Udo Lindenberg, die "Live-Kult- Satire" auf die Rocker Narziss Szene

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Udo Lindenberg, die "Live- Kult- Satire" auf die Rocker Narziss Szene

Udo Lindenberg, der Rocker der Mamas & Papas, bevor ise wissen, dass sie es sind


Stressfrei lehrt "Klein Udo" Lindenberg den Panik- Rock mit und ohne Stock

Was allerdings schnell beim Geschrei im Getümmel des "Für & Wider" über den Rocker Lümmel "Klein Udo" verloren geht, ist, dass Udo Lindenberg schon immer der Deutsch- Rocker für die Mamas, Papas war, als die noch nicht einmal ahnten, dass sie Mamas, Papas werden könnten, gar sind.

Geht verloren, dass Udo Lindenbergs Panik Rocker Attitüde Musik schon immer eine tönend musikalisch als Slow- Rock "am Stock" getanzt, mit Text bebilderte, Real- Satire auf die ganze, im Üben des Hüben & Drüben, schusselig & dusselig von sich selber bekiffte, Rock-, Pop-, Soul-, Punk- , Musik- Szene war und geblieben ist.

"Die Stage Entertainment, Produzent von „Hinterm Horizont“, ist ein holländischer Medien- und Theaterkonzern, ein gewaltiger internationaler Bühnenhomunculus mit ertragreicher Immobiliensparte, zusammengezimmert mit den Milliarden Joop van den Endes („Endemol“), der sich damit nach dem blutigen und anstrengenden Beute-Machen im TV-Geschäft auf seine alten Tage einen Kindertraum erfüllte und sich diese, seine riesige Theaterpuppenstube „in echt“ zulegte."

Dieser Hinweis des Bloggers mcmc im Udo Lindenberg Artikel von Jörg Augsburg (s. u.) stimmt mich allerdings in ganz anderer Weise kritisch gegenüber der Art, wie sich Udo Lindenberg im "Hier & Jetzt" selber zu Markte trägt.

"Udo war schon in den Achtzigern nach Maßstäben von relevanter Popkultur und sogar nach Ost-Maßstab ein "alter Sack". meint Jörg Augsburg in seinem Freitag Blog:
www.freitag.de/kultur/1102-hammer-sichel-lindenberg

Ton und Text | 18.01.2011 16:35 | Jörg Augsburg
Hammer, Sichel, Lindenberg

Da sage ich nur:
Sie haben es, lieber Jörg Augsburg, gepackt und doch nicht erfasst, wie ich lange auch nicht.
Udo Lindenberg kam nackkriegsbedingt als alter Sack auf die Welt, um den Omas, Opas, Papas, Mamas, kriegverstörten Brüdern, Schwestern, Tanten, Onkels hüben und drüben panikfrei niedrigschwelliges Rocken zu lehren, So wie Udo Lindenberg rockt, kann man auch noch mit Gehhilfe oder am Stock mit neunig rocken.
Das ist Udos umwerfend schlicht ergreifende Message, und sonst gar nichts!, oder?

Jörg Augsburg schreibt in seinem Blog weiter:

"Worum es u. a. geht ist, dass die Rolle eines Lindenberg eben nicht einfach so die des aufrechten Linken ist, sondern – so kompliziert das eben war – er durchaus objektiv auf der falschen Seite stand. Und dass dies nicht reflektiert wird. Im Gegenteil."

