Burghardt greift Familie an

Grundrechte. Sachwalter Burhardt klagte die Mutter der Medienlöwin Alexandra Bader. Die Klage war eine Warnung. Wer für die Publizistin eintritt, kommt selbst schnell vor Gericht.
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Die besondere Dreistigkeit des Sachwalters Burghardt zeigt sich in seinem Vorgehen gegen Ute Bader. Sie ist die Mutter der Publizistin Alexandra Bader (Der Kampf der Medienlöwin). Burghardt klagte Ute Bader auf einen Schadenersatz von 32.000 Euro. Der Grund klingt absurd. Burghardt wollte das Geld von Ute Bader, weil diese keine Pension für ihre Tochter beantragte.


Ute Bader wollte Sachwalter abwehren

Ute Bader lebt im steirischen Hügelland. Sie wollte ihrer Tochter beistehen. Die Tochter von Frau Bader wurde mit einem „Gutachten in Abwesenheit“ in ein Verfahren auf Sachwalterschaft verwickelt. Ute Bader ging bei diesem dubiosen Sachwalterschaftsverfahren dazwischen. In einem ersten Schritt wollte sie verhindern, dass ein fremder Sachwalter die Kontrolle über die Angelegenheiten ihrer Tochter übernehmen kann. Ein Schutz für Wohnung und Eigentum der Tochter. Denn in Österreich übernehmen Sachwalter alle Vermögenswerte mit willkürlichen Gerichtsbeschlüssen und verschieben den Erlös auf das eigene Konto.

Das Bezirksgericht Favoriten nahm das Verfahren aber nochmals auf und bestellte am 30. 8. 2010 Burghardt zum Sachwalter. Ute Bader musste gehen. Alexandra Bader reichte persönlich Rekurs gegen diese Entscheidung des Gerichts ein. Sie betonte, dass kein Sachwalter erforderlich sei:

Sie habe in den letzten Monaten sehr viel geleistet und es stünden ihr mehrere Optionen als berufliche Perspektive offen”, erklärte Alexandra Bader.

Doch das Landesgericht für Zivilrechtssachen Wien wies am 29. 11. 2010 die Beschwerde der Medienlöwin Bader ab und bestätigte Burghardt in der Funktion des Sachwalters.

Auf der Grundlage des Urteils des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien erklärte das Bezirksgericht Favoriten am 7. Dezember 2011: “Der Antrag der Betroffenen auf Aufhebung der Sachwalterschaft wird abgewiesen”. Mag. Elisabeth Hartl-Pustelnik war die Richterin, die am Bezirksgericht Favoriten für diese Entscheidung verantwortlich zeichnete.

Am Landesgericht für Zivilrechtssachen wurde Beatrix Engelmann am 1. August 2013 zur Vizepräsidentin ernannt. Engelmann führte dort mit ihren Urteilen auf offene Weise vor, wie sie mit Burghardt bei Vermögensübernahmen zusammenarbeitet.


Sachwalter Burghardt klagt

Es folgte die nächste Aktion von Burghardt: Er leitete eine Klage gegen Ute Bader. ein. Sie hätte demnach nicht sofort einen Pensionsantrag für ihre Tochter gestellt. Daraus wäre ein Schaden entstanden. Burghardt verlangte deshalb 32.000 Euro von der Mutter Ute Bader.

Eigentlich hätte der Richter am Landesgericht für Zivilrechtssachen in Graz dieses Verfahren gegen die Mutter Ute Bader gar nicht eröffnen dürfen (Aktennummer 20CG 58/12g-3 ). Denn gegen die Mutter kann kein strafrechtlich relevanter Tatbestand vorgebracht werden. Alexandra Bader erklärte dem Gericht, dass die Klage von Burghardt gegen ihren Willen durchgeführt wurde. Dennoch konnte Ute Bader die Klage nur mühevoll in 2. Instanz mit Unterstützung eines Anwalts aus Graz abwehren.

