Thomas Pikettys Buch lesen und sich wundern

"DAS KAPITAL" im 21,Jahrhundert zu lesen, bereitet mir Vergnügen, gerade, weil ich mich bei dieser Lektüre und deren Argumentation immer wieder, aufgeladen wärmend, reiben kann.
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Thomas Pikettsys Buch "DAS KAPITAL" im 21,Jahrhundert zu lesen, bereitet mir Vergnügen, gerade, weil ich mich bei dieser Lektüre und seiner Argumentation immer wieder, aufgeladen wärmend, reiben kann.

Frage des Eigentums an Grund und Boden, Immobilien, Latifundien, Wald, Wiesen, Seen, Wegerechte als hinterlegte Sicherheit für Kredite?, wird es bei Thomas Piketty darum gehen?

Betrachtungen über Mäzenatentum, Fortschritt, der nicht als gesellschaftliche Bewegung, sondern als Kunstform von Potentaten, Monarchen, Oligarchen protegiert oder gar nicht, unterwegs ist, sinnt Piketty darüber nach?, oder darüber, welche Bedeuting haben Kriege, Krisen, um die Abbau von unhaltbaren Ungleichheiten in Angriff zu nehmen oder diese zu vermehren?

S. 13
Über Jahrzehnte herrscht in Europa, Japan, den USA wirtschaftlicher Optimismus Richtung allgemeiner Wohlstand einer anwachsenden Mittelklasse nach dem Zweiten Weltkrieg?, meint Thomas Piketty.

Stimmt das, wenn ja, für welche Bevölkerungsteile in diesen Ländern, in der der Welt genau?, für welche Teile nicht?

"Wenn Kapitalrendite dauerhaft höher als die Wachstumsrate von Produktion und Einkommen aus Arbeit ist, was bis ins 19. Jahrhundert der Fall war und im 21. Jahrhundert
- "spekulationsgetrieben" über computergesteuert hochfequenten Handel mit Rohstoffen, Devisen, Krisen, Kriegen, humanitären und terristischen Katastrophen an offiziellen und nicht offiziellen Börsen, Wettbuden Alltag geworden ist, erzeugt der Kapitalismus zu dieser Art Kreditwesen, durch hinterlegtes bzw. vorgtäuschtes, unterschlagenes Eigentum an Produktionsmitteln automatisch nicht akzeptable willkürliche Ungleichheiten- (Einschub von mir) -

wieder Wirklichkeit ist, die das Leistungsprinzip, auf dem unsere demokratischen Gesellschaften basieren, radikal infrage stellt,..."
S. 14
Von dem Grundsatz der Solidargemeinschaft, Solidarität schreibt Thomas Piketts an dieser Stelle nicht, nicht, das schlussendlich gleichsam einer Restrisikoausfallversicherung für Fehlinvestititionen , Missmangement, , Fehlkalkulation nicht vorhandene Sicherheiten der eigentlichen Schuldner wundersam abbildet bzw. ersetzt, siehe Bankenkrise, die zur Euro- , dann Staatsschuldenkrisen mit einem Europäischen Stabiltätsmechanismus (ESM) mit Banklizenz und vorläufigen Mitteln in Höhe von 760 Milliarden Euro aller Länder Europas wurde
S. 14
Leben wir heuzutage ab einem bestimmten Lebensstandard überhaupt noch direkt vom eigenen Vermögen, monatlichen Einkommen, oder nicht eher von unserer gehebelten Kreditwürdigkeit, aufgrund unserer Sichteinlagen, Vermögen, weil die Schuldengemeinschaft, die Vermögensgemeinschaft unmerklich aber willentlich abgelöst hat?

Davon schreibt Thomas Piketty hier nichts, aber seine Lektüre bringt mich auf diese Gedanken

Als noch der Monarch für Kredite bürgte?

