A Nouveau Western

Charlie Hebdo, Paris Frankreich hat sein 9/11. Nur diesmal wurden im stolzen Filmland die Grundlagen vergessen. Es gab zuviele Realfehler, die nun im Massenbeileid zensiert werden.
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Selbst mit Nachrichtenboykott ging das "Attentat" in Paris nicht an unpolitischen Menschen vorbei. Wie ein Schwarzes Loch zieht es uns magnetisch in polare Debatten über Gut und Böse, Muslime, Christen und Juden sowie Pressefreiheit. Ein bemerkenswerter Rauchnebel, den ein offenbar mit Geheimdiensten und öffentlichen Schauspielern aufgeführtes Krisentheater ausgelöst hat. Massenverschwörung wird immer stärker seit 9/11 und Social Media folgt dem Lügenorchester der Massenmedien. Es gibt zu wenige Beweise, daß dies ein Akt des Terrorismus sein könnte und die vorschnellen Beweise (Islamisten!) waren noch nicht mal bewiesen. Trotz der Medienvielfalt scheint Journalismus immer mehr dem Mainstream des Schuldtriebs zu folgen, um den Feuerball der Aufmerksamkeit rollen zu lassen. Eine Form des Terrorismus vom Schreibtisch aus.

Wer jetzt noch traurig die "Je suis Charlie"-Plakate hochhält, wird sich bald über militarisierte Städte wundern, die ein bankrottes Europa belagern. Die Anteilnahme wundert angesichts eines Satiremagazins, das gerade mal ein paar zehntausend LeserInnen hatte und mit meist plumper Islamophobie agierte, ohne dabei nicht andere Religionen oder Autoritäten außer Stiftweite auszulachen. Nachwirkungen wie Madame Le Pen's Forderung nach Abstimmung über die Todesstrafe sowie Obama Bestärkung der Aufrüstung mit dem ältesten Alliierten zeigen bereits die Blüten der nächsten Demokratie.

Ob die Zeichner wirklich tot sind oder in den gesicherten Ruhestand auf La Réunion ausgewandert sind, ist nicht geklärt. Der Polizist, den die entspannten "Attentäter" per Maschinengewehr "abknallen", dürfte jedenfalls leben. In den wiederholt auf YouTube gesperrten Videos ist kein Blut zu sehen, sondern nur miesestes Stuntschauspiel auf Probenniveau. Und wer filmt diese Aktion pünktlich und genau gegenüber von einem Hausdach aus? Wer filmt die beiden "Killer" vom Hausdach die Straße hinunter und vergisst, die vorher (!) in eine Seitenstraße weglaufenden Geheimpolizisten nicht aufzunehmen? Zwei wackelnde "Amateurvideos", die wiederholt von YouTube gelöscht werden, weil sie den Ursprung der Lüge zeigen, dem eine hochmilitarisierte Verfolgungsjagd und Volksparanoia durch Frankreich folgte. Wie billige Actionthriller laufen, durfte die Produktplazierung am Schluss nicht fehlen: Todesschüsse in einem Industrielager von Kühne & Nagel, weltführender Logistikkonzern.

Pressefreiheit ist dann nicht in Gefahr wegen eines "Attentats" auf ein Satireblatt, sondern wegen der uniformen Interpretation eines verstörenden Massenspektakels. Von schlechtem Schauspiel zu Zeitverschwendung, weiteren Opfern und Nachweihnachtssolidarität zu einem weiteren transnationalen Falschflaggenbluff.

Aber einige haben es wirklich nötig für den 3. Weltkrieg...

19:40 10.01.2015
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Geschrieben von

joerg schroeder

Autor/Translator EN/DE mit Langzeitstudium (Kulturwissenschaften, Anglistik/Amerikanistik, Germanistik, Soziologie/Ethnologie, Kunstgeschichte)
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joerg schroeder

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