Persona in Wien: Ein Kommentar

Kriminelle Sachwalter. Wann wird Burghardt in Untersuchungshaft genommen. Ein Kommentar zum Zusammenbruch des Rechtsstaates in Österreich.
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Dieses Mal war sein Name Burghardt. In Österreich kündigt sich der größte Kriminalfall in Europa seit 1945 an. Skrupellose Enteignungen in Wien, die von korrupten Behörden gedeckt werden. Ein ausführlicher Bericht erschien im Magazin Tabula Rasa:

Es geschah am helllichten Tage: Plünderungen in Wien (Tabula Rasa Magazin, 10. 2. 2019)

Aufgrund der vorliegenden Fakten muss geschätzt werden, dass 100 Täter mit der offiziellen Profession Sachwalter kriminell motivierte Enteignungen und Plünderungen in Österreich durchführten. Entsprechend hoch ist die erforderliche Anzahl an Verhaftungen, die nach Ermittlung der beteiligten Mitarbeiter erfolgen muss, samt korrupten Richtern und Justizbeamten, Mitwirkenden in kooperierenden Behörden, Anstiftern, Handlangern und Hehlern. Tausend Verhaftungen sind eine realistische Zahl.

Da mehr als zwanzig Jahre in Österreich nicht auf die kriminellen Vorfälle reagiert wurde, obwohl es Hinweise zur Genüge gab. "Wehret den Anfängen", das war ein Rat, den man in Wien nicht hören wollte. Inzwischen bildete sich eine größer angelegte kriminelle Organisation, die ausgehoben werden muss.


Ein Auftritt wie bei Goldfinger

Christian Burghardt ist ein anerkannter Rädelsführer der Gruppe. Burghardts bevorzugter Auftritt erinnert an die Figur des Goldfinger, der einst von Gert Fröbe im gleichnamigen Film dargestellt wurde. Goldfinger antwortete auf eine Anfrage, kurz zynisch auflachend: „Nein, wir erwarten, dass Sie sterben“. Burghardt bevorzugt: „Passen Sie auf, dass wir Ihnen keine Schwierigkeiten machen“.

Bei der Kaltblütigkeit, mit der Burghardt vorgeht, sind Todesfolgen stets einkalkuliert. Todesfälle im Zusammenhang mit Enteignungen durch die Methode Sachwalterschaft werden in Österreich noch streng zu überprüfen sein.

Pokerface bei hohen Einsätzen

Die Casinos Austria bieten traditionell Roulette, Black Jack und Baccarat. Im VIP-Room ist beim Black Jack und beim Baccarat der minimale Einsatz pro Spiel 200 Euro. Es wird gegen den Croupier gespielt. Im Raum Wien bietet das elitäre Cercle, auf der Kärntner Straße gelegen, ein nobles Ambiente, das von den Spielern sehr geschätzt wird. Das Casino im Kurort Baden, nur rund 30 Minuten von Wien entfernt, wird gerne für entspannte Wochenenden genutzt. Weitere wichtige Standorte sind Salzburg, das mondäne Kitzbühel und das sonnige Velden.

Casinos Austria registriert die Besucher üblicherweise sehr genau. Jeder Besuch wird eingetragen. Es muss ein amtlicher Lichtbildausweis vorgelegt werden, um Zutritt zu erhalten.

Auf Anfrage gab die Pressestelle der Casinos Austria keine Auskunft über die Häufigkeit der Besuche des Sachwalters Christian Burghardt.

Die Anfrage hatte einen Grund. Es besteht der Verdacht, dass berüchtigte Sachwalter bei den Casinos Austria Gelder verspielten, die aus kriminellen Vermögensübernahmen stammten, die unbescholtenen Personen mit den Genehmigungen korrupter Richter enteignet wurden.

Für die weiteren Ermittlungen wird offengelegt werden müssen, ob amtlich bekannte Sachwalter die Casinos Austria frequentierten und wie häufig diese Besuche waren.

Mancher Kompagnon eines berüchtigten Sachwalters bevorzugt allerdings Besuche in einem Nobelbordell, anstatt die Spiellust austoben zu lassen. Im Unterschied zu den Casinos Austria können kostspielige Bordellbesuche allerdings nicht lückenlos nachgewiesen werden.