Das Kapitals hat zwar ein flüchtiges Wesen, ist von seiner Natur her aber nichts anderes als eine Erzählung, eine SAGA, wie Gott und jede Religion eine Erzählung, eine SAGA ist, die ihre Anhänger, Jünger findet oder nicht

Als unverbrüchlich ehern "Allgemeiner Glaube" an Gott "Paternoster Credere", den Himmel, das Universum zum materialisierten Kredit und unveräußerlichen Kern eines jeden Bank- und Darlehnwesens zusammen schrumpfte

Was ist die Erzählung eines Glaubens an Gott, samt Gründung einer Kirche, gegen die Erzählung der Gründung einer Bank und der Notwendigkeit eines "Sofortkredits" für ein Start- Up?

Piketty klammert Fragen nach Eigentumsverhältnissen an Produktionsmitteln, Ressourcen, Grund, Boden, Verwertung von Patentrechten, in seinem Buch bisher aus, beschränkt sich auf die Frage der Einkommensverhältnisse als Motor für die asymmetrische Ungleichheit in der Welt

Von der Werte- zur Schuldengemeinschaft in der EU?

Wurde die Weltfinanzkrise 2008, anders als in den USA, nicht als Herausforderung gesehen, diese schnell durch die befristete Verstaatlichung großer Unternehmen, wie GM, Banken, Bank of Amerika, Citigroup, zu überwinden, sondern mit Sinn für Experimente bzw. aus Feigheit vor Freunden, Partnern, dazu instrumentalisiert, als Reform- Motor in der Eurozone zu dienen?
S. 15
Eine Expertenrepublik drohe uns in Europa nicht, meint Thomas Piketty kokett im Duktus eines Experten
S. 16
Thomas Malthus , Arthur Young und die Französische Revolution
Entstehung der klassisch- politischen Ökonomie in Frankreich und England

Der Engländer Thoma Malthus legt 1798 seine Abhandlung....... vor

Reisebericht des Arthur Young, Agronom aus England, der 1787/88 Frankreich in letzten Monaten des Merkantilismus königlicher Prägung bereist, enstetzt darüber sinnt, dass es hier nicht mehr getrennte Kammern für Adel, Klerus, zweiten und dritten Stand gibt, der Adel nicht, wie in Englland, mit einem Vetorecht versehen, sondern, dass alle Stände in einer Kammer bei der Meinungs- und Willensbildung auf den Sitzen, in den Gängen mit der Neigung zu deftigem Fleischhgenuss, Gesang und Trank, Völlerei hausen, ungepflegt herumlungern
S. 17

In Frankreich leben zu dieser Zeit, anders als im Vereinigten Königreich mit nur 8 Millionen, England 5 Millionen, bereits über 20 Millionen Untertanen. Das müsse doch zur Explosion der Bodenrente führen und überhaupt, drohe England nicht eine Franzosen Flüchtlingsflut?
S. 18
Samuel hilf!

So schwellen die apokalyptischen Krisen und Angstgesänge in Expertenrunden Englands an, wer rettet uns vor der eigenen und sonders der französischen Bevölkerungsflut?

Thomas Malthus weiss kreativ böse letzten Rat:

"Die Unterstützüng der armen Bevölkerung soll sofort eingestellt werden, um die Zuwachsraten in der Bevölkerung der Armen mit ihren Plagen drastisch zu senken."

Wäre es nicht wieder einmal die Zeit für Kinderkreuzüge, um die liederlich frechen Bälger im namen des Herrn im Nahen Osten auf dem Wege nach Jehusalem, zu den Heiligen Stätten der Chrsitenheit als Kindersoldaten. -kämpfer loszuwerden?

Wenn sich doch nur ein "Ratenfänger" zu Hameln fände?, mag mancher im britannischen Panikorchester der Experten jener Jahre um 1788 mit Blick auf Entwicklungen im Königreich Frankreich gedacht haben

Dann kommen sie wirklich, die französischen Flüchtlingsströme auf hochherrschaftlichen Fregatten, Segelschiffen, Kähnen, Booten über den Kanal nach England , aber erst nach der Französischen Revolution 1789.

