Jörg Augsburg
27.03.2012 | 17:25 12

Der Ton macht die Musik

Ton & Text Sven Regeners Wutrede gegen die Kostenloskultur im Netz hat hohe Wellen geschlagen. Trotzdem fehlt es der Diskussion bislang an Ernsthaftigkeit

Es ist ein knappe Woche her, dass Sven Regener sich in einem Telefoninterview einfach mal Luft zu machen schien und zum spontanen Rundumschlag ausholte gegen die Aushöhlung des Urheberrechts, gegen Youtube und Google, gegen die Piratenpartei und den Zeitgeist der Kostenloskultur. Es ist ein Beitrag, der schon ob seiner Verve bemerkenswert ist und natürlich auch, weil Sven Regener zu so etwas wie den besseren Kreises des Musiklandes zählt. Seitdem schlagen die Wellen hoch.

„FAIL. Tschau Audiolith!“ ist einer der Kommentare, die man im Facebook-Account des ziemlich angesagten und verkrusteter Denkweisen sehr unverdächtigen Hamburger Labels Audiolith lesen kann. Auch das hatte Sven Regeners in Windeseile verbreiteten Zornausbruch geteilt und zog sich jetzt seinerseits den Zorn der offensichtlich meist jugendlichen Zielgruppe zu. Das mehrmalige Nachhaken von Audiolith, man möge doch wenigstens mal drüber nachdenken, blieb eher wirkungslos.
„Armer, alter Mann“ ist einer der meistverbreiteten von jenen Texten überschrieben, die eine Antwort auf Sven Regener geben wollen. Es ist ein Text, der ziemlich schnell ziemlich deutlich macht, wofür der Autor den Musiker hält: für jemanden mit wenigen „lichten Momenten“, jemanden, ohne den sich „die Welt auch weiterdreht“. Geschrieben wurde er von Lars Reineke, im Hauptberuf Systemadministrator aus Hameln und „Beisitzer im Vorstand des Kreisverbandes der Piratenpartei“.
„Ich glaube, Herr Regener sollte sich einfach mal mit Leuten unterhalten, gern auch mit Piraten, und einfach schauen, was es da im Moment für Entwicklungen gibt.“ Das sagt Christopher Lauer, kulturpolitischer Sprecher und nicht zuletzt dank seiner süffisanten Reden im Berliner Abgeordnetenhaus derzeit eines der bekanntesten Gesichter der Piratenpartei. Regener, so der Inklusiv-Vorwurf, hätte einfach keine Ahnung, wovon er da geredet hat.

Musikdieb als Provokation

Es sind Momentaufnahmen aus einem sich schnell hochschaukelnden „trending topic“. Aber vielleicht sollte Sven Regener tatsächlich mal einen genaueren Blick auf die Entwicklung bei den Piraten werfen, ganz offiziell, er würde sich dann vermutlich alles andere als abregen. „Musikdieb“ nennt sich eines der Mitglieder einer Mailingliste, die man – so ist das bei der Piratenpartei – problemlos einsehen kann. Es ist wohlgemerkt die Mailingliste der AG Urheberrecht, also jener Arbeitsgruppe, die schon wegen der Gründungsgeschichte der Partei eine herausragende Bedeutung hat, die vor allem aber auch an den Positionen der Piratenpartei arbeitet, die gerade für Musiker interessant sind. Es ist zum Beispiel eine der aktuell konkreten Forderungen der Piratenpartei, Filesharing-Plattformen zu legalisieren, also jene „Tauschbörsen“, die „Raubkopien“ aller denkbaren Musik für jeden Interessierten kostenlos bereitstellen. „Musikdieb“ ist nun – auch das ist sehr leicht herauszufinden – eine satirisch gemeinte Namenswahl, eine bewusst gewählte Provokation zum Thema. Eine Provokation, die nicht viele Musiker lustig finden.

