Wollte Richard von Weizsäcker Rudolf Hess 1985 befreien?

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Wollte Bundespräsident Richard von Weizsäcker Rudolf Hess 1985 befreien?

Einiges deutet darauf hin.

Friedbert Pflüger, ehemals enger Mitarbeiter des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, offenbart in seiner neuen Richard von Weizsäcker Biografie, dassRichard von Weizsäcker sich beinahe seinen legendären Auftritt mit seiner Rede vom 08. Mai 1985 selber vermasselt hätte, weil er unabdinglich darauf bestand, in seiner Rede die Begnadigung und Freilassung von Rudolf Hess in und aus der Festung Spandau (Westberlin) durch die Alliierten zu fordern.

Durch die Tatsache, dass Bundeskanzler Helmut Kohl mit dem US- Präsidenten Ronald Reagan m 05. Mai 1985 gemeinsam demonstrativ den Soldatenfriedhof von Bitburg besuchte, um dort gefallene deutsche wie amerikanische Soldaten des Zweiten Weltkrieges zu ehren, flammte ein Aufschrei der Empörung in Teilen der veröffentlichten Meinung hoch..

Der damalige Skandal entbrannte, weil kurz vor dem Besuch des Soldatenfriedhofs in Bitburg heraus kam, dass dort auch gefallene Soldaten der Waffen SS begraben liegen.

Nur der Umstand dieser berechtigtenSkandalisierung des Auftritts von Bundeskanzler Helmut Kohl mit dem US- Präsidenten Ronald Reagan auf dem Soldatenfriedhof in Bitburg und das stundenlange Drängen seiner Mitarbeiter habenden damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker schließlich schlussendlich dazu gebracht, die Forderung nach einer Freilassung Rudolf Hess in seiner Rede vom 08. Mai 1985 allen zu lassen.

Die Tatsache, dass Bundespräsident a. D. Richard von Weizsäcker seinen Vater Ernst von Weizsäcker bis heute ausdrücklich frei von Schuld stellt, auch wenn dieser wg. Kriegsverbrechen, Beteiligung an der Deportation von 6000 französischen Juden/innen nach Auschwitz durch das Nürnberger Kriegsverbrecher- Gerichttribunal zu sieben Jahre Haft verurteilt wurde, wirft nun ein ganz neues Licht auf das anfänglich bockbeinigeBestehen des Bundespräsident a. D. Richard von Weizsäcker darauf, in seiner Rede vom 08. Mai 1985die Begnadigung und Freilassung von Rudolf Hess durch die Alliierten in Berlin zu fordern.

Dass selbst Bundeskanzler Willy Brandt diese Forderung einer Begnadigung Rudolf Hess durchdie Alliierten seinerzeit insgeheim gefördert hat, steht auf einem anderen Blatt.

Stellt sich doch in der Verbindung der von Weizsäcker Familie über das Familienmitglied Ernst von Weizsäcker als Staatsekretär und SS- Oberführer im Außenamt des Deutschen Reiches mit dem Stellvertreter des Führers, Adolf Hitler, Rudolf Hess und dessen Flug nach England am 10. Mai 1941, am Vorabend des Überfall auf die UdSSR durch die Deutsche Wehrmacht, angesichts immer noch unter Verschluss stehender Dokumente in England und andernorts, die Frage, ob der operative Vorgang „Rudolf Hess“ sowohl Verbindungen in den britischen Hochadel u. a. interessierte Kreise in England, in den USA, in der UdSSRals auch zumdamaligen Staatssekretärim AA und SS- Oberführer Ernst von Weizsäcker aufweist, der federführend im August 1939 zur Überraschung der Welt den Hitler- Stalin Pakt zu organisieren wusste.

Hat Richard von Weizsäcker erst als Bundespräsident der Familie Rudolf Hess eine uneinlösbare Zusage gemacht, war er gar im Wort gegenüber der Rudolf Hess Familie, deren Freundeskreisen und Sympathisantenszene, oder bereits im Vorwege seiner Wahl zum Bundespräsidenten am 23. Mai 1984 in diesem Wort vergattert, um diese Zusage dann am 08. Mai 1985 mit seiner unvollständigen Rede zu brechen?

