Katharina Körting

„Die Welt ist voll von Sachen, und es ist wirklich nötig, dass sie jemand findet.“ (Pippi L.)
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RE: Medialer Massen Missbrauch | 18.04.2012 | 11:36

Ja, KarinL., das mit der Dominanz des Geldes ist ein Problem... ;)

Für das noch keiner eine Lösung gefunden hat. Nicht mal Foucault oder Fromm. Und schon gar nicht Der weder real noch surreal existierende Kommusozialismus welcher Couleur auch immer.

Aber Weiterfragen und Nachdenken schadet auf keinen Fall - danke.

RE: Medialer Massen Missbrauch | 18.04.2012 | 11:34

Oh doch, man sollte viel erwarten. So viel wie von sich selbst. Und sich von keiner Enttäuschung davon abbringen lassen. Andernfalls gäbe es kein einziges Menschenrecht.

Zynismus und/oder Resignation (der eine verbirgt ja oft nur die andere) lasse ich nicht als "Argument" gelten - nicht in meinem Blog ;)

Danke trotzdem für Kommentar und Zustimmung.

RE: Medialer Massen Missbrauch | 18.04.2012 | 11:32

"Ich habe auch eine Schwäche für Menschenrechte ;) "

Eine Stärke wäre besser ;)
Aber mit den Menschenrechten läuft es ja zum Glück anders als mit den Brot-und-Spielchen der Medien: Je mehr Menschen dafür eine Schwäche haben, desto mehr haben was davon, desto stärker werden sie :)

Das Recht auf Aufklärung - ja. Manche nennen es auch Informationsbedürfnis des Publikums. Nachfrage. Muss befriedigt werden. Aber welche Nachfrage wird erst, und warum, geschaffen?

RE: Medialer Massen Missbrauch | 18.04.2012 | 11:29

Nun bin ich doch ein wenig erleichtert, nachdem ich auch offline ein paar Reaktionen erhalten habe und heute auch in den Medien zum Teil kritisch über ihre eigene Berichterstattung berichtet wird, dass ich nicht ganz allein mit meinem Unbehagen stehe - danke.

RE: Gauck und NRW – rotgrüne Merkel-Dämmerung? | 18.03.2012 | 16:09

à propos 2013 und kraftvoll, das hatten wir schon:
(bis zur Kurversion am Ende scrollen ;)):
tinyurl.com/78uxpsg

RE: Wann breiten wir uns in unserer eigenen Schönheit aus? | 16.03.2012 | 10:55

Liebe Kommentatorinnen (und oren),

freue mich sehr über eure nachdenklichen, ergänzenden, zugewandten Bemerkungen zu diesem seltsamen Text: merci!

RE: Wann breiten wir uns in unserer eigenen Schönheit aus? | 16.03.2012 | 10:53

Danke für das Kompliment :)

Laurie Penny bezieht sich vor allem auf jüngere Frauen (und übrigens Männer), sie ist 25 Jahre alt und war mehrere Jahre magersüchtig, bevor sie begann, anstatt gegen sich selbst zu kämpfen, für sich zu kämpfen. Übers Alter(n) findet man bei ihr deswegen weniger, aber es ist im Grunde dasselbe Prinzip:

"Wir hatten schon von früher Kindheit an gelernt, dass usnere körperlichen Wünschenur der unbedeutende Teil unserer sexuellen Entwicklung sind. Viel wichtiger für junge Menschen ist die Bildung und Bewahrung von erotischem Kapital.
Jugendliche SEuxalität, wie sie von den älteren Generationen verstanden und vermarktet wird, ist auf einen ritualisierten Akt erotischer Anmache reduzeirt: eine erbitterte, unfrohe Pflicht, den richtigen Look zu kennen und das kokette Schmollen und gelegentliche teilnahmslose Rumvögeln draufzuhaben, das jeder junge Mensch praktizieren muss, der sozial - oder ökonomisch - nicht zurückbleiben will." (Laurie Penny, Fleischmarkt)

Das ist natürlich einseitig. Meine Töchter haben Spaß daran, sich schick zu machen - das ist nicht freudlos, sondern freudvoll. Und doch: Wenn sie kräftig mit geraden Beinen sitzen, sagen sie, fühlen sie sich "unweiblich". Der Außbenblick ist stark: Es sitzt sich bequemer, produziert weniger Krampfadern als mit "züchtig" übergeschlagenen oder zusammengedrückten Beinen (bloß nicht zu viel Raum einnehmen... bloß niemandem in die Quere kommen... bloß nicht "männlich" wirken, sich ausgrenzen aus der objektivierten potenziellen Begehrtwerdenzuschreibung...), aber der Preis ist hoch: anders sein. Man selbst sein. Kostet immer viel, ist aber unbezahlbar wichtig.