Mit Verlaub Jörg Augsburg,
das liest sich "pfaffen geil & piffig", wie das
"Daumen runter"
Ergebnis Lotteriespiel eines Fliegend Nacheilenden, mit Kollektiv- Standgerichtsqualitäten ideologisch hochgerüsteten, Kader- Rekrutierungsbüro der SED/FDJ/FDGB in eigens verwüstet kulturellen Angelegenheiten mit folgendem Wortlaut aus dem Munde eines hirnig hochrangigen Führungsoffiziers:
"Genosse Udo Lindenberg!
"Wir haben im Kultur Kollektiv Ausschuss nach allseitigen Wort Kollekten im Für und Wider Deiner Kaderakte einstimming einhellig beschlossen:
"Du nicht",
Talent reicht nicht, es kommt auf das richtige Koordinatensystem an. Du hast, Genosse Udo Lindenberg, wenn überhaupt eines, das Falsche Koordinatensystem.
Trotzdem und gerade deshalb viel Glück im Sozialen Dschungel da draussen im frankophil Wilden Angloamerikanischen Westen von Berlin, außerhalb der Wärme der Partei, des Rest atemspendenden Miefs der blühenden Landschaft unseres wackeren Kultur- Kollektivs auf dem unermüdlichen Wege zum real- existierenden Komunismus auf deutschem Grund & Boden in der DDR!"

Zum Schluss zum Stuss die Frage:

"objektiv auf der falschen Seite"

Was ist das, die falsche Seite?, wenn ja, welche?

Jörg Augsburg flackert, s. o. ), gar nicht erheiternd, weiter krakeelend, vergiftet "Milde Silben":

"Worum es u. a. geht ist, dass die Rolle eines Lindenberg eben nicht einfach so die des aufrechten Linken ist, sondern – so kompliziert das eben war – er durchaus objektiv auf der falschen Seite stand. Und dass dies nicht reflektiert wird. Im Gegenteil."

Das hat real- existierende Loriot Qualitäten:

"Und überhaupt,
das muss hier einmal in aller Deutlichkeit
und im übrigen gesagt werden können.
Das wäre ja noch schöner.
Ganz Im Gegenteil.
Sie verstehen, was ich meinen soll, aber nicht meine
HA HA HA,
Das hätten Sie wohl gern hier im Hause
Mit mir nicht
wenn ich mir hier ..
Ja Sie da hinten, lassen Sie diese dissonanten Zwischentöne
Sie da vorne auch,
den Mund verbieten lasse ich mir von Ihnen nicht.
Wenn ich nun endlich einmal die Normative Kraft des Faktischen
die hier nicht unerwähnt bleiben darf
an der Freiheitsglocke hängt doch alles
Bim Bam Bumm
Damit ist alles gesagt.
Wenn das Herr Lindenberg oder wie hieß der Herr noch gleich, um den es hier angeblich, gegen meinen ausdrücklich hinterlegten Willen, geht?
Meine Damen und Herren.
Danke für Ihre ununterbrochen ungeteilte Aufmerksamkeit.

Zur heiteren Einstimmung ein Zitat:

"Ein Schlager von Rang ist mehr als 500 Seiten Kulturkritik."
(schrieb Gottfried Benn 1950 )

Jetzt weiss ich wieder, was mir entfallen, was mich ab 1965 mit einigen Anflügen des Gifts der Scham umwölkte, Schlager für meine jüngere Schwester, meine Großmutter Emma in Hamburg, Großtante Dora in Mecklenburg/DDR singen oder auf der Mundharmonika spielen ließ, weil ich verunsichert, diese robuste Art der Präsenz von Gegenwart in Schlagern, Texten, Melodien, Harmonien, angesichts unseres geteilten Landes, angesichts unserer jüngsten Geschichte, des Missbrauchs der Schlagerindustrie in der NS- Zeit für kriegspsycholgische Zwecke, der aufbrechenden Unruhen an den Schulen, Hochschulen, Literatur, Theatern peinlich fand und doch nicht lassen wollte.

Immer war ein wenig das Gift der Scham dabei, wenn es mich zu Schlager- Gesang und Spiel an stillen Orten zog, z. B. als Hamburger vom Hüben zu Besuch im Drüben der DDR.

Was den Schlager betrifft, war für mich unser geteiltes Land (1949- 89) letzlich meine Überlebens- Strategie- Rettung Lass dich hinter der Mauer wie ein Sack voller Schlager- Gesang fallen, bis die Korken der Einheit der 68er, hüben & drüben, knallen!
Dann kam endlich nicht Kurt, sondern Udo Lindenberg, den dunklen Faden zum deutschen Schlager, verquer voller locker panisch verocktem
"Erich währt am längsten Ehr" ,
mit seinem "Take it easy Baby" Panik- Song "Sonderzug nach Pankow" zündend wie eine Dynamitzündschnur, unverwüstlich erhellend aufzugreifen.