Rudolf Hess hat sich als über neunzigjähriger Greis im Jahre 1987 in der Festungshaft zu Spandau / Westberlin in seiner Zelle erhängt

Was wusste Ernst von Weizsäcker über den Inhalt der angeblich verschwundenen Hans von Dohnanyi Papiere, in denen die Verbrechen der SS- Sondereinheiten in den von der Deutschen Wehrmacht besetzten Gebieten in Europa dokumentiert waren?

Da sich Ernst von Weizsäcker vor dem Nürnberger Kriegverbrecher Tribunal, entgegen der Dokumentenlage als Widerständler des NS- Regimes ausgab, dem beinahe die Pistole in der Hose bei einem Besuch von Adolf Hitler hochgegangen wäre, wird der ehemalige Staatsekretär als Oberführer der Waffen- SS im reichsdeutschen Außenamt (AA) und späterer Botschafter im Vatikan von den Hans von Dohnanyi Dokumenten gewusst haben.

Kam es, nachdem die Amerikaner 1943 mit britischer Unterstützung erfolgreich in Italien gelandet waren, Italien als Bündnispartner von der Achse des Faschismus in Europaabfiel, zum Showdown zwischen der Abwehr, deren Vertreter Admiral Wilhelm Canaris, Hans von Dohnanyi, interessierten Personen aus dem AA, darunter Staatssekretär Ernst von Weizsäcker mit Vertretern der SS, des Reichssicherheitshauptamtes, GESTAPO, darunter SS-Chef Heinrich Himmler, SS- Hauptsturmführer Ernst Kaltenbrunner alsNachfolger des bei Prag ermordeten Heinrich Heydrich?

Legten bei diesem Showdown die Abwehrleute als Druckmittel gegenüber der Gegenseite aus SS und GESTAPO die Hans von Dohnanyi Papiere vor, die ausschließlichdie Verbrechen der SS- Sondereinheiten zum Inhalt hatten, die Verbrechen der Deutschen Wehrmacht aber aussparten, um einen reichsdeutschen Deal zu vereinbaren, der nach der Inhaftierung von Adolf Hitlers, Joseph Goebbels, des Generalfeldmarschalls Wilhelm Keitel einen Separatfrieden an der Westfront zum Inhalt hatte?

Hat die Gegenseite aus SS, GESTAPO wiederum der Abwehr und Vertretern des AA, darunter Staatssekretär Ernst von Weizsäcker eine bestechende Dokumentation präsentiert, aus der hervorging, dass die deutsche Wehrmacht, darunter die Abwehr mit Wilhelm Canaris an der Spitze,als Vollziehende Gewalt in den vom Deutschen Reich besetzten Gebieten in Europa nicht nur an Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen Kriegsgefangene, die Zivilbevölkerung beteiligt war, sondern diese Verbrechen federführend, im Widerspruch zur geltenden Genfer- Konvention, Haager Kriegrechtsordnung, befohlen exekutierte.

Ist dieser Deal aufgrund des Patts in der gegenseitig vorgestellten Verbrechensbilanz gescheitert?

Ist Admiral Wilhelm Canaris kurz darauf unauffällig kaltgestellt, aus dem Amt des Abwehr- Chefs gejagt worden, Hans von Dohnanyiwg. angeblicher Devisenvergehen in Schutzhaft genommen, Staatssekretär Ernst von Weizsäcker aus dem AA als Botschafter in den Vatikansstaat versetztworden, um die Spuren dieses versuchten Deals zu vertuschen?

Bleibt die Frage, wo sind die Hans von Dohnanyi verblieben?

Warum wurden keine Kopien der Hans von Dohnanyi Papiere angefertigt, als beglaubigte Kopien ins Ausland verbracht und dort veröffentlicht?

Ist Bundespräsident a. D Richard von Weizsäcker nicht nur Träge eines Spezialgewissens, wie sein 1988 verstorbener Parteifreund Franz Joseph Strauss ihn gerne stichelnd zu frotzeln wusste, sondern auch Träger dieses Geheimwissens?

JP

03:01 16.04.2010
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Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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