Wird Willy Brandt posthum als Person und Politiker demontiert?

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Wird Willy Brandt posthum als Person und Politiker demontiert?

Droht die posthume Demontage der Person und des Politikers Willy Brandt (1913- 1992) ?

Willy Brandt oder die "Demontage" eines Idols im psychoanalytischen Impetus?

Wurde Willy Brandt über die dokumentarische Rückschau im MDR
"Der Kniefalldes Kanzlers"
Film von Sebastian Dehnhardt und Manfred Oldenburg, am 08.Dezember 2010
zur menschelnd willfährigen Beute derer, die, abgesehen von seinen Söhnen Peter, Lars, Teil seines politischen wie persönliches Verhängnis waren?

Das hat die Medienwelt so an einem prominenten Beispiel vorher noch nie gesehen, wie ein Politiker hohen Grades des Formats von Willy Brandt, aus den persönlichen, gesellschaftlich historischen Zusammenhängen, Herausforderungen, Anfechtungen seiner Zeit, seiner Generations Kohorte geworfen, als sonderbarer Fall auf seine unterstellten wie durchaus vorhandenen Unzulänglichkeiten als Ehemann, Vater, Freund, politischer Weggefährte reduziert, das Bild eines "Aus allen Welten und Zugehörigkeiten gefallenen" Menschen hinterlassen soll.

Das beginnt unter anderem damit, dass in dieser Dokumentation allein Willy Brandts
"Kniefall in Warschau"
am 07. Dezember 1970 vor dem Mahnmal an das durch die Deutsche Wehrmacht, SS im Sommer 1943 ausgelöschte Juden Ghetto in Warschau als Begründung für die Verleihung des Friedens- Nobelpreises 1971 an den deutschen Bundeskanzler Willy Brandt genannt wird.

Das setzt sich fort in bisher unveröffentlichten, nun von der ehemalig mutmaßlichen Geliebten Willy Brandts, Heli Ihlefeldt, veröffentlichten Fotoaufnahmen von einem unbekleideten Willy Brandt im Badezimmer.

Was sich unmerklich im Auge des Betrachters einem eigentümlich, medial vergiftet, in Szene gesetzten
"Uwe Barschel"
STASI- Hotel Neptun/Warnemünde/ehem. DDR Ruch und Geheimdienst Nebel annähert, dass nämlich hier, aus ganz anderen, als Gründen der NUR- Verliebtheit, gar Liebe, heimlich verfängliche Foto- Sessions mit Willy Brandt zu ganz anderen Zwecken veranstaltet wurden.

Auch und gerade wenn Heli Ihlefeldt betont, sie habe Willy Brandt schwärmerisch verliebt angbetet wie die Zaubermacht eines Film- oder Pop- Stars, der mit ihr im Süden Europas,bei Weib, Wein, Gesang ein neues Leben als Schreibende beginnen wollte.

Dabei war Heli Ihlefeldt womöglich als Beraterin der damaligen Bundestagspräsidentin Annemarie Renger ( 1919- 2008), von Annemarie Renger als weiblicher Begleitschutz, Aufpasserin, Beobachterin Willy Brandts zu diesem im besonderen Parteiauftrag, wie es in der SPD im Bundestag gang und gebe, bestellt, abgeholt, gar hin beordert?

Bemerkenswert auch wie diese mutmaßliche Geliebte Willy Brandts, Heli Ihlefeldt, beiläufig betont, am Tage des Rücktritts von Willy Brandt als Bundeskanzler am 06. Mai 1974 habe sie sich unauffällig unter die Fackel tragende Menge vor dem Bundekanzleramt begeben, die entgeistert wie fassungslos von ihrem Idol Willy als Kanzler Abschied nahm und gedacht, irgendwie bin ich ja, nach allem, was die Presse so geschrieben, schuldig.

Es habe auch nie nach diesem Kanzlerrücktritt ein zufälliges Wiedersehen, gar verabredetes Treffen mit Willy Brandt und ihr gegeben. ergänzt Heli Ihlefeldt, Aufschluss gebend, als sei sie von Amtswegen abgeschaltet gewesen, ihre Einlassungen.

Annemarie Renger war nun wiederum die persönliche Sekretärin des einstigen SPD- Vorsitzenden Kurt Schuhmacher (1895- 1952), den Willy Brandt eher gar nicht ausstehen, geschweige denn verstand noch dessen national- konservativ sozialistisch verklärten Impetus parteipolitisch folgen wollte.

Eine selten begrenzt ausgesuchte Riege, die in dieser Dokumentation, außer den Prominenten Egon Bahr, Horst Ehmke, Michail Gorbatschow, ins Bild gerückt zu Wort kommt, um den Griff nach der Deutungshoheit über das persönliche Wirken und Lebenswerk Willy Brandts zu wagen.

Da sind der spekulative Psychoanalytiker Günter Seidler, Horst Grabert, die bekennend mutmaßliche Willy Brandt Geliebte, Heli Ihlefeldt, in dessen Kanzlerjahre von 1969- 74, ein inzwischen in die Jahre gekommener KGB- Agent, angeblich direkt von Leonid Breschnew wiederholt zur Rettung Willy Brandts Kanzlerschaft 1972 und 1974 ausgesandt.

