US- Recht auf Klage gegen Gott und alle Welt!

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US- Recht auf Klage gegen Gott und alle Welt! Zum Gründungsmythos der Amerikaner/innen gehört als Gesellschaftsentwurf für den ganzen Erdkreis, dass sie seit 1787, der Proklamation der USA als unabhängiger Staat, gegen Gott und alle Welt bei jedem nordamerikanischen Bezirksgericht klagen können. Das gilt bis heute, siehe Sammel- Klagen von Opfern der Zwangsarbeit im Deutschen Reich während des Zweiten Weltkrieges in den späten neunziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Neben ernsthaften Anlässen, gibt es auch kuriose Anlässe zum Klagen, wie der folgende Klage Fall belegt. Ernie Chambers, ein Mann robusten Humors, Senator im US-Bundesstaat Nebraska hat 2007 eine Klage gegen Gott vor dem Bezirksgericht eingereicht. Das Gericht sollte Gott durch eine einstweilige Verfügung untersagen, schädliche Handlungen zu begehen und Terrordrohungen zu äußern. Erst einmal hat Gott Zeit gewonnen, da das Gericht die Klage abgewiesen, weil es für Gott nicht zuständig sei. Der Senator aus Nebraska ging mit seiner Strafanzeige gegen Gott wegen schwerer Terrordrohungen in die nächste Instanz. Jetzt hat das zuständige Gericht die Klage als unzulässig verworfen, weil der Angeklagte Gott keine Adresse hat.

Philosophisch steht hier zur Hauptsache die Frage:

"Behaupten die Kirchen der Welt, voran ihre Gelehrten, Theologen wider besseres Wissen, Gott sei allgegenwärtig, auch wenn er abwesend, deshalb ohne zustell bare Adresse unauffindbar scheint?

Der Mensch unterscheide sich gerade gegenüber Gott durch eine zustell bare Adresse, um Kirchengroschen einzutreiben?

Sind also jene Menschen, die obdachlos wie Gott von göttlicher Natur?

Sind Theisten wie Atheisten Gott gegenüber Asylverweigerer, wobei die Theisten gelehrig den Anschein der Asylverweigerung gegenüber Gott aufrechterhalten?, obgleich sie Häuser, Kirchen, Tempel, Pagoden, Moscheen, Synagogen, Dome, Münster, Pyramiden als Asyl für Gott errichten?

Liegen hier die Wurzeln des bis heute als Rechtskonstrukt bestehenden Kirchenasyls für Namenlose, wie Gott?

Oder gibt es einen ganz anderen Grund, warum Theisten die zustell bare Adresse Gottes nicht herausgeben? Waren wir Menschen von Anbeginn der Schöpfung von göttlicher Natur, konnten wir, wie Gott allgegenwärtig von fernen, nahen Gestirnen kommend, auf Erden ein und ausreisen?, War die Vertreibung des Menschen aus dem Paradies, das Ende seiner universal gottgleichen Mobilität?, durch die Festlegung des Menschen- auf seine Adresse auf Erden?

Zeugt die philosophische Aussage "ich denke, also bin ich" von der allgegenwärtig adressenlosen Präsenz des Menschen im Universum?, um keine Klagen, Ehrungen wie Lobpreisungen entgegen zu nehmen?, sondern sich an die Gebote der Philosophie zu halten?

Der Rechtsstaat aber verlangt nach zustell baren Adressen, erträgt aber gleichzeitig die Obdachlosigkeit vieler Menschen, gar Gottes und der adressenlosen EU- Wirtschaftsregierung, wenn es ihn und diese denn gibt? Ist für den Rechtsstaat gar erst der Mensch eine Rechtsperson, der eine zustell bare Adresse hat?, nach dem Motto, wer nicht verklagt werden kann, kann auch nicht klagen?

Sind die Kirchen, voran der Papst in Rom als Stellvertreter Gottes auf Erden Anwälte Gottes, die seine zustell bare Adresse vielsagend, gelehrig unter Verschlusses haltend verschweigen, um Gott vor Klagen bei ordentlichen Gerichten zu schützen?, oder sind die Kirchen Treuhänder Gottes, weil ihnen Rechte nichts sagen, wo sie mit Geboten nicht sparen?

Geht es den Kirchen auf Kaltem Wege um die Anonymisierung Gottes, auch wenn sie täglich in Gebeten, Gesängen, Taufen, Abendmahlen, Sphärenklängen seine Namen adressenlos zum Himmel weisend im Munde führen?

War die Inquisition ein gescheiteter wie abgebrochene Versuch der Katholischen Kirche, durch eine Gerichtsbarkeit in Gottes Angelegenheiten eine zustell bare Adresse für Gott einzurichten, die Gläubige in den Stand versetzt, in geordneten Bahnen, Klagen gegen Gott in der Welt zu führen, statt den Gläubigen das Klagen und Rufen nach alternativem Glauben auszutreiben?

JP

20:23 07.03.2010
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Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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