Wer einigermaßen konstant die Diskussionen der letzten Jahre verfolgt hat, in denen es um die oft genug widerstreitenden Interessen von Musikern, Labels, Verwertungsgesellschaften, Internetkonzernen und Musik-„Verbrauchern“ ging, durfte schnell feststellen, dass die „Netzgemeinde“ die Provokation gern für sich in Anspruch nimmt. Aber sie hat sie am Liebsten exklusiv. Es gibt unzählige Beispiele dafür, wie gerade Musiker mehr oder weniger unverhohlen als Vollidioten dargestellt werden, bloß weil auch sie vielleicht meinen, dass „Kopieren“ durchaus „Klauen“ bedeuten kann. Dass für sie im Internetzeitalter keinesfalls alles einfacher geworden ist, sondern im Gegenteil, immer existenziell bedrohlicher. Dass es nicht wirklich cool ist, wenn in einschlägigen Foren ein Sport daraus gemacht wird, wer zuerst ein neues Album hochgeladen hat, am besten noch vor der eigentlichen Veröffentlichung. Dass man eigentlich schon darauf besteht, selbst zu entscheiden, wie mit der eigenen Musik umgegangen werden soll, ob man sie verschenken mag oder doch lieber nur verkaufen. Dass es überhaupt „eigene Musik“ gibt.

Es ist inzwischen Usus in der Diskussionskultur der hiesigen „Netzgemeinde“, derlei ohne Umschweife abzukanzeln, je nach persönlichem Gestus auf die eher rüde oder elegant-arrogante Art. Es gehört dabei zu den wohlmeinenderen Standardunterstellungen, abweichende Meinungen wären altmodisch oder mangelnder Sachkenntnis zuzurechnen. (Wobei übrigens niemand auf die Idee kommt zu hinterfragen, wieso ausgerechnet ein Systemadministrator besser wüsste als ein Musiker, wie es im Musikbusiness zugeht. Es sind zumindest deutlich weniger Fälle bekannt, in denen Musiker, dem SysAdmin seinen Beruf erklären.) Oft genug wird der Musiker auch gleich in einen Topf mit den Dieter Gornys dieser Welt, den GEMA-Großkopferten, den Forderern eines Leistungsschutzrechts, gar mit ACTA/PIPA/SOPA-Befürwortern geworfen – also zu allem Bösen dieser Welt, zumindest aus Sicht der Internetaktivisten.

Selbstgerechte Argumentation

Natürlich würde man auch für Musik bezahlen, so eines der häufigesten Argumente – aber nur, wenn man den Künstler gut finde und natürlich nachdem man seine Musik erstmal kostenlos gehört hat. Ehrlich! Versteht sich, dass man einen Sven Regener nun nicht mehr so gut findet, weil er genau das scheiße findet. Man könne doch – so geht es dann oft weiter – ja auch ganz gut mit Creative Commons Musik zurecht kommen, was jedem, der sich auch nur ein klitzekleines bisschen als Musikliebhaber begreift, zeigt, dass man hier mit jemandem diskutieren muss, der von Musik schlicht keine Ahnung hat. Die Mehrheit „guter Musik“ wird nunmal von Musikern gemacht, die gern davon leben möchten, da kann man Dilettantismus noch so sympathisch finden und das schließt auch die „brotlose Kunst“ nicht aus, die man in der Popmusik seit eh und je erstmal einbringen muss. Dass die immer und immer wieder gepredigte Verlagerung des Einkommens auf Konzerte und Merchandise schon lange einen erbitterten Überlebenskampf gerade im Live-Sektor ausgelöst hat, der im Moment eher nach Abwärtsspirale als nach Zukunftsmodell aussieht, hört man auch nicht so gern. Selbstverständlich regt man sich im gleichen Atemzug aber über drastisch gestiegene Ticketpreise auf oder darüber, dass ein stinknormales Band-T-Shirt nicht mehr unter 20 Euro zu haben ist.

