments-box-pager

Machtkampf in der AfD Frauke Macbeth

Jeanne d'Arc der Rechten oder Lady Macbeth aus Dresden? Auf der politischen Bühne entfaltet sich das Drama der Frauke Petry. Plötzlich ertappt man sich dabei, wie man Anteil am Schicksal einer AfD-Politikerin nimmt

Eine Kolumne von Jakob Augstein

https://web.archive.org/web/20070613072705/http://www.politeia.uni-bonn.de/archiv/kelly/kelly_a7.html
In einem offenen Brief an Bundeskanzler Helmut Schmidt erklärte die Mitbegründerin der GRÜNEN, Petra Kelly, als Atomkraftgegnerin, Friedenspolitikerin und Frau 1979 ihren SPD-Austritt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Petra_Kelly
Petra Kelly

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (14)

Richard Zietz 21.04.2017 | 15:43

Ich würde auf Augsteins Kolumnen im Zweifel nicht so viel geben. Die Schlenker variieren von Woche zu Woche – mal in Richtung Sozialpopulismus und Wagenknecht, dann Richtung Antifa inklusive linksliberalem Weltuntergang. Ein Mysterium bei alldem ist für mich lediglich die Frage, wieso sich in der dFC noch so viele an dem Mann abarbeiten.

Wo’s im Grunde doch nicht allzu schwer ist: Der Mann muß eben – im Rahmen des gesellschaftlich vorgesehenen Meinungsproporzes – einmal pro Woche den linksliberalen Aufrüttler geben.

hammerfakt 21.04.2017 | 16:11

...wieso sich in der dFC noch so viele an dem Mann abarbeiten." vielleicht weil er diese sorte von linkssein repräsentiert, die keine klare haltung besitzt sondern nur linksgefühlte meinung absondert. ich kann auch nicht bescheinigen, was schandl dem augstein an linkspopulistischer überzeugung zuschreibt:...Jakob Augstein stehen dafür, den Begriff positiv zu besetzen

ab jetzt kann mich der.....danke herr zietz!

Joachim Petrick 21.04.2017 | 16:25

"Ein Mysterium bei alldem ist für mich lediglich die Frage, wieso sich in der dFC noch so viele an dem Mann abarbeiten."

Na ja, es ist ja nicht so, dass Augstein nicht durchs Knie übers Auge wie im vorliegenden Fall Personen, Themen gelungen und sei es über infame Vergleiche lanciert, an die andere nicht einmal mehr denken, sei es, dass sie diese vergessen haben oder davon nichts lesen wollen, folglich wird Petra Kelly von Augstein zwar erwähnt aber nicht in einem Zusammenhang, der ihrem Nimbus und ihrer historischen Rolle gerecht wird. Den Versuch, das bei diser günstigen Gelegenheit nachzuiefern, liefere ich dann gerne und mit Eifer

gilmalik 21.04.2017 | 23:14

Dann rutsche ich mal rüber zu ihrem Beitrag:

Die Grünen vs AfD oder? Kann man die politisch große Erfolgsgeschichte Der Grünen mit der der AfD vergleichen? Zu ihrer ersten Frage: Ein klares Nein. Die Grünen der ersten Stunde sind für mich ein Beispiel, wie wenige Menschen, ein ganzes Land verändern können. Sie sind für mich ein Beispiel, dass es nicht wichtig ist, wie hoch die Chancen aussehen, um Veränderungen anzugehen. Auch sie waren nicht perfekt, aber ich konnte sehen, dass sie versuchten zu leben was sie predigen. Sie haben wirklich die anderen Parteien vor sich her getrieben und heute gibt es auch in Asien Menschen die glauben, selbst Frau Merkel sei eine Umweltaktivistin, so sehr steht Deutschland für Umweltschutz – das Deutschland viel Dreck auslagern konnte ist jetzt ein anderes Thema. Wenn treibt denn die AFD vor sich her? Viele Menschen in Deutschland, vor allen in den niedrigen Einkommensschichten, haben Zukunftsangst und sie sehen sich von den etablierten Parteien nicht vertreten. Dass die Linke sie nicht erreicht, ist wieder ein eigenes Thema. Und nun kommt die AFD und sammelt allein mit der Angst Wählerstimmen. Der Gegenwind der Medien denn sie dabei abbekommen ist doch ein Lüftchen, gegen das was damals die Grünen ertragen mussten. "Wir werden alle wieder in Höhlen leben, wenn die an die Macht kommen", war noch das harmloseste, was die Springer Schmierblätter und Co. über Jahrzehnte abzogen.

Die AFD hat nichts Revolutionäres, nichts was Mut erfordert. Vorzugaukeln wir schließen uns ein und machen die Augen zu, wenn die akuten Probleme der Erde mal an die Tür klopfen (und damit meine ich nicht nur die Flüchtlinge, die sind ja "nur" das Resultat dieser Probleme), ist für Menschen des 21. Jahrhundert nicht nur erbärmlich feige, sondern auch eine erbärmliche Lüge.

Jakob Augstein macht nicht nur das, er vergleicht Petra Kelly mit Frauke Petry:

Diesen Punkt haben sie und Herr Zietz eigentlich schon abgehandelt, so möchte ich nur noch etwas zu Herrn Augstein hinzufügen. Natürlich habe ich mitbekommen, dass einiger User der Community in letzter Zeit "Spitzen" gegen Augstein loslassen. Da ich hier immer noch ziemlich neu bin und nicht weiß, welche Erwartungen Augstein mal bei ihnen mit dem Freitag geweckt hat, will ich mich dazu nicht groß äußern - da einige User viel Zeit und Energie in die Community (und damit auch in den Freitag) gesteckt haben, finde ich nichts Verwerfliches daran, wenn sie ihren Unmut äußern, dass der Freitag ihrer Meinung nach in eine falsche Richtung läuft.