Es sind unrtadelig adelige Monachisten, höfische Damen und Herren, den Kopf schwitzend unter gepuderten Perücken- Mützen, mit Kisten an hochpreisigem Hab und Gut, mit Sack und Pack, begleitet von königlich gekleideten Bediensteten, hoch zu Ross auf gesattelten Pferden, Kamelen, Eseln, Maultieren, per Pedes, in Sänften, unzählig, sanft abgefedert, anrollenden Pferde- Kutschen, dazu separierte Teile fanzöisisch königlicher Schätze. den Revolutionären daheim vorenthalten, die den Briten so genehm sind, dass sie diesen Kelten vom kontinentalen Drüben, kingsize, erlauben, eine eigene Stadt, namens Cheltenham, nahe Birmingham, nicht weit von Nottingham, mit eigen französisch- königlichen Gerichtswesden, als komfortable Kur von der Revolution und Heimstatt für all ihre Tage zu gründen und in aller Bäder Pracht und Herrlichkeit auf der Grüne Wiese schlossähnliche Landhäuser in gepflegten Parklandschaften zu bauen, wie diese noch heute für jeden Reisenden als Bäderbaukultur anzuschauen ist.

David Ricardo macht 1817 mit seiner Abhandlung über die Theorie der Knappheit am Beispiel der angeblich absehbar galoppierenden Preise am Grund- und Bodenmarkt von sich reden.

Das dabei immer mehr Kapital in den Erwerb und das Halten von Grund und Boden gebunden ist, gleichzeitig, sozusagen von unsichtbarer Hand (späterer Begriff von Adam Smith) geldschöpfend, die Kreditwürdigkeit der Eigentümer exorbitant anhebt, erwähnt hier weder Ricardo noch Piketty.

S. 19
David Ricardo fordert die Besteuerung der Bodenrente.

Piketty meint, die landwirtschaftlichen Nutzflächen wurden nicht wirklich knapp und teuer, ganz im Gegenteil, viele Agrarflächen lagen brach und landwirtschaftlich ungenutzt..

Eben drum!, sage ich einmal und wurden, neben entwääserten Sumpfgebieten, spekulativ als Bauland ausgewisen, während in Übersee in den Kolonien die Agrarflächen durch Brandrodung des Urwaldes bis heute zu Lasten der heimischen Bevölkerung und Märkte dramatisch anwuchsen.

Technischer Fortschritt, Industriewachstum, Flächenbebauung durch Hafenerweiterungen, Straßen- und Gleiswesen

Piketty meint, anders als der ehemalige für Ernährungsfragen der UNO in der Welt berufene Jean Ziegler, vor zwei Tagen am 15. Oktober 2014 Gast im Freitags Salon, der Nahrungsmangel in der Welt existiere nicht mehr.

Bzw. meinen da beide das Gleiche?, vergisst Piketty nur zu erwähnen, dass die Frage der Verteilung von Nahrungsmitteln, Zugang zu Wasser, reiner Luft in der Welt eine alltägliche Katastrophe mit der Folge von jährlich weltweit Millionen toten Menschen ist, ganz zu schweigen, dass gegenwärtig 60 Millionen Menschen innerhalb und außerhalb ihres Landes in Arabien, Afrika, Asien, der Ukraine in Europa unterernährt, dehydriert auf der Flucht, ohne Zugang zu Nahrung, Wasser Bildung sind.

S. 20
Thomas Piketty outet sich als Anhänger der Theorie, dass letztendlich die das Prinzip Angebot und Nachfrage in regionalen, globalen Märkten als ökonmischer Mechanismus ausgleichend greife.

Das klingt ansatzweise als adaptiere Thomas PIketty Bundeskanzlerin Angela Merkels Begriff von der

"Marktkonforme Demokratie" ,

die sich um prekäre Arbeits- und Währungsverhältnisse in der Welt, die wie Pilze in allen Erdteilen unseres Globus aus dem Boden schießen, nicht wirklich zu kümmern brauche, um dem Prinzip des Angebots und der Nachfrage zu ihren Gunsten mit unlauteren, sprich kriminellen Mitteln, legal, illegal, scheißegal, auf jeden Fall der Fälle unkoventionell kreativ brachial auf die Sprünge zu helfen, indem sie das Lohniveau gegen Null herunterprügeln.

"Wir müssen nicht würfeln",

meint Thomas Piketty im optimistischen Plauderton , die Werkzeuge liegen auf dem Tisch. Das mag sogar stimmen, nur halt unsortiert oder gar, wie im Fall Piketty, etliche Werkzeug einfach vergessen werden?