Es ist die Selbstgerechtigkeit der Argumentation, die gefälligst nicht in Frage zu stellende Annahme, man wüsste über alles besser Bescheid, weil man sich ja im Internet besser auskennen würde, die Musiker immer mehr auf die Palme zu bringen scheint und zu „Rants“ überhaupt erst veranlasst. Musiker, die sich nicht damit abspeisen lassen wollen, dass man ihnen unablässig erklärt, die seien bloß zu dämlich zu erkennen, dass sich die Entwicklung sowieso nicht mehr zurückdrehen ließe, so als ob die Macht des Faktischen eine Diskussion überflüssig machen würde, während die totale Kontrolle und Zensur des Internet auf Kosten der Grundrechte nur noch einen Schritt weit entfernt scheint - was wiederum nicht nur Nerds angeht. Dabei ist es gar nicht mal besonders wichtig, ob Sven Regener denn nun richtig liegt oder falsch oder einfach nur daneben. Es wäre ja der Sinn einer ernsthaften Diskussion, das herauszufinden. Nur müsste man die Bedenken eines Regener – und die sind ja beileibe alles andere als ein Einzelfall – nicht regelmäßig vom Tisch wischen, sondern ernsthaft unter die Lupe nehmen und gegebenenfalls denn auch mal einräumen. Das fängt bei der Grundfrage jeden Urheberrechts an: Wer darf über das Werk eines Kreativen bestimmen? Und es hört beim – eigentlich selbstverständlichen – Respekt vor anderen Meinungen nicht auf. Vorher ist jegliche Diskussion sinnlos. Und bis dahin kann im Zweifelsfall eigentlich nur eines gelten: Der Musiker hat immer Recht. Er macht nämlich die Musik.

Dieser Text ist in Zusammenarbeit mit motor.de entstanden

Kommentare (12)

hanni 27.03.2012 | 22:03

"...dass sich die Entwicklung sowieso nicht mehr zurückdrehen..."
und das reicht eigtl schon. Es geht hier noch nicht mal um recht haben oder nicht, es geht einfach darum, dass es so ist. Und wenn die Branche klug wäre, würde sie darauf reagieren und nicht jammern (bei gleichzeitig immer noch akzeptablen Gewinnen). Wie wäre es mit klug ausgetüftelten Musikflatrates (der Label, ohne das der Künstler direkt betroffen wäre) auf freien Märkten, die sich gegenseitig in Wettkampf befänden (Mobilfunkbranche außerhalb Dtl. als Anschauung) oder generell einer Kulturabgabe zum Internetpreis dazu und einer anhand Klicksanzahl festgemachten Vergütung direkt! an den Künstler, ohne zwischengeschaltete Plattenfirma. Es gibt sicher noch mehr und viel klügere Ideen. Sven Regener redet hier nur der Musikindustrie des 20. Jhd. das Wort. Doch auch viele Künstler sind für neue Ideen in der Musikvermarktung. Und wenn man bedenkt, dass Amazon sich schon auf Verhandlungen mit Megaupload (also Videovermarktung) befand, zeigt das nur, wie gestrig diese Aussage in der Musikbranche ist. Außerdem, ist über Itunes und Amazon längst eine Musikvermarktung im Netz etabliert.
Letztlich muss sich Herr Regener nicht ärgern. Mein Vater kauft sich immer noch seine CData und repräsentiert damit wohl das Gros seiner Hörer (sowohl in der Altersstruktur als auch im Kaufverhalten). Und wenn Herr Regener und seine Freunde sich durchsetzen, dann möchte ich aber von ihm verhaftet sein!

Gustlik 27.03.2012 | 22:09

Natürlich gibt es eine Kostenloskultur im Internet. Statt Geben und Nehmen von Inhalten, wie es die Macher des Internets mal angedacht hatten, verlagert sich der Schwerpunkt mehr und mehr auf die Seite der Contentjäger oder Contentsauger.
Wer ist heute noch bereit, eine Lösung, einen Sourcecode, ein Programm oder Utility... kostenlos und frei zur Verfügung zu stellen, hier Zeit für andere zu investieren? Die Downloadgeschwindigkeit unserer Anschlüsse schlägt die Uploadgeschwindigkeit um ein Vielfaches. Die Technik passt sich dem Verhalten an.
Aber liebe Künstler! ...oder solche, die es werden wollen...
Ihr schlagt doch schon seit Jahren erfolgreich zurück und passt eure Ticketpreise der Mondentfernung an. "Also... tut mal nicht so!"