Ich respektiere Augstein dafür, dass er ein kleines Beispiel dafür gegeben hat, wie "moderner" Sozialismus aussehen könnte. Das Menschen von selbst feststellen (Durch umschauen, Lesen unsw.), dass sie mehr Geld haben, als sie benötigen und dann sagen: Dass setze ich dafür ein, die Gesellschaft in der ich lebe, zu bereichern. Nun kenne ich so viele Menschen, die das gleiche mit ihrer Zeit machen, oder die auf ein höheres Gehalt verzichten und lieber schlecht bezahlte Sozialarbeit betreiben. Auch bei ihnen, oder bei mir könnte man noch einiges zum "optimieren" finden. Aber sie oder ich haben selbst zu entscheiden, was wir bereit sind zu geben und haben das dann mit unserem Gewissen auszumachen. Da man sich ja trotzdem gegenseitig zwickt, "optimiert" man dann manchmal doch wieder ein Stück. Jeder nach seinen Fähigkeiten und seinem Tempo!

Joachim Petrick 22.04.2017 | 12:39

Danke für die interessanten Einlassungen.

"Ich respektiere Augstein dafür, dass er ein kleines Beispiel dafür gegeben hat, ..."

Selbstverständlich respektiere ich Jakob Augstein über den genannten Sinne hinaus als freier Bürger, der seine Meinung bekundet. Ich rätsel nur noch für welches Beispiel? Um das gemeinsam herauszufinden nehme ich Augsteins exotische Denkprojekte in kritischer Solidarität überaus ernst und suche mir einen Reim zu machen

Eine Variante könnte sein, Herr Augstein ist nach Art und Weise griechischer Tragödie des Augsteins Clans antik gestrickt, alle Speere zu mir zu rufen, damit die Karawane ungehindert weiter ziehen kann? Ich frage mich nur welche Karawande Jakob Augstein im Zweifel links meint?



Joachim Petrick 22.04.2017 | 12:47

http://www.spiegel.de/forum/member-108162.html

Joachim Petrick 20.04.2017, 19:17
141. Frauke Petry Mcbeth.

Heute bleibt die politische Kolumne kalt, wir lesen von Geschichten aus dem Dresdner Wald."Jeanne d'Arc der Rechten oder Lady Macbeth aus Dresden?" Das alles in Anlehnung an den Werbe-Slogan "Heute bleibt die Küche kalt, wir gehen in den Wiener Wald"?

Da sagt sich wohl der politische Kolumnist Jakob Augstein im Zweifel links, wie im Frühling der See vom Eise befreit, von Zweifeln Richtung Frauke Petry berfreit, ich lasse mal alle Fünfe gerade sein, eine schwangere Politikerin Frauke Petry ist eine schwangere Politikerin Frauke Petry, sie ist, wie sie ist, hochfahrend im Antritt, irdisch im Abgang, eine Rose ist eine Rose, eine Distel ist eine Distel und gibt sich im Fall der AfD nun erst recht nicht mehr mit Inhalten ab, z. B. , dass die AfD im Leitantrag für ihren anstehenden Parteitag, die Freiheit der Kunst Artikel 5 Grundgesetz aushebelen will.(Quelle Deutschlandfunk)

Warum auch, wenn das Märchen vom "Tapferen Schneiderlein" hier allzu sehr lockt, Augstein erledigt zwar nicht wie das Tapfere Schneiderlein "Sieben auf einen Streich" aber immerhin immer zu und drauf "Zwei sogleich und weg sind sie vom Fenster staatlicher Partei Alimentation" die AfD und Die Grünen, Gib Gas, Gib Gas, ich will Spaß, keiner hat es gesehen?
Ich schon-
Die Geschichte Der Grünen am Beispiel Petra Kellys geschichtskliddernd als Beifang im Frauke Petry Lauf zu ihrem politischen Ende. "Klappe zu, Äffin tot!" zu vereinnahmen, lässt Böses aus den Edelfedern im Spiegel Verlagshaus für den Bundestagswahlkampfberichterstattung 2017 ahnen?
ich sehe keinen Machtlampf bei der AfD, aber einen in den redaktionellen Kältestuben unter der Fragestellung "Wie berichten wir über die AfD, personenbezogen oder auch inhaltlich?
Der Vergleich Petra Kelly, Frauke Petry wirkt so konstruiert bemüht, dass er nicht einmal hinkt, weil ihm das Geläufe fehlt.
Petra Kelly brannte für Themen radikal und lichterloh von innen, Frauke Petry brennt nicht einmal für ihre eigenen Auftritte, Video Events, sondern tritt in ihren Unschärfen verweilend, heraus aus ihrer inneren Gletscherlandschaft ohne wirklichen Willen zu inhaltlichen Aussagen, ihr allerhöchstes der Gefühle sind Video Botschaften, reine Schemen von Hauch zu einem ungefähren Thema auszuatmen."ich will regieren, oder gar nichts, der Petzel hat`s erlaubt"
Den Rechten nun auch noch cora Publikum launig zu befehlen, wie es Augstein in seiner Kolumne tut, "Also will man ihnen erst recht zurufen: Reißt euch am Riemen, ihr Rechten" klingt wie aus Zeiten des Kalten Krieges, der Russe steht vor der Tür, von nun an kennen wir keine Parteien mehr, nur noch deutsche Patrioten, wir brauchen jeden, um dem roten Ansturm standzuhalten. Ganz abgesehen welchen Riemen meint er, ach ja, ich schrieb es ja, den patriotischen Riemen aus dem Hintergrund als verlässlich disziplinierende Angebotspaöette im Drillich?