Jochen Paetzold

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RE: Das Gesetz der Flügel | 18.10.2012 | 16:23

Dass „der deutsche Bilderstreit…vorbei“ und „die Ostkunst endlich museal geworden“ sei,

wurde im Feuilleton der FAZ schon am 28.07.2003 registriert, von Wilfried Wiegand in seinem Beitrag zur Ausstellung „Kunst in der DDR“ in der Berliner Neuen Nationalgalerie; ein „Experiment“, das „glanzvoll gelungen“ sei.

Ich habe die Ausstellung damals gesehen und war genauso begeistert.

Was hier schon im Ansatz anders war als bis dahin im Westen üblich: Es ging eben nicht um die „Kunst der DDR“, sondern um Kunst in der DDR. Durch diese kleine Präposition im Titel und durch die Art der Präsentation der über 400 Werke wurde Kunstbetrachtung vorbehaltlos und frei von Ideologismen möglich; Kunst konnte als Kunst gesehen werden.

Die Weimarer Ausstellung „Abschied von Ikarus“ macht das glücklicherweise nicht anders; hier schaffen sich mit dem thematische Rahmen und den Räume im Neuen Musem die Kuratoren die Möglichkeit, Kunst als Kunst einer Zeit und einer Gesellschaft, von Künstlern mit einer Biographie zu betrachten. Und dem Ausstellungsbesucher bleibt es überlassen, sich selbst zu fragen, ob ihn das, was er da sieht, noch interessiert, anregt oder sogar erregt.

Dass eine Ausstellung mit Werken von DDR-Künstlern in diesem Sinne intellektuell und emotional wirkungsvoll sein kann, einfach deshalb, weil sie gut gemacht ist, kann auch erleben, wer sich auf den Weg nach Berlin-Hellersdorf macht. Im Ausstellungszentrum PYRAMIDE werden unter dem Titel „Antike Mythen in der bildenden Kunst der DDR“ Gemälde, Zeichnungen und Plastiken von 60 Künstlern präsentiert; Kunst, die den Weg lohnt. Unbedingt empfehlenswert:

http://ausstellung.zga-berlin.de