DAS FÜRSTENGRAB

Archäologie In einer Zeit weit nach uns.
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In einer Zeit weit nach uns, wird man mal eine Tür öffnen, einen grossen schweren Stein zur Seite rollen. Geröll. Man wird durch einen Zufall oder auf Verdacht, in einen dunklen Raum blicken. Erst eine kleine Öffnung, ein Windzug der deutlich gegen den Bereich des Nasenbeins stößt, und noch Sekunden lang sanft an den Schläfen entlang streifen und zärtlich mit einem Hauch enden wird. Einen Hohlraum, über Jahrtausende hermetisch vor der äusseren Welt und dem kosmischen tun abgeschirmt, wird man geöffnet haben.

In diesem Raum befindet sich dann eine kleine Fitness-Ecke mit Gewichten, Laufband und Fahrrad. An einer gut erhaltenen Wand hängt ein etwa zwei Quadratmeter grosser Bildschirm und ein Dolby 8.5.7 Sound System steht auf einem einfachen Regal darunter.Im Kühlschrank, unter dem nicht mehr als solches erkennbaren Kellerfenster, befinden sich die Überreste dreier Bierdosen und verschiedene Muskelaufbaumittel.

Im vermuteten Altarbereich vor dem Bildschirm findet man auf einem Couchtisch allerlei Modeschmuck, sieben verschiedene Sonnenbrillen und zwei Schlüsselanhänger mit der Aufschrift "Andrea Berg" und "PUR".

Unter allen bisher gefundenen Zeugnissen dieser unbekannten Phase der vorzeitlichen Besiedlung, wird dieses Fürstengrab ein Glückstreffer für alle teilnehmenden Archäologen sein.
Ein Zentrum "Fürstengrab Obereifel" - in moderner Form und Glasfassade, werden Planung.

Und vergehen - früher oder später - durch den äusseren Einfluss.


Einer jungen ehrgeizigen Archäologin fällt eine sanfte Erhebung in der Bodenstruktur der Landschaft auf. Ein kleiner Hohlraum wird durch das Messgerät angezeigt und bestätigt sich. Durch Fleiss und private Mittel legt sie, und ihr ins Vertrauen gezogener Doktorvater, ein Laufband frei; plus: zwei Sonnenbrillen und Reste einer Preistafel mit der Aufschrift "Kinder bis 6 Jahre..".
Beiden steht die Freude über den gruseligen Fund einer vorzeitlichen Opferstelle noch ins Gesicht geschrieben.

19:52 12.02.2014
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Geschrieben von

Johannes Renault

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