Karl Marx Prinzip der grenzenlosen, sprich grenzüberschreitenden, Akkumulation?

S.22
Piketty entdeckt den Großen Krieg, 1. u. 2. Weltkrieg, als Vater der Rückführung der Ungleichheit von Privatvermögen in den Händen der Wenigen und Volkseinkommen im Zugriff für die Hände der Vielen

Manche Experten sehen wohl gerade hier den Großen Krieg, den revolutionären Kladderadatsch als den Vater des Abbaus asymmetrischer Ungleichheit in den Vermögensverhältnissen von Gesellschaftsschichten und ganzen Völkern im Wettbewerb um die Ressourcen in der Welt, ohne ihr Augenmerk darauf zu richten, dass im Gefolge von Großen Kriege, Revolutionen Kommandowirtschaften das Sagen erhalten, die mit restriktiven Maßnahmen, Notverordnungen, Rohstoff- und Devisenbewirtschaftung, Abschottung eigener Märkte, unwillentlich hier, willentlich da, die Herausnahme heisser Luft inflationärer Vermögenswertblasen aus "goldenen" Friedenszeiten organisieren.

Braucht es dazu wirklich erst des Großen Krieges, der Revolutionen, in denen meist zuerst die Gläubiger mit ihren von Amtswegen uneinbringlich gestellten Forderungen Schuldnern gegenüber unter die Räder kommen?

S. 23
Piketty kommuniziert ebenfalls den Großen Krieg, Revolutionen, den mörderischen Kladderadatsch der Völkerstämme mit- und gegeneinander als den Vater relativen Abbaus der Ungleichheit in der Welt, der gleichzeitig die Zahl der enterbten, verlorenen Söhne und Töchter in biblischen Ausmaßen mehrt

Piketty outet hier, expressis verbis, sein Festhalten am kapitalistischen System, wenn er Karl Marx eine angebliche Neigung zu apokalyptische Visionen unterlegt und dabei die Tatsache verdrängt, dass die historische Entwicklung mit zwei Weltkriegen, einem Kalten Krige allein im Zwanzigsten Jahrhundert und gegenwärtig auf allen Kontinenten aufbrechend bewaffneten Konflikten mit über 60 Millionen Flüchtlingen das an angeblicher Apokalypse Marxens bei weitem übertrifft.

Woher mag Pikettys lockere Haltung gegenüber diesem Teil der Menschheits- und Wirtschaftsgeschichte kommen?,

Sind es die 15 Jahre, die Thomas Piketty an amerikanischen Universitäten lehrend, verbracht hat, die ihn geprägt haben, ihn dazu veranlassen, die Wirklichkeit in der Welt selektiv durch eine amerikanische Brille wahrzunehmen, die Große Kriege, außer dem Amerikanischen Bürgerkrieg 1861- 1864, der Geschichte gar nicht auf ihrem Bildschirm hat, weil die, trotz den USA als kriegführender Partei, weit weg vom Hoheitsgebiet der USA waren, sondern allein das dissloziierende Pendeln von Hochkonjunktur, Konjunkturtälern bis zur Depression in den Jahren von 1929- 1934 in Think Tanks als relevant registrieren?

S. 24
Zunahme des Anteils des Kapitals am Nationaleinkommen

Piketty schreibt allen Ernstes, Karl Marx habe die Möglichkeiten des technischen Fortschritts und die mit diesem einhergehenden Produktionssteirgerungen unterschätzt, sich bereits 1848 mit der Herausgabe seines Kommunistischen Manifestes mit Friedrich Engels dahingehend in seinen Bestrebungen, Tendenzen festgelegt, um auf mögliche Datenuntersuchungen der Archive in Paris, London bei den späteren Abhandlungen für sein Hauptwerk "DAS KAPITAL" bis 1867 sträflich zu vernachlässigen, wenn nicht gar ganz zu verzichten.