Burghardt musste auf 32.000 Euro verzichten. Wie man es von Burghardt kennt, wäre auch dieser Betrag rasch auf seinem Konto verschwunden.

Doch Burghardt wollte mit der Klage wohl noch einen anderen Effekt erzielen. Die Klage sollte als eine Warnung verstanden werden: Wer die Rechte von Medienlöwin Bader verteidigt, der kann selbst sehr schnell vor Gericht gebracht werden. In der Folge droht ebenfalls, wie man es von Burghardt und seinen Richtern gewöhnt ist, Sachwalterschaft und Enteignung aller Vermögenswerte.

Autorin will weiter arbeiten

Ute Bader hatte keinen erkennbaren Grund, eine Pension für ihre Tochter zu beantragen. Die Tochter von Ute Bader war zu diesem Zeitpunkt 46 Jahre alt. Sie wollte weiterhin ihren Beruf ausüben. Als Autorin und Journalistin. Und Alexandra Bader will das auch jetzt noch.

Burghardt aber beantragte die Pension sofort nach Übernahme der Sachwalterschaft. Er teilte Alexandra Bader mit, dass sie „ab jetzt von 200 Euro im Monat leben werde“. Diese sollen ihr von einer sogenannten "Auftragssozialarbeit" übergeben werden, die für Burghardt tätig ist.

Inzwischen wurde die Eigentumswohnung der Tochter geräumt und verkauft. Vom Erlös bekam Alexandra Bader gar nichts.

In Wien ist Sachwalter Burghardt berüchtigt. Er greift das Recht auf Familie an. Burghardt räumt Wohnungen. Der Verkauf von Erinnerungsstücken bedeutet auch eine Zerstörung der Familientradition. Memorabilien, Fotografien, Dokumente gehen unwiderbringlich verloren. Burghardt erklärt diese Vorgangsweise, in seinen Schreiben an die Gerichte, in einem Tonfall als würde ihn dies amüsieren. Dennoch wird Burghardt weiterhin von österreichischen Gerichten mit Aufträgen versorgt.

Bei der Klage gegen Ute Bader zeigte Burghardt, dass er Übergriffe gegen die Familie und das Familienrecht noch in anderer Weise durchführen will. Indem er den Zusammenhalt in der Familie direkt angreift.


Links:

Der Kampf der Medienlöwin (derFreitag, 9. 11. 2018)
www.freitag.de/autoren/johannes-schuetz/der-kampf-der-publizistin-alexandra-bader

Brutale Enteignungen in Österreich (derFreitag, 9. 5. 2018)
www.freitag.de/autoren/johannes-schuetz/brutale-enteignungen-in-oesterreich

Aschermittwoch für die österreichische Justiz (derFreitag, 14. 2. 2018)
www.freitag.de/autoren/johannes-schuetz/aschermittwoch-fuer-die-justiz

Angriff auf die Medienfreiheit (derFreitag, 4. 12. 2017)
www.freitag.de/autoren/johannes-schuetz/angriff-auf-die-medienfreiheit

Die österreichische Justiz und die Hehlerei (derFreitag, 13. 10. 2017)
www.freitag.de/autoren/johannes-schuetz/die-oesterreichische-justiz-und-die-hehlerei



© Autor: Johannes Schütz, 2018

Johannes Schütz bereitet eine Buchpublikation vor:

„Die Enteigner: Der größte Skandal der Republik Österreich".

Johannes Schütz, Medienwissenschafter und Publizist, war Lehrbeauftragter an der Universität Wien (Informationbroking, Recherchetechniken, Medienkompetenz), Vorstand des Zentrums für Medienkompetenz, Projektleiter bei der Konzeption des Wiener Community-TV, Projektleiter Twin-City-TV Wien-Bratislava, investigative Publikationen (Grundrechte, Vergabe der .eu Domains).

16:52 12.11.2018
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Johannes Schuetz

Medienwissenschafter und Publizist, war Lehrbeauftragter Universität Wien (Recherche, Medienkompetenz), Projektleiter Konzeption Community-TV-Wien
Johannes Schuetz

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