Wird in den Köpfen von Merkel, Westerwelle nun alles „links“?

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Wird in den Köpfen von Angela Merkel, Guido Westerwelle nun alles „links“?
Vielerorts, von faz bis taz, gewinnen Bundestagswahlanalysen 2009, dem Boulevard der Empörungskultur verpflichtet, einen beachtlichen Unterhaltungswert, weil diese Analysen frohlockend im Wagnis ihrer Prognose „alles wird links wie „Alles Müller, oder was “ das Abenteuer in den politischen Irrtum wagen.

Selbstverständlich wird jetzt „alles links“, aber anders als der linksliberale Boulevard denkt, nämlich in Wahrheit dort, wo es alle zuletzt vermutet, nämlich in Kreisen der schwarzgelben Koalition, voran in den Köpfen von Angela Merkel, Guido Westerwelle.

Das Zeitfenster einer rotrotgrünen Koalition wurde 2009 vertan und kehrt,. mit Herbert Wehner in memoriam gesprochen, in 12 bis 16 Jahren erst zurück.

Die so genannten Volksparteien, wie SPD, CDU/CSU kennen keine Selbstmörder/innen, wie es Jakob Augstein in seiner Bundestagswahlanalyse im Freitag „Die Selbstmörder von der SPD“
( www.freitag.de/politik/0939-merkel-steinmeier-muentefering-wahl-spd-kommentar-augstein ) nahe legt, kennen keine Verlierer, sondern nur dreist durchstechend auftretende Politiker/innen vom Schlage der Münte Double Bind Blind Stones „Steinbrück & Steinmeier“, gecoacht von Botschaftern/innen der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) wie Klaus von Dohnanyi, der den gemeinsamen Nenner der SPD, unverhohlen frech auf das niedliche Niveau von „richtiger und falscher“ Politik herunter dohnanyiert.

Herbert Wehner würde Klaus von Dohnanyi heute berechtigt als geifernder Opa, wie nie, brüllend im Deutschen Bundestag zurufen:

“Mein Herr, Ja!; Sie da vorn am Rednerpult, wie war doch gleich Ihr Name?:
“Hören Sie auf zu dohnanyieren“.

Das niedliche Niveau des gemeinsamen Nenners in der SPD hat den Gewinn, dass am Ende Niemand für das Finassieren, Versagen der SPD als Volkspartei verantwortlich ist, sondern von der Selbst- Empörungskultur aufs Schild gehoben, berechtigt, wie einst Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel mit seinem Schlusswort vor dem Nürnberger Tribunal 1947 unberechtigt, rufen können:
“Meine Schuld ist, ich habe mit vielen in vielem geirrt“. “Meine Politik war richtig, nur der Zeitpunkt war falsch! Das finde ich geschichtslos empörend auf meinem Weg eine Sprosse höher auf meiner Karriereleiter“.

Hat die SPD sich nicht mit ihrem niedlich dohnanyiert kleinen gemeinsamen Nenner “richtiger & falscher“, statt „linker & rechter“ Politik von dem allgemeinen Phänomen, Trecks für den Boulevard der wechselhaft wählerischen Empörungskultur aus der formierten Medien und Parteien Landschaft zusammen zu stellen, durchaus Auflagen- , Quoten stützend, vor den Karren spannen lassen?

Ist die SPD doch als Medien- und Immobilien Konzern, sui Generis, nur übertroffen vom Vatikan, mehr an der Austreibung ihrer Mitglieder/innen interessiert, als an deren Sammlung, um mit dem beachtlichen „Rest- Vermögen“ aus 146 Jahren Beitragaufkommen ihrer zahlenden Mitglieder/innen privatim beerbt, an der Erbschaftssteuer vorbei, in aller Welt stiften zu gehen.

Ist nicht der heillose Wahn mit der herunter gedimmten, herunter gesimmelten Meinungsbildungspolitik in der gesellschaftlich breiten Fläche zur „alternativlosen“ Willensbildung in der Politik von Spitzen- Gremien, -Ausschüssen, - Expertokraten Räten , ohne „Wenn und Aber“ durch die Entdeckung der Meinungsspirale von Elisabeth Noelle- Neumann des Allensbacher Instituts für Demoskopie mit angeschlossenen Medien und Parteien angetrieben worden?

Diese Meinungsspirale besagt, es gilt nicht mehr in der Politik der Parteien, Verbände, Gewerkschaften, Kirchen, Stiftungen auf breite ausgerichtete Debatten zu setzen, sondern auf Leuchttürme der veröffentlichten Meinungen des verheißungsvoll provokativen Ja wie des ebenso empörend provokativen Nein.
Wobei in der Folge eines über Jahre bestehenden Nein wie Ja mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen ist, dass aus jedem Nein wie Ja, gleich wie viele Irrtümer diese nähren, ein Ja bzw. ein Nein erfolgt.

Insofern gibt es parteipolitisch längst keine wirklichen Sieger noch Verlierer mehr, siehe die deutsche, die europäische Teilung 1948/49, der Berliner Mauerbau vom 13. August 1961, siehe der Berliner Mauerfall vom 09.- November 1989, sondern nach Elisabeth Noelle Neumann nur noch demoskopisch rekrutierte Akteure/innen in Parteien, Medien, Gewerkschaften, Verbänden, Kirchen, Stiftungen, egal, ob links, ob rechts, die an den „Wundern“ der Meinungsspirale vom Ja zum Nein, vom Nein zum Ja, aktiv wie passiv unentrinnbar mitwirken, um danach, als hoch dekoriert Hochdotierte, per nacheilendem Dankeschön in die Wirtschaft zu gehen.

Wir stehen, gleich einer messianischen Guillotine medial gedankengeschärft am Abgrund, während andere Menschen täglich in den Abgrund fallen!?

Wir werden täglich als Verantwortungsgemeinschaft anzweifelbarer, während die SPD als anzweifelbare Partei, wie keine Partei vor ihr, uns den Gesang der Demokratie des „Trotz den Zweifeln“ auf Kosten Dritter in der Welt einzutrichtern trachtet?

Demnächst wird das gesamte SPD Programm an einem Diensttag durch die EU, die WTO, die Weltbank, den IWF vollstreckt und die SPD hat kein neues Programm parat wie beim Berliner Mauerfall am 09.November 1989.
Was dann?

JP

22:11 03.10.2009
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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