Was Piketty dabie sträflich übersieht, ist, Karl Marx, war, anders als heutige Ökonomen, Historiker, Aktivist der Internationalen Arbeiterbewegung mit eigenen Archiven. Die von Amtswegen freien Archive in Paris, London mögen ihm gar suspekt gewesen sein.

An dieser Stelle versteigt sich Piketty n. m. E. gleichzeitig generalisierend zu der steilen These, der sozialdemokratische Weg in den weiterentwickelten Ländern Europas, sei per se ein Glücksfall für dieren Bevölkerung gewesen.

Es habe zwar eine kommunistische Revolution am Ende des Ersten Weltkrieges ab 1917 gegeben, aber an dem falschen Ort, nämlich in Russland, dem damals zaristisch heillos unterentwickelsten Land Europas.

Auch hier unterschlägt Piketty mit seiner "amerikanischen" Brille, dass der sozialdemokratische Weg weder den Hitlerismus in Deutschland, den Faschismus in Italien, Spanien, Argentinien, dessen erstes Opfer er war, geschweigen denn den Zweiten Weltkrieg mit 60 Millionen Toten, dessen Völkervernichtungskampagnen, Trümmrlandschaften allerorten in Europa, Asien noch den dann folgenden Kalten Krieg verhindern konnte.

Hier gerät Thomas Pikettys Glaube an die Wirkkraft, Wirkmächtigkeit von Datenerhebungen, einsehbar vorliegenden Datensätzen, mit Berufsblindheit geschlagen zur Selbstfesselung nach Art der Unanfechtbarkeitserklärung des Papstes

"ex cathedra"

im Jahr 1871, wenn er Karl Marx schulmeisterlich naseweis vorhält, ihm fehlten, mangels persönlicher Bereitschaft weitergehende Untersuchungen vorzunehmen, Vorstellungen, wie eine Gesellschaft, in der das private Kapitaleigentum abgeschaftt ist, politisch und ökonomisch organisiert sein könne.

Dabei übersieht Piketty n. m. E. einmal mehr, dass Marx n. m. E. als juristisch und historisch hochgebildeter Zeitgenosse mit hanseatisch anglophilen Wurzeln am Rhein, in der Stadt Trier, sehr wohl bewusst ist, dass privates Kapitaleigentum in Wirklichkeit nur eine damals bis heute modern empfunden euphemistische Umschreibung für etwas ganz anderes, was ganz unheilvoll Herkömmliches ist, nämlich das verliehene Lehnrecht aus der Hand des Hegemon, des Despoten, des Monarchen an standesgemäße Günstlinge, auch wenn deren Kreis sich mit der Industriellen Revolution inzwischen, über den Adel, den Klerus hinaus, auf das Bürgertum erstreckte, das nachwievor mit unabdinglich geltenden Vasallenrecht gekoppelt war, bei der imperialen Entdeckung und Eroberung der Neuen Welt, der Erfindung von neuen, patentrechtlich geschützten, Errungenschaften, genial imperial neue Possibilities zu entfalten.

* Siehe unten Anhang:
- Beispiel von mir für dieses Günstlings- und Lehnwesen auch in Fragen der Kreditvergabe an Kaiser, König, Fürsten. der Bankier, Hans de Witte , der deutsche Habsburger Kaiser Ferdinand II, Feldherr Albrecht von Wallenstein im Dreißigjährigen Krieg-

- Im Zentrum der Einführung, sprich Duldung privaten Kapitaleigentums durch Kaiser, König, säkulare, klerikale Fürsten, steht das Kreditwesen, das sowohl Gläubiger als auch Schuldner in einem hierarchisch geordneten Gewaltverhältnis, unter Anrufung des Heillands am Kreuze, beide gleichermaßen auf die Vasallentreue vergattert, um ein hochgerüstet gehebeltes Lehnwesen in die Welt zu setzen.

Nicht ganz "gleichermaßen". denn Kaiser, Papst, Kaiser, König, Fürst wissen sich sehr wohl, von Fall zu Fall, bei Gelegenheit ihrer Zahlungsunfähigkeit, Abwesenheit wg Pilgerreisen, Kreuzügen, Unpässlichkeit an Körper und Geist ihrer Zahlungsverpflichtungen zu entziehen.

