Die Anklagebank bleibt warm

WEHRMACHTSAUSTELLUNG Obwohl die Historikerkommission Reemtsma und Heer rehabilitiert haben, wird die Kritik - besonders aus den Medien - nicht leiser
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Über die Kernaussage habe es keinen Dissens gegeben, hatte es schon vor der Vorstellung der Berichts geheißen: Die deutsche Wehrmacht hat im Osten und Südosten Europas einen rassistischen Vernichtungskrieg geführt. Das bleibt weiter gesicherte Erkenntnis der Geschichtswissenschaft. Nach einem einjährigen Moratorium hat die von Jan Philipp Reemtsma eingesetzte Historikerkommission diese Grundthese vor einer Woche sogar verschärft. Sie verwies auf neue Forschungsergebnisse, die das Ausmaß der Verbrechen noch krasser erscheinen lassen. Die Wehrmacht habe eine wesentliche Rolle beim "Genozid an den Juden im Osten", den Verbrechen an den sowjetischen Kriegsgefangenen und im Kampf gegen die Zivilbevölkerung gespielt. Sie sei nicht nur in diesen Völker