Tausendundeine Nacht (1001) Freitag Blogs

Freitag Community Als Person aus der bekennenden Nullbockgeneration war ich darauf versessen, alles und jeden und sei es mich selber , zu blockieren. Inzwischen bin ich Blogger,,,,
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Als Person der Zeitgeschichte aus der bekennenden Nullbockgeneration war ich stets darauf versessen, alles und jeden und sei es mich selber, hinterfragend, zu blockieren.

Inzwischen bin ich Blogger, meinen und den Blockaden anderer nachzuspüren.

Dass ich keiner Meinung Untertan, nicht einmal der eigenen bin, das Gefühl ist mir als mein vertrauter, stes ergebener, Weggefährte geblieben.

Am Anfang war da als Blogger in mir diese Leichtigkeit des Schreibens als unbändig grandios, leidenschaftlicher Vorstellung, dass es mich dünkte daselbst, dass meine orthografischen Fehler, ganz zu schweigen, von meinem inhaltlichen Text Gewirr, der Ausfluss meines wunderbaren Genius sei, den es für alle Ewigkeiten und drei Tage unter Minderheiten- Artenschutz zu stellen gelte.

Nun bin ich Blogger, schon haut es mich als Blogger auf meinen Hocker, Blogger darf ich sein, auf dass die einen meine grenzwertigen Satzkaskaden, -kapriolen randständig bejubeln, die anderem mich, Leviten lesend, unter Flüchen beschrein,

Der mittige Rest geht dann meistens, unerhört in sich hinein wimmernd, stumm & schweigend, weinen.

Inzwischen bin ich im Laufe meiner nunmehr 1001 "fabelhaften" Blogs, abgesehen von einigen umwerfenden Anflügen von Geistesblitzen ab durch die Mitten, links, rechts, den Rand haltend, in der Hinsicht meines, auf dem Sprung lauernden Ausbundes an Genilität, wenn mich nicht gerade meine männliche Regel ereilt, in väterlich bedächtigerer Weise, hegend, nüchterner geworden.


Ich sage mir jetzt immer öfter, wenn ich schon nicht das Rad neu erfunden habe, brauche ich die Orthografie in ihrer sowievielten grimmigen Verfassung und lutherischen Grammatik auch nicht neu zu erfinden.

Das verhilft mir zwar nicht zu einem belastbaren Nachschub bei meinen persönlichen Adrenalinengpässen, aber durchaus in der Perspektive zur Beruhigung meiner, ungemein, ungestümen Gefühle.

So ist das für mich längst auch kein Aufreger mehr, wenn ich in einer Luxemburger Bank erleben muss, wie ein Millionär, statt bekennend lauthals, duckmäuserisch flüsternd an den Bankschalter tritt und fragt, ob er eine Million € so einfach, mir nichts dir nicht, bar einzahlen darf?

So ein vom monetären Elend geplagter Mensch, auch wenn er Millionär ist, flüstert doch nur aus, tief empfunden, gefühlter Armut.

Da denke ich heute anders, denn früher, seiner Armut sollte sich kein Mensch schämen müssen, selbst wenn er als Millionär untwerwegs ist!, oder?

Heute weiss ich sehr mehr und mehr, die strukturierende Wunder- Wirkung orthografischer Pflicht und grammatischer Schuldigkeit, hier und da als Übersicht schaffenden Genuss, wohl zu schätzen.

So gesehen kommt nicht immer mit der Zeit Unrat, sondern unerwartet inhaltlicher Rat.

In diesem Sinne bis?
Na warten wir es ab!, welche Gedankenblitze mein indoor Gedankenpfeilköcher mir outdoor kühn zu bieten wagt.

JP

Märchen aus Tausendundeiner Nacht

03:24 02.11.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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