Damit dass nicht über die Maßen zu häufig gechieht, verlegen sich Papst, Kaiser, König, Fürst darauf, ihren Groß- Gläubigern, wie das Bankhaus Fugger, Welser, Hans de Witte ein Angebot zu machen, das sie nicht ablehnen können.

Sie erhalten gegen Vorkasse befristet den Ablasshandel, das Münzregal ihres Reiches, Hoheitsgebietes zur Pacht und dürfen in der Gande der Obrigkeit sehen, wie sie das Geld, dass sie dem Papst, Kaiser, König, Fürsten geleihen, in dieser Zeit der Pacht, aus den Untertanen bei Hofe, in Land und Stadt durch Ablasshandel, Münzerverschlechterung, Teuerung, künstliche Knappheit der Nahrungsmittel, Gegenstände des täglichen Bedarfs bis aufs Blut mit Zinseszins herauspressen.

Da das im Römischen Reich Deutscher Nation, im United Kingdom, Spanien, Portugal, Niederlanden nach der gelungenen Befreiung vom Königreich Spanien, so wunderbar vonstatten geht, findet diese Art hoheitlich wundersame Geldschöpfung, Geldvermehrung über das Kreditwesen nach der Entdeckung Amerikas durch den Abenteurer und Seefahrer Columbus aus Genua im Namen des Spanischen Königs sogleich Anwendung in der Neuen Welt.

Mancher Seefahrer, der z. B. bei dem portugisischen Abenteurer Pizaaro auf einer Kogge angeheuert hatte, erlebt nach der Eroberung Perus, der Massaker an den Inkas auf der Suche nach Gold und Silber, sein Blaues Wunder, als er, zumindest seine Heuer, wenn nicht einen Anteil an der Beute verlangt.

Der Conquistadore Pizarro machte seinen mordenden, raubenden Mitstreitern klar, dass von ihm nichts zu holen sei. Ganz im Gegenteil, er sei mit seinen Schiffen, gebunkerter Nahrung, Bevorratung von Trinkwasser, Unterkunft, Ausrüstung mit Waffen für alle Mitfahrer finanziell in Vorleistung getreten.

Man schulde ihm Tribut und nicht er seinen Mitstreitern.

Fast hätten seine abenteuerlichen Mitstreiter, die nicht gerade "Blumenmädchen" waren, ihn wg. solcher Rede gelyncht.

Aber er, Pizarro, sei bereit, die aufgelaufenen Schulden der Mitreisenden zu stunden, wenn sie nur begriffen und danach handelten, dass sie keine Seefahrer, sondern Start Up Unternehmer seien, die in der Neuen Welt, in Peru und anderswo ein eigenes Reich, von ihm zum Lehn geliehen, nach ihrem selbstherrlicheen Gusto gründen und viel Vermögen, Gold und Silber aus der Population der Eingeborenen zu seinen und ihren Gunsten herauspressen können (Einschub von mir) -

Piketty räumt missionarisch kokett ein, Marx habe eine echte Frage gestellt, die sich bis heute unbeantwortet ihre aktuell Gültigkeit bewahrt hat, nämlich sein Prinzip von der

"Unbegrenzten Akkumulation" ,

das Piketty, recht verstanden, viel mit Wachstum zu tun hat, ohne Bevölkerungswachstum in den Schleudergang gerät.

Schrumpft die Population einer Gesellschaft, gerät das ohnehin ungleiche Verhältnis von privatem Kapitaleigentum und Volkseinkommen zwangsläufig auf den Weg zu wirklich asymmetrischen Ungleichheiten in der Verteilung von Vermögen in die Hände der Wenigen, zu Lasten der Vielen, im Extremfall zu 99 % da, zu 1 % hier.

Als Folge und Ergebnis droht n. m. E., was Piketty nicht erwähnt, die Entwicklung von Blubber- , sprich einer Blasenökonomie in Gesellschaften. die Gefahrenlagen von Vermögensinflation hier, Einkommensdeflation da, heraufbeschwören und ignorieren, wie das Wetter.