Gebe Gott oder Göttin oder die aufwachende Gesellschaft und Solidarität auch von Frauen untereinander (und was könnten starke Männer mit starken Frauen für wundervolle Dinge anfangen...! wenn sie sich nur trauten, zutrauten, stark zu sein... ohne dass jemand anders schwach sein muss...), dass meine Mädchen auf ihre Art Frauen sind und werden. Dafür gehe ich glatt auf die Knie und bete - und verbiete "Germanys next Top Model" - "Aber ich msus doch morgen mitreden" - "Warum?"
Müll, der in den Kopf geht, ist wie Müll, den man frisst: Er muss wieder raus, verdreckt die WElt - oder bleibt drin und versaut SEele und Körper, macht in jedem Fall krank, das Private ist auch in diesem Fall verdammt politisch (gesellschaftlich) ;)

RE: Wann breiten wir uns in unserer eigenen Schönheit aus? | 16.03.2012 | 10:45

Auch hier noch ein Zitat als Gabe für den Weg:

"Erst nachdem ich anfing zu akzeptieren, dass mein Wert als Person nichts damit zu tun hat, wie mein KÖrper für andere Menschen aussieht, erlaubte ich mir, den Raum zu nehmen, den ich brauchte, und die Macht zu entwickeln, nach der ich mich so sehnte." (Laurie Penny, Fleischmarkt)

RE: Wann breiten wir uns in unserer eigenen Schönheit aus? | 16.03.2012 | 10:43

Das ist genau der Punkt: Macht und Kraft (IQ, Körperkraft etc.) abgeben, sich objektivieren, um zu gefallen! Danke für den Hinweis. Wenn man einmal hört, hört man es überall. (Sehen tut man ja eh so viel, dass man nahezu blind wird davon, die Wahrheit vor lauter Wahrem nicht sieht)
Und noch mal Laurie Penny:
"Dressiert von der umfassenden Propaganda der Mode-, Diät-, Schöheits-, Musik- Medien- und Pornoindustrie, haben die Frauen im frühen 21. Jahrhundert gelernt, ihr eigenes Fleisch zu verachten. Die Diskrepanz zwischen den verbissenen Modellen der erotischen und sozialen Selbstinszenierung, die uns dargeboten wird, und der REalität unseres alltgälichen Lebens und der sich verändernden Körper kann unerträglich sein. Stars und Laufsteg-Models, von denen wir wissen, dass sie ständig hungern müssen, bringen uns scheinbar bei, wie man sich einerseits begehrenswert macht und andererseits von den eigenen körperlichen Begierden verabschiedet. Es ist naheligend, nach der perfekten Kontrolle zu streben, die sie scheinbar verkörpern, danach, ein allgegenwärtiges Objekt zu sein und keine gewöhnliche Konsumentin. Nichts zu wollen, scheint leicht erlernbar zu sein (...) Es ist leichter, ein Zeichen zu werden, als zu versuchen, etwas zu bezeichnen. Letztlich ist es leichter zu sterben." (Penny, Fleischmarkt)

"Das Abenteuer, ein ganzer Mensch zu werden, kann aber nicht mit SElbstverleugnung erreicht werden." (ebd.)

[Penny ist in der Analyse nicht immer ganz trennscharf (z.B. beim Begriff des "Weiblichen" oder einer "weiblichen Kraft", und zum Teil arg polemisch bzw. einen "Feminismus" als Kampfbegriff auf unangemessene voraussetzend, aber sehr scharfsinnig, angriffslustig - guter Denkstoff! Mutmachbuch! Lohnt sich zu lesen!]