memyselfandi 27.03.2012 | 22:19

Diesen Absatz gelesen und verstanden?
"Die Mehrheit „guter Musik“ wird nunmal von Musikern gemacht, die gern davon leben möchten, da kann man Dilettantismus noch so sympathisch finden und das schließt auch die „brotlose Kunst“ nicht aus, die man in der Popmusik seit eh und je erstmal einbringen muss. Dass die immer und immer wieder gepredigte Verlagerung des Einkommens auf Konzerte und Merchandise schon lange einen erbitterten Überlebenskampf gerade im Live-Sektor ausgelöst hat, der im Moment eher nach Abwärtsspirale als nach Zukunftsmodell aussieht, hört man auch nicht so gern. Selbstverständlich regt man sich im gleichen Atemzug aber über drastisch gestiegene Ticketpreise auf oder darüber, dass ein stinknormales Band-T-Shirt nicht mehr unter 20 Euro zu haben ist."

memyselfandi 27.03.2012 | 22:23

Naja, wenn einer Musik macht und davon leben will, das mit den derzeitigen Mitteln nicht machbar ist... dann sollte man schon fragen, was derzeit falsch läuft. Oder akzeptieren Sie Dinge, nur weil sie existieren, ohne zu hinterfragen? Immerhin reden wir von Menschen, die Musik machen, das ihre Arbeit nennen und auch Geld verdienen wollen, sich selbstgerecht zurückzulehnen, als jemand, der gerne nimmt, aber nicht denjenigen sieht, dessen Inhalt er nimmt, das ist ja mindestens oberflächlich, wenn nicht gar schmarotzend.

crumar 27.03.2012 | 22:39

Zunächst stimmt, was über die Selbstgerechtigkeit vieler Akteure aus der Internet-Community gesagt wird.

Nur sehe ich einen anderen Grund: Da diese nämlich aus der Software/Open-Source Branche/Welt entstammen und ständig Urheberrecht und Patente lediglich aus ihrer Warte sehen, in der Quatsch (Software-Patente) von Konzernen wie Apple, Google und Samsung den Markt verhindert.

Es ist ein wenig die Unfähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, die nun einmal keine andere Möglichkeit haben, als für ihre Produkte gesetzlichen Schutz zu verlangen, um Einnahmen zu generieren.

Wenn ich die Argumente hier sehe, so ignorieren viele schlicht, dass ihre "Vorschläge" Sven Regener in falsche Koalitionen treibt.

Z.B. ist die Kulturflatrate schön und gut, aber unter GEMA Bedingungen ist das verteilen der Einnahmen der sichere Tod von Indie-Musik.
Diese belohnen durch ihren Entgeltschlüssel nämlich etablierte Künstler und bestrafen neue Musik.

Andererseits ignoriert Sven Regener souverän, die Blockadehaltung der Konzerne, die er verteidigt hat ein Bezahlmodell a la Apple erst möglich gemacht.
Dass Apple und Amazon nun den Umsatz machen, die die Konzerne gerne hätten beweist die prinzipielle Ehrlichkeit der Konsumenten.
Sie zu bashen, als würden diese die Künstler anpissen wollen ist schlichte und schlechte Publikumsbeschimpfung.

Aus der Konzernwarte sinken ohne die materiellen Träger eben auch die Preise für Musik - auch ohne Kopie.
Denn nun setzt das ein, was Konzerne mit Kartellabsprachen über Jahrzehnte verhindert haben: Wettbewerb.

Dass Sven Regener sich blindlings hinter die Konzerne stellt, als wären diese seine Interessenvertreter, hingegen er für sie etwas anderes als ein Profitgenerator zeigt auf der einen Seite die Hilflosigkeit seiner Argumentation, als auch seine krude politische Haltung.