Dass diese aktuell drohenden Entwicklung im Yen- , Dollar- , Euroraum selbst von Piketty in seinem Buch ignoriert scheint, kommt mir so vor, als seien sich alle Experten einig, dass die Erde zwar keine Scheibe, also rund, aber eben doch eine Steueroasen- Insel der Seligen sei, mit dem gescheffelten Reichtum der Völker aus allen Teilen irdischen Universums, darüber als aufgeblasener Wasserkopf mit dem Charme einer erfrischend, Regen spendenden, Wolke 7.

S. 25
Piketty hält der Wirtschaftswissenschaften, unter Nennung David Ricardos, Karl Marx bis zu Simon Kusnets im 20. Jahrhundert, vor, sie pflegten Vorlieben für apokalyptische Prognosen hinsichtlich der weltwirtschaftlichen Entwicklung.

Hat Piketty immer noch, oder schon wieder, seine amerikanische Brille aufgesetzt?, wenn er sich, wie im Auge des Orkans von Weltkriegen, kalten, heissen Kriegen, humanitären Katasptrophen in der jüngeren Geschichte seit 1618- über 1914. 1918, 1939- 145, 1948- 1989/91 bis heute, ohne absehbares Ende, aktuell brisant auf drei Kontinenten aufbrechend bewaffneten Konflikten, hinstellt, sich versonnen die Augen reibt und verwundert erklärt, ich verstehe gar nicht, alle Experten reden von Orkan, hier ist doch gar nichts los, von Wind keine Spur?

Soweit so gut oder nicht so gut für Heute gelesen und gedeutet.

JP

Anhang:
* - Hans de Witte streckt den größten Teil der vom Kaiser Ferdinand II geforderten Pachtsumme in Höhe von 6 Millionen Gulden für das einjährige Nutzungsrecht des Münzregals vor.

Damit ergeht an de Witte und Co in den Königreichen Böhmen, Mähren, Österreich für ein Jahr das Privileg der Münzausgabe nach seinem Gusto, wenn er dem mittellosen Kaiser Ferdinand II in Wien die Vorauszahlung von 6 Millionen Gulden hinterlegt. Was de Witte tut

Hans de Witte verringert den Edelmetallwert der neu ausgegebenen Münzen in den Königreichen Böhmen, Mähren, Österreich und löst, mit ungeheuerem Gewinn für ihn selber und seine Kompanions, landesweit eine unsägliche Teuerung mit Lebensmittelknappheit, Hunger, Elend, Krankheit, frühen Tod unter der Land- und Stadtbevölkerung aus

Gleichzeitig finanziert der Bankier Hans de Witte im Dreißigjährigen Krieg (1618- 1648) nicht nur Albrecht von Wallensteins Lager, sondern auch dessen Leben, aufwendige Hofhaltung in Saus und Braus da selbst durch großzügige Vergabe von nicht besicherten Krediten, weil der mittellose Deutsche Kaiser Ferdinand II in Wien seinen Feldherrn Wallenstein und dessen Feldzüge nicht mehr zu finanzieren wusste.

Das ging solange gut, solange Wallenstein, Landschaften, Städte in Europas deutschen Landen, plündernd, mordierend zu erobern vermochte, diesen Kontributionen abverlangte, um de Witte wenigsten Teile seiner Schulden, samt Zinseszins, zurückzuzahlen und sei es durch Naturaldividenden, wie vom Halm geraubtes Getreide, Äcker, Wälder, Wiesen, Schlösser, Seen.

Schwierig wurde es, als die Hansestadt Wismar, nach wiederholter Besetzung und Ausplünderung durch Wallensteins Truppen, dermaßen an Zahl ihrer Bürger dezimiert, an Vermögen beraubt war, dass da nichts, aber auch gar nichts mehr, trotz erneuter Erroberung, zu holen war.

1630 entließ Kaiser Ferdinand II im Habsburgischen Wien Wallenstein als Feldherrn -
.
Im Zentrum der Einführung, sprich Duldung privaten Kapitaleigentums durch Kaiser, König, säkulare, klerikale Fürsten, steht das Kreditwesen, das sowohl Gläubiger als auch Schuldner in einem hierarchisch geordneten Gewaltverhältnis, unter Anrufung des Heillands am Kreuze, beide gleichermaßen auf die Vasallentreue vergattert, um ein hochgerüstet gehebeltes Lehnwesen in die Welt zu setzen.

