Meister des Schlagstocks: Polizei in Wien

Österreich . Chinesischer Großmeister lehrte in Wiener Polizeikaserne den Schlagstock. In der Volksrepublik China eine Standardausbildung. Zur Auflösung von Demonstrationen.
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Der österreichische Kanzler Kurz war diese Woche auf Staatsbesuch in der Volksrepublik China. Es ist sein deklariertes Ziel, dass die Zusammenarbeit verstärkt werden soll. Kooperation zwischen den beiden Ländern gibt es seit Jahren schon bei den Polizeikräften.

Sollte Protest gegen die Regierung in Wien entstehen, so sind die Polizeitruppen bereits gut darauf vorbereitet. Für Einsätze mit dem Schlagstock. Ausgebildet von einem Experten aus der Volksrepublik China.


Chinesischer Großmeister des Kungfu lehrte Wiener Polizei

Wang Dong Feng kam 1986 nach Wien. Er ist ein chinesischer Meister des Kungfu. Er trägt den 10. Dan. Nach eigenen Angaben wurde er 1946 in Peking geboren.

Eine seiner ersten Aufgaben in Wien führte ihn in die Rossauer Kaserne. Wang Dong Feng bildete dort Polizisten aus. In der Rossauer Kaserne sind Sonderkommando WEGA (Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung), Einsatzkommando Cobra und die Bereitschaftseinheit stationiert.

Wang Dong Feng ist ein Experte für das Training mit dem Schlagstock. Er verwendete dafür auch Stöcke in der Stärke eines Baumstammes. Auch mit den Baumstämmen wurden dieselben Choreographien trainiert. Mit dem Begriff: Wushu-Waffen. Wushu ist die chinesische Bezeichnung für die Kampftechniken des Kungfu. Durch das schwierige Training mit dem schweren Baumstamm soll der handliche Schlagstock noch wirkungsvoller eingesetzt werden.

Schlagstock als wichtige Waffe

Zur Standardausbildung von Polizisten in China zählt insbesondere auch das Training mit dem Schlagstock. Zur Auflösung von Demonstrationen.

Der Schlagstock wird im chinesischen Kungfu so eingesetzt, dass mit jedem Hieb ein vitales Organ ernsthaft verletzt wird. Es wurden Choreographien mit dem Schlagstock entwickelt. Eine solche Choreographie ist eine Abfolge von Hieben und Stichen, die jeweils ein vitales Organ schwer verletzen sollen. Zielsetzung ist es, den Gegner mit dem ersten Schlag auszuschalten. Die Choreographie mit dem Schlagstock soll ermöglichen, dass mehrere Gegner in rascher Folge eliminiert werden.

Der Einsatz des Schlagstocks im chinesischen Kungfu ist somit mehr als ein wildes Niederprügeln, das nur dem Abbau von Aggressionen dienen kann.


Wirbelsäule wird gebrochen

Eine der chinesischen Spezialitäten in einer solchen Ausbildung mit dem Schlagstock ist das gezielte Brechen der Wirbelsäule. Dafür werden mehrere Methoden gelehrt. Auch durch ein Verdrehen der Wirbelsäule, das mehrere Polizisten vornehmen, kann ein solcher Effekt erzielt werden.

Wang Dong Feng ist ebenfalls mit solchen physiologischen Kenntnissen gut vertraut, die als ein wichtiger, wenn auch in Europa nicht so bekannter, Teil der chinesischen Medizin angewendet werden können. Wang Dong Feng kann demonstrieren, wie durch eine gezielte Aktion mit dem Schlagstock die Wirbelsäule gebrochen werden soll. Er kann den genauen Punkt zeigen, wo der Schlag gesetzt werden muss.

In der Volksrepublik China bilden dafür rund 10 Polizisten einen Kreis um den Betroffenen. Der Betroffene wird von einem Teil der Polizisten zu Boden gedrückt, während weitere Polizisten die Wirbelsäule verdrehen. In der Volksrepublik China wurde diese Methode bereits gegen Menschenrechtsaktivisten eingesetzt. Damit der Betroffene sein künftiges Leben im Rollstuhl oder mit Ganzkörperlähmung im Bett liegend verbringt. Ein bekanntes Beispiel für einen solchen Übergriff ist die chinesische Menschenrechtsaktivistin Ni Yulan, die seither im Rollstuhl sitzt.

Der Übergriff der Polizei beim Wiener Opernball gemahnt an eine solche Aktion. Eine Gruppe von Polizisten bildete einen Kreis um die ukrainische Aktionskünstlerin Alisa Vinogradova, die eine friedliche Performance zeigte für die Einhaltung von Grundrechten. Alisa Vinogradova wurde zu Boden gedrückt und weggeschliffen. Eine Bilderserie zeigt den Übergriff. Dazu ein Bericht auf derFREITAG:

Brutaler Übergriff der Polizei (derFREITAG, 19. 2. 2018)


Recherchen zur Sicherheitsüberprüfung

Es werden noch Recherchen durchgeführt, ob eine Sicherheitsüberprüfung bei Wang Dong Feng durchgeführt wurde. Denn der Experte aus der Volksrepublik China war an einer sicherheitsempfindlichen Stelle innerhalb österreichischer Einrichtungen tätig. Welche Daten sind der österreichischen Staatspolizei bekannt? Welchen Auftrag sollte der hochqualifizierte Meister Wang Dong Feng für die Volksrepublik China in Wien übernehmen? Über das Ergebnis der Recherche wird berichtet.

Links:

Polizisten als Hooligans (derFREITAG, 5. 4. 2018)

Brutaler Übergriff der Polizei (derFREITAG, 19. 2. 2018)


© Autor: Johannes Schütz, 2018

Johannes Schütz bereitet eine Buchpublikation vor:
„Die Enteigner: Der größte Skandal der Republik Österreich".
Johannes Schütz, Medienwissenschafter und Publizist, war Lehrbeauftragter an der Universität Wien (Informationbroking, Recherchetechniken, Medienkompetenz), Vorstand des Zentrums für Medienkompetenz, Projektleiter bei der Konzeption des Wiener Community-TV, Projektleiter Twin-City-TV Wien-Bratislava, investigative Publikationen (Vergabe der .eu Domains).
Veröffentlichungen u. a. The European, Tabula Rasa.

12:16 12.04.2018
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Geschrieben von

Johannes Schuetz

Medienwissenschafter und Publizist, war Lehrbeauftragter Universität Wien (Recherche, Medienkompetenz), Projektleiter Konzeption Community-TV-Wien
Johannes Schuetz

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