Medialer Massen Missbrauch

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Warum werde ich gezwungen, auf allen Kanälen, in allen Zeitungen, auf allen Webseiten, in jedem Radiosender eines Massenmörders tote Augen, Nazifaust, Selbstdarstellungsgeilheit in jedem vorstellbaren Detail zu sehen, zu hören, zitiert zu bekommen? Teile der "Bericht"erstatter scheinen sichtlich heiß drauf. Zu schade, nicht wahr, dass sie ihn mich nicht auch noch riechen und schmecken lassen können. Gegen Bezahlung natürlich. Welcher Sender, welcher Konzern kriegt die Rechte? Wer verlegt sein Wahnsinnsbuch? Einmaliger DEAL auf dem Markt der Gemeinheiten, ein Monster zum Anfassen! GEIL! HEISSE STORY.


Warum fragt keiner nach Entmenschlichung. Nach Gründen. Nach Möglichkeiten für eine bessere Welt, die solche Denkweisen nicht mehr entstehen lässt. Ja, verdammt, für eine bessere Welt! Darf man das noch sagen? Darf man nicht mehr fragen? Hört überhaupt irgendjemand zu, wenn man sich entfernt? Wozu sind Journalisten denn da? Warum FRAGT keiner?Fordert Antworten, die über die Farbe eines Jacketts und den Salzgehalt von Tränen hinaus gehen könnten? Und entzieht sich der mitproduzierten Maschine der "Information"sverkaufe? Also: dem, WAS ALLE MACHEN. Warum stellen die Medien ein weltweites Podium für schlimmste Ideologie und Volksverhetzung zur Verfügung?Heißt Meinungsfreiheit, dass alle das gleiche "berichten"?


Diese lemminghafte, monstergeile "Bericht"erstattung verhindert Ideologiekritik, Nachhaken, NachDENKEN. Stattdessen: Verhöhnung der Menschlichkeit. Verkehrung der Prioritäten. Absurde Nicht-Informationen. Peinliche Einheitlichkeit. Ein journalistisches Trauerspiel. Kollektiver medialer Missbrauch. An den Opfern. Am Täter. Am medialen Auftrag. Am Massenpublikum. Wie weit ist es gekommen - und wie weit wird es noch gehen? Wer fühlt sich ermutigt durch diese weltweite Bühne? Und wie groß und fernsehtauglich sind dann die medialen Krokodilstränen!

PS Auch jener ist ein Mensch mit unantastbarer Würde. So schwer das fällt.



11:14 17.04.2012
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Geschrieben von

Katharina Körting

„Die Welt ist voll von Sachen, und es ist wirklich nötig, dass sie jemand findet.“ (Pippi L.)
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