Nicht ganz gleichermaßen. denn Kaiser, Papst, Kaiser, König, Fürst wissen sich sehr wohl, von Fall zu Fall, bei Gelegenheit ihrer Zahlungsunfähigkeit, Abwesenheit wg Pilgerreisen, Kreuzügen, Unpässlichkeit an Körper und Geist ihrer Zahlungsverpflichtungen zu entziehen.

Damit dass nicht über die Maßen zu häufig gechieht, verlegen sich Papst, Kaiser, König, Fürst darauf, ihren Groß- Gläubigern, wie das Bankhaus Fugger, Welser, Hans de Witte ein Angebot zu machen, das sie nicht ablehnen können.

Sie erhalten gegen Vorkasse befristet den Ablasshandel, das Münzregel ihres Reiches, Hoheitsgebietes zur Pacht und dürfen in der Gande der Obrigkeit sehen, wie sie das Geld, dass sie dem Papst, Kaiser, König, Fürsten geleihen, in dieser Zeit der Pacht, aus den Untertanen bei Hofe, in Land und Stadt durch Ablasshandel, Münzerverschlechterung, Teuerung, künstliche Knappheit der Nahrungsmittel, Gegenstände des täglichen Bedarfs bis aufs Blut mit Zinseszins herauspressen.

Da das im Römischen Reich Deutscher Nation, im United Kingdom, Spanien, Portugal so wunderbar vonstatten geht, findet diese Art hoheitlich wundersame Geldschöpfung, Geldvermehrung über das Kreditwesen nach der Entdeckung Amerikas durch den Abenteurer und Seefahrer Columbus aus Genua im Namen des Spanischen Königs sogleich Anwendung in der Neuen Welt.

Mancher Seefahrer, der z. B. bei dem portugisischen Abenteurer Pizaaro auf einer Kogge angeheuert hatte, erlebt nach der Eroberung Perus, der Massaker an den Inkas auf der Suche nach Gold und Silber, sein Blaues Wunder, als er zumindest seine Heuer, wenn nicht einen Anteil an der Beute verlangt.

Der Conquistadore Pizarro machte seinen Mitstreitiern klar, dass von ihm nicht zu holen sei. Ganz im Gegenteil, er sei mit seinen Schiffen, gebunkerter Nahrung, Bevorratung von Trinkwasser, Unterkunft, Ausrüstung mit Waffen finanziell in Vorleistung getreten.

Man schulde ihm Tribut und nicht er seinen Mitstreitern.

Fast hätten seine abenteuerlichen Mitstreiter, die nicht gerade "Blumenmädchen" waren, ihn wg. solcher Rede gelyncht.

Aber er, Pizarro, sei bereit, die aufgelaufenen Schulden der Mitreisenden zu stunden, wenn sie nur begriffen und danach handelten, dass sie keine Seefahrer, sondern Start Up Unternehmer seien, die in der Neuen Welt, in Peru und anderswo ein eigenes Reich, von ihm zum Lehn geliehen, nach ihrem selbstherrlicheen Gusto gründen und viel Vermögen, Gold und Silber aus der Population der Eingeborenen zu seinen und ihren Gunsten herauspressen können.

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/tod-eines-bankiers

JOACHIM PETRICK 07.05.2014 | 02:06 7
Tod eines Bankiers
Kapitalismus Nicht staatliche Schuldner, sondern private Gläubiger der Staaten werden in den hoheitlichen Stand versetzt, ganze Populationen über Münzverschlechterung, Teuerung, Sozialabbau, Steuern auszuplündern

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/vermoegensinflation-vs-einkommensdeflation

JOACHIM PETRICK 16.10.2014 | 15:04 14 12
Vermögensinflation vs. Einkommensdeflation
Thomas Piketty Gefährdet nicht datenerfasstes Vermögen den Weltfrieden? Liegt auf solcher Art vagabundierendem Vermögn kein volkswirtschaftlicher noch makroökonomischer Segen?

00:11 18.10.2014
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

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