Krankhafte Übersteigerung der Persona

Burghardt residiert im noblen Zentrum von Wien. Am Hof, im Palais Collalto, am Platz davor steht eine eindrucksvolle Marienstatue, deren Begleiter vier Engel sind, die Dämonen erschlagen.

Der Begriff Persona kommt von der Maske des Schauspielers im antiken Theater und steht damit für eine Rolle, die vorgeführt wird. Später wurde Persona auch für die soziale Rolle verwendet. Carl Gustav Jung definierte, dass die Überwindung der Persona am Beginn des Individuationsprozesses steht, der zum Selbst führen soll, womit die Bildung einer reiferen Persönlichkeit verstanden wird.

Eine Erkrankung der Persona liegt vor, wenn ein übersteigerter Geltungsdrang die Persönlichkeit inflationär überflutet, was zu Prahlerei und Prunksucht führt. In früheren Zeiten hätte man eine solche Persönlichkeit charakterisiert als von Neid, Habgier und Eitelkeit befallen. Solche Symptome galten als dämonisch. Offenbar sind dies Merkmale, die das heutige Wien kennzeichnen und dort auch gefragt sind.

Burghardt verfügt jetzt über ausreichend finanzielle Mittel, um damit an bestimmten Orten glorios sich inszenieren zu können, insbesondere in Juristenkreisen und bei den Gerichten.

Burghardt tritt aber auch als Gönner des Kunsthistorischen Museums auf, wo er in der Art eines großzügigen Mäzens eine Spende überreichte, die seinen Namen auf eine Ehrentafel brachte.

Richter in Österreich schieben Burghardt Gelder zu, die ehrbaren Bürgern gehören. Damit er das so enteignete Vermögen mit Standeskollegen verprassen kann. Gleichzeitig werden unternehmerische Projekte und private Lebensziele ernsthafter Personen angegriffen, die für ein kultiviertes Land von Bedeutung sind.

Josef Fritzl wurde 2008 durch die Weltnachrichten gezerrt. Ein Österreicher aus der Kleinstadt Amstetten, der seine Tochter 20 Jahre lang in einen Kellerraum sperrte. Wer Josef Fritzl als österreichisches Monster bezeichnete, der wird erkennen, dass Burghardt der Dämone von Wien ist. Einer wie Burghardt kann ein Land ruinieren.

Links:

Es geschah am helllichten Tage: Plünderungen in Wien (Tabula Rasa Magazin, 10. 2. 2019)

In Österreich werden tausendfach Grundrechte verletzt - Mit Unterstützung des Justizministeriums(Huffington Post, 6. 11. 2017)

Wieder mehr als 200 willkürliche Enteignungen: Im Jahresbericht der österreichischen Volksanwaltschaft 2017(Huffington Post, 8. 5. 2018)

Frech wie noch nie: Plünderungen in Wien (derFREITAG, 26. 1. 2019)

Der Kampf der Medienlöwin(derFREITAG, 9. 11. 2018)

Burghardt greift Familie an(derFREITAG, 12, 11, 2018)

Die österreichische Justiz und die Hehlerei.(derFREITAG, 3. 10. 2017)

© Autor: Johannes Schütz, 2019


Johannes Schütz bereitet eine Buchpublikation vor:

„Die Enteigner: Der größte Skandal der Republik Österreich".
Johannes Schütz, Medienwissenschafter und Publizist, war Lehrbeauftragter an der Universität Wien (Informationbroking, Recherchetechniken, Medienkompetenz), Vorstand des Zentrums für Medienkompetenz, Projektleiter bei der Konzeption des Wiener Community-TV, Projektleiter Twin-City-TV Wien-Bratislava, investigative Publikationen (Vergabe der .eu Domains).
Veröffentlichungen u. a. The European, Tabula Rasa, Huffington Post.

13:27 14.02.2019
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Geschrieben von

Johannes Schuetz

Medienwissenschafter und Publizist, war Lehrbeauftragter Universität Wien (Recherche, Medienkompetenz), Projektleiter Konzeption Community-TV-Wien
Johannes Schuetz

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