Das war zwar spät gerockt, aber auch gut so.
Heute ahne ich, dass gerade der Schlager immer, im Sinne von Gottfried Benn, als "Überlebender" im Rock wie Swing auftritt, vom Überleben zu künden.

"Mama, Papa, Schwester, Bruder, Oma, Opa, Onkel, Tante, ich bin da! Ihr auch? , eben auch als "Überlebender" der NS- Zeit, der Verbrechens- Zeit, der Zeiten der Teilung Europas im deutschen Namen.

So, wie manche schlecht mit Wasser versorgten Stiefmütterchen- Blümchen, binnen Stunden unverwüstlich neu erblühen, wenn sie Wasser erhalten, so erblühen unverwüstlich Ideen zu Schlagern, selbst in schlechten, in verwüsteten Zeiten, warum nicht dann in besseren Zeiten als Gassenhauer, den Menschen Gesang gegeben, als Futter zu dienen, in wohliger Betriebstemperatur mit anderen menschen stimmenreich zu verweilen!..

Jetzt verstehe ich mich darauf, den Schlager wie Unkraut Edel- , Heilkraut gleich auf Augenhöhe, Gehörgangstiefe zu achten.
Schlager vergehen nicht, Unkraut vergeht auch nicht.
Künden beide doch vom unverwüstlichen Überleben? Überleben wollen?

Vielleicht war uns 68ern, als Kriegs- und Nachkriegskindern, im erfahrenen Verlust bedingungsloser Liebe von Vätern, Müttern durch deren mentale wie reale Abwesenheit, Überforderung, die Quelle verschlossen, solcher Gefühle, wie des unverwüstlichen Überleben Könnens und Wollens, versichert zu sein.

Ganz abgesehen davon, dass uns 68ern als Heranwachsende mit wachem Sinn, die jüngste deutsche Geschichte die Message frei Haus bot, dass jedem Überleben, besonders als Deutscher, der Ruch von nachgetragener Komplizenschaft anhaftete?

Da verbot sich der Schlager im Geschwind- Gedankengang hinterfragt als Ausbund an Überlebenswillens und -könnens schlechthin?
Was für ein Irrtum, ist der Schlager als Gassenhauer doch der wahre volksnahe Rettungsring!?

Gerade hat Udo Lindenberg ein Mauer- Musical in Berlin auf die musikalischen Bretter gehoben.

Das nehme ich als Anlass, den abgebrochenen Dialog mit ihnen, den ausgewilderten 68ern, den Kriegskindern meiner Generation, zu der Udo Lindenberg gehört, wieder aufzunehmen.

Vielleicht haben wir im Für und Wider der so genannten 68er- Bewegung, jeder auf seine Weise, leise hier, laut da, erwas zugelernt.

Die Jugend in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg, war insbesondere in Deutschland mit Beginn des Kalten Krieges, des Berliner Mauerbaus, zwar geographisch geteilt, aber im Gefühl für Rock- Musik, wie niemals zuvor geeint...

Genau das drückt Udo Lindenberg als bekennender Enkel des verstorbenen Publizisten und NWDR Radio Moderatoren Axel Eggebrecht (* 10. Januar 1899 in Leipzig; † 14. Juli 1991 in Hamburg) seit Jahrzehnten mit seiner Art

"Sing weg die Mauer, Sing weg die Teilungen allerorten in unserer Einen Welt"

Rock- Musik, samt Panik Orchester, n. m. E. aus.

JP

siehe:

de.wikipedia.org/wiki/Udo_Lindenberg

de.wikipedia.org/wiki/Axel_Eggebrecht

de.wikipedia.org/wiki/Gottfried_Benn

17:05 20.01.2011
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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