Verteidigungsminister zu Guttenberg schwört Oberst K. Nibelungentreue

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Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg schwört im Deutschen Bundestag Oberst Klein am Hindukusch Nibelungentreue

Bundesverteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg schwört heute am 03.Dezember 2009 im Fall des Oberst Klein der Bundeswehr in Afghanistan unverbrüchliche Nibelungentreue in Amt & Würden.

Bundesverteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg gibt gebeugt vom Blatt ablesend im Deutschen Bundestag folgende Erklärung ab:

„Nach Kenntnis auch all der Unterlagen, die mir bei meinem Amtsantritt als Minister der Verteidigung vorenthalten wurden, kann ich nicht anders als eine neue Bewertung des Bombeneinsatzes in Afghanistan auf Befehl des Obersten Klein vorzunehmen und festzustellen, dieser befohlene militärische Einsatz war nach allen mir nun vorliegenden Kenntnissen unangemessen.

Oberst Klein sah sich und seine Truppe der Bundeswehr mit einer Kriegslage konfrontiert und musste handeln.
Deshalb lasse ich Oberst Klein nicht fallen. Alles andere wäre ungehörig.“

Scheinbar nun in Nibelungentreue mit der Bundeswehr in Afghanistan und insbesondere auf der Harthöhe unverbrüchlich, in Treue verbunden, lässt Bundesverteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg sich doch noch ein kleines Hintertürchen offen, indem er dem Oberst Klein öffentlich jenen „Judas Kuss“ verpasst, der da lautet:
„Deshalb lasse ich Oberst Klein nicht fallen“.

Ein Judas Kuss des Bundesverteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg in Serie, wie es diese in zweitausend Jahren lange nicht mehr gab.
So hatte doch Bundesverteidigungsminister Karl Theodor, Tage vorher, seinen Staatsekretär und Generalinspekteur ebenfalls öffentlich mit einem Judas Kuss, maskiert unter dem Zauberbegriff “Vorläufiger Ruhestand“ zielgenau ereilt.

Warum?,
weil, wie bereits viele wissen und noch mehr ahnen, Bundesverteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg einer jener schneidigen Typen ist, die so sehr an ihrer maßgeschneiderten Meinung „Auf keinen Fall von der Stange darf es sein“,
hängen, dass sie mit dieser maßgeschneiderten Meinung auch, wie selbstverständlich, öffentlich demonstrativ, Baden gehen, wie gerade heute im Deutschen Bundestag geschehen.

Oberst Klein hat sich, in voller Kenntnis, dass die Bundeswehr in Afghanistan als Parlamentsarmee ein Mandat hat, das Kampfeinsätze nicht vorsieht, in den Anfangsverdacht gesetzt, das Grundgesetz samt Beschlusslage des Deutschen Bundestages bewusst zu missachten.

Es wird also, neben einer strafrechtlichen wie völkerrechtlichen, auch um eine militärstrategische wie machtpolitische Bewertung gehen, ob die Bundeswehr sich weiter als Parlamentsarmee begreift, an Beschlusslagen des Bundestages gebunden fühlt, oder eine unkalkulierbare Eigendynamik ihres Offiziers- Korps bei Auslandseinsätzen entfaltet?

Dass der Minister der Verteidigung Karl- Theodor zu Guttenberg über die Köpfe der Parlamentarier/innen, anwesende Offiziere der Bundeswehr in den Besucherrängen des Deutschen Bundestages direkt zurufend anspricht, halte ich für einen unerhört stillos wie Adrenalin ferngesteuert respektlosen Akt gegenüber unserem Verfassungsorgan, den Deutschen Bundestag.

Diese Art Medien präsente Durchstecherei und Hofart nach Gutsherrenart eines Ministers der Verteidigung Karl- Theodor zu Guttenberg halte ich für einen heillosen Rückfall in vor-demokratisch, Adrenalin über- dosierte Verhaltensmuster.

Was werden da erst für Bundesverteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg Bäder in der Menge verheißen?

JP

Anhang:

Dazu siehe auch:

maybritillner.zdf.de/ZDFforum/foren/sendungen/frontal21/F4579/msg2350514.php
Gegen Spekulationen helfen Fakten.

20.00 Uhr Ein afghanischer Informant meldet dem Bundeswehr-Camp in Kunduz die Entführung zweier Tanklaster
21.14 Uhr Auf Anforderung des deutschen Camps trifft ein B1-Bomber über der Region Kunduz ein
0.00 Uhr Er lokalisiert die beiden Trucks auf einer Sandbank und sendet die ersten Schwarz-Weiß-Videobilder an die Kommandozentrale im deutschen Camp. Dort sitzen der Chef des Lagers, Oberst Georg Klein, und Oberfeldwebel W. ("Roter Baron").
0.50 Uhr Aus dem deutschen Camp fragt "Roter Baron" erneut bei der Nato-Luftzentrale nach Luftunterstützung an. Von dort wird zurückgefunkt, dass eine direkte Feindberührung Voraussetzung für den Einsatz eines Kampfflugzeugs über Kunduz sei. Der deutsche Oberfeldwebel erklärt daraufhin per Funk, es bestehe Feindkontakt, im Nato-Jargon "troops in contact" oder TIC genannt, obwohl sich gar keine Nato-Soldaten oder afghanische Kräfte in der Nähe der beiden Tanker befinden.
1.08 Uhr Zwei F-15-Jagdbomber treffen über der Region ein. Sie liefern wieder Live-Bilder. Einer der Piloten meldet: keine "friendly forces", also deutsche oder afghanische Truppen in der Nähe der Trucks. Nahe den Tankern sieht der Pilot rund 50 Aufständische, so seine Meldung. Der deutsche Oberfeldwebel bittet die US-Piloten, sechs Bomben fertig zu machen und in möglichst hoher Höhe über dem Tatort zu kreisen.
1.30 Uhr "Roter Baron" gibt Einsatzdetails zum Bombenabwurf weiter, erwähnt ausdrücklich, dass die Zeit dränge und keine alliierten Kräfte in der Nähe seien.
1.33 Uhr Einer der F-15-Piloten bittet das deutsche Feldlager um weitere Aufklärung des Tatorts. "Red Baron" hingegen gibt an die Piloten den eindeutigen Befehl des deutschen Oberst Georg Klein zum Abwurf von Bomben weiter. Sie sollen direkt auf die Sandbank gezielt werden.
1.36 Uhr Der Pilot fragt per Funk an, ob er eine Schleife in niedriger Höhe über die Tanker fliegen soll, um "die Personen auseinander zu scheuchen". "Roter Baron" lehnt dies ab.
1.46 Uhr Der Pilot fragt per Funk, ob die Personen um die Tanker eine "unmittelbare Bedrohung" darstellen. Der Zustand des "imminent threat" ist die Voraussetzung für einen Bombenabwurf durch die Nato. Obwohl zu diesem Zeitpunkt weder Nato-Soldaten in der Nähe der Tanker sind und diese fast 15 Kilometer vom deutschen Camp entfernt feststecken, bestätigt "Roter Baron" die Anfrage und legitimiert damit den Angriff.
1.50 Uhr Zwei Bomben vom Typ GBU-38 werden abgeworfen.

23:36 09.12.2009
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Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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