Einmal im Vorwege des Konstruktiven Misstrauensvotums der CDU/CSU Fraktion unter Vorsitz und Vortrag von Rainer Barzel im April 1972, mit einer Million DM im Agentenkoffer ausgestattet, beauftragt über Egon Bahr, wie der freimütig einräumt, Überläufer/innen aus der CDU/CSU Fraktion lockend zu identifizieren und zu kaufen.

Was Egon Bahr selbstverständlich ablehnte, wie Egon Bahr in dieser Dokumentation, ganz Elder Statesman, betonte, nicht ohne einen spekulativen Hinweis darauf abzuschießen, dass Willy Brandt nach seinem Rücktritt als Bundeskanzler am 06. Mai 1974 durchaus suizidale Gedanken erreicht haben könnten.

Gründe zum Suizid seien für eine solche Persönlichkeit wie Willy Brandt ja damals genug da gewesen, ließ Egon Bahr, psychoanalytisch auf diese Dokumentation unbefangen eingestimmt, abgründig tief blicken.

Ja!, mein Gott Egon Bahr, fragen Sie etwa erstaunt wie indirekt, warum nur, hat Willy Brandt diese Gelegenheiten zur Selbsttötung nicht genutzt?

Ein weiteres Mal habe dieser KGB Agent, kurz vor dem Rücktritt Willy Brandts 1974 als Bundeskanzler, versucht diesem unbemekrt direkt eine Botschaft von Leonid Breschnew des Inhaltes zu übergeben, Leonid Breschnew würde alles tun, um Willy Brandt die Kanzlerschaft und Macht im Lande zu sichern, selbst wenn es dazu des Einmarschs sowjetischer Panzer bedürfte.

Wer solcher Art Freunde der Demokratie hat, braucht keine Feinde mehr.
Armer Willy Brandt.
Diese Botschaft Leonid Brechnews habe Willy Brandt allerdings nie ereicht, wie der KGB Agent jetzt überaus offenherzig bekannte.
Deshalb sei auch der wirkliche Inhalt dieser Depesche Leonid Breschnews an Willy Brandt bis heute nicht bekannt.

Dass Willy Brandt nach seinem Rücktritt als Bundeskanzler politisch auf nationalem wie Internationalem Parkett als mehrfach wiedergwählter Vorsitzender der SPD von 1964- 1987, als Vorsitzender der Sozialistischen Internationalen erst richtig loslegte, in dem er u. a. in Portugal der Sozialdemokratie unter Mario Soares ( geboren 1924 ) im Wege der politischen Umbrüche der Jahre 1976- 1985 maßgeblich mit Rat, Material und Finanzmitteln zum Erfolg, zum Beitritt Portugals zur EU verhalf, wurde in dieser Doku- Willy- Operetten Soap nicht einmal als Fussnote erwähnt.


Ganz abgesehen von der operalen Einlassung Michail Gorbatschows in dieser Dolumentation, er sei eine Woche vor Willy Brandts Ableben Ende september 1992 mit großem Wagen, unangemeldet vor die Haustür von Willy Brandt in Unkeln gefahren, habe vergeblich an der Haustür klingelend, Einlass begehrt, sei aber nicht eingelassen worden, weil Willy Brandts Frau Brigitte Seebacher - Brandt das wohl für einen groben Scherz gehalten habe:

"Hier steht und spricht Michail Gorbatschow. Wie geht es Ihrem Mann Willy Brandt?".

Nicht erwähnt wird in dieser Dokumentation Willy Brandts Einsatz als Person und Vorsitzender der Sozialistischen Internationalen gegen die Apartheidregime in Südafrika, für die Befreiung von Nelson Mandela.

Jeder Hinweis auf Willy Brandts Reise als bereits sichtlich schwer kranker Mann nach Bagdad, um noch im Jahre 1991, kurz vor Beginn des dritten Irakkrieges der USA in einer Koalition der Willigen, dort als politische Geiseln genommene Büger/innen Europas, den Fängen des Diktators Saddam Hussein erfolgreich zu entreißen, wird unterlassen.

Bemerkenswert ist obendrein, dass weder Ruth Brandt (1920- 2006), die zweite Ehefrau Willy Brandts seit seinem Exil in Norwegen durch Archivmaterial, noch die letzte Ehefrau von Willy Brandt, Brigitte Seebacher- Brandt, an keiner Stelle dieser seltsam befremdlichen Dokumentation ins Bild gerückt, geschweige denn zu Wort kommt.

Seltsam. Seltsam.

JP

siehe dazu:

www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,2qlrr51nhx00z6b4~cm.asp

Rückschau: Der Kniefall des Kanzlers (MDR)

Die zwei Leben des Willy Brandt

Sendeanstalt und Sendedatum: Sendetermin Mittwoch, 8. Dezember 2010, 23.30 Uhr im Ersten

03:53 09.12.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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