Gruß, C.

hanni 27.03.2012 | 22:51

Also, ich kaufe die Songs die mir gefallen bei Amazon/iTunes und ich habe eine Musiksammlung. Ich höre Radio und auch youtube, wenn ein Freund eine Empfehlung hat. Ich vergleiche Radio und youtube eher als den CD/Musikmarkt und Youtube.
Was ich meine ist, das Musik heute Information (in mp3-form) ist und Informationsfluss lässt sich nicht aufhalten. Das ist so.
Daher muss die Initiative in Richtung neuer Wege der Vergütung gehen - warum nicht die GEZ fürs internetfähige Geräte dafür nutzen, anstatt für das Volksfest des MDR. Es gibt also längst eine Kulturpauschale. Zudem rücken so Liveauftritte in den Vordergrund - für die vielen kleinen Bands meist sowieso der erste und für viele große dieser Tage der profitabelste Weg um sich die indie-rock'n roll-Mark zu verdienen. Recht hat Sven Regener, wenn er anmahnt, dass etwa youtube (also Google) eine Form der Vergütung finden muss - wenn sich am jetzigen Musiksystem nichts ändert. (Gibt es ab einer gewissen Klickzahl nicht auch Geld von Youtube?)

Lars42 28.03.2012 | 06:56

"Wer ist heute noch bereit, eine Lösung, einen Sourcecode, ein Programm oder Utility... kostenlos und frei zur Verfügung zu stellen, hier Zeit für andere zu investieren?"
Dieser Vorwurf klingt ein wenig so, als wären Sie Ende der 90er in der Blütezeit der Shareware-Szene technisch sozialisiert worden und vermissen seitdem dieses zwischenzeitlich verblasste Phänomen.
Völlig unabhängig davon existiert jedoch seit den 80ern die "Freie-Software"-Bewegung, die wenig mit dem halb-kommerziellen Shareware-Konzept gemein hat.
Ihr Browser, Ihr Smartphone, das Dutzend an Diensten und Routern, das ihr Datenpaket für den Weg vom freitag.de in Ihr Wohnzimmer braucht: all diese Selbstverständlichkeiten (im Schnitt zumindest 75% davon) wurden von Leuten entwickelt, die ihre Zeit "kostenlos und frei" für den technischen Fortschritt und die allgemeine Teilhabe daran zur Verfügung stellen. Bitte prüfen Sie also Ihre Fakten, bevor Sie haltlos den allgemeinen Sittenverfall bejammern ...

Ian Bellyn 28.03.2012 | 13:30

Tut mir leid, auf mich wirkt der Artikel wie: "So, ich sag jetzt auch mal meine Meinung, damit alle wissen wo ich stehe." Herje ist ja gut, aber tu nicht so, als wenn es ein konstruktiver Beitrag wäre; der sähe meiner Meinung nach anders aus als: "Der Musiker hat immer Recht. Er macht nämlich die Musik." Klar, und der Politiker hat immer Recht, der macht nämlich die Politik. Der Autofahrer hat immer Recht, der fährt nämlich Auto, Der... Wo kommen wir denn da hin?

miauxx 29.03.2012 | 20:11

Sven Regeners paar Sätze werden jetzt natürlich über Gebühr auf die Goldwaage gelegt; ihm wird, so auch hier in Kommentaren, schlicht unterstellt, nur der Kapitalpolitik der Konzerne "das Wort zu reden". Regeners wutvolle Replik ist aber zunächst wohl genauso eine Affektreaktion, wie die Selbstgerechtigkeit der ihn nun bashenden "Netzgemeinde".
Es muss aber durchaus mal benannt werden, dass allein aus der technischen Möglichkeit des Internets, kostenlos Zugriff auf alles zu bekommen, was sich eben digitalisieren läßt, ein quasi natürlicher Rechtsanspruch abgeleitet wird, der eben erst jetzt, also mit der Digitalität, zur Geltung kommt. Und jeder, der da Bedenken anmeldet, gilt also als zu bekämpfender Reaktionär.
Die Diskussion, Augsburg stellt es dar, wird gar nicht erst zugelassen. Und deshalb tut Augsburgs Artikel gut! Weil eben derartiger Dogmatismus nicht gut tut!
Ich möchte nicht, das am Ende noch Aussprüche wie die eines beleidigten Patrick Döring von der FDP, die Piraten und die freie Netzkultur stünden für eine "Tyrannei der Massen", recht behalten sollten!