Polizei am Opernball: Sanktionen gefordert

Österreich. Weiterhin in der Debatte. Der Übergriff der Polizei am Wiener Opernball.  Anfrage an den österreichischen Innenminister veröffentlicht.
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Das ukrainische Model Alisa Vinogradova wurde von einer Gruppe österreichischer Polizisten brutal zu Boden gerissen und weggeschliffen. Der Vorfall ereignete sich am Wiener Opernball, der am 8. Februar stattfand.

Alisa protestierte gegen die Anwesenheit des ukrainischen Präsidenten Poroschenko. Sie zeigte einen Schriftzug, der auf ihren Körper gemalt war. Bilder dokumentieren, dass Besucher des Opernballs deutlich verstanden, dass ein Model oder eine Aktrice eine Performance vorführt. Auf derFREITAG dazu der Bericht: Brutaler Übergriff der Polizei

Rund 10 Polizisten griffen Alisa Vinogradova an, obwohl ihre Performance bereits erkennbar beendet war. Alisa wurde an den Haaren gezerrt und erlitt durch den Vorfall auch Blutergüsse.


Anfrage an den österreichischen Innenminister

Jetzt wurde auf Huffington eine Anfrage an den österreichischen Innenminister veröffentlicht. Es soll geklärt werden, ob ein Disziplinarverfahren gegen die beteiligtten Polizisten eingeleitet wurde:


Übergriff der Polizei am Wiener Opernball: Anfrage an den österreichischen Innenminister
(Huffington, 18. 3. 2018)

Die Fotoserie auf Huffington bringt den deutlichen Beweis, dass der Übergriff eine unnötige Brutalität der Polizei darstellt. Die Polizisten agierten dabei ungehemmt in voller Öffentlichkeit.

Sanktionen gegen die beteiligten Polizisten müssen weiterhin gefordert werden. Es darf nicht sein, dass ein solcher Übergriff der Polizei ohne Konsequenzen bleibt.

Erste Antwort des Innenministeriums

Eine erste Reaktion des österreichischen Bundesministeriums für Inneres erfolgte am 19. März 2018. Es antwortete Dr. Peter Jedelsky, der Leiter der Beschwerdestelle der Wiener Polizei, der auch für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Er schreibt:

„Sie werden um ein wenig Geduld gebeten. Der Vorfall wird geprüft. Wir werden Sie vom Ergebnis in Kenntnis setzen. Unabhängig von dieser Untersuchung bedauern wir den bei Ihnen hinterlassenen Eindruck“. (Dr. Peter Jedelsky, Bundesministerium für Inneres, Büro für Öffentlichkeitsarbeit, Email vom 19. 3. 2018)

Links:

Übergriff der Polizei am Wiener Opernball: Anfrage an den österreichischen Innenminister
(Huffington, 18. 3. 2018)

Alisa Vinogradova liest Foucault: Das FEMEN-Model aus der Ukraine im Portrait(Huffington, 28. 2. 2018)

FEMEN-Model am Opernball: Jetzt belegt Bilderserie unnötige Brutalität der Polizei (Huffington, 18. 2. 2018)

Müssen 10 Polizisten eine ukrainische FEMEN am Wiener Opernball wegschleifen? (Huffington, 14. 2. 2018)


© Autor: Johannes Schütz, 2018

Johannes Schütz bereitet eine Buchpublikation vor:
„Die Enteigner: Der größte Skandal der Republik Österreich".
Johannes Schütz, Medienwissenschafter und Publizist, war Lehrbeauftragter an der Universität Wien (Informationbroking, Recherchetechniken, Medienkompetenz), Vorstand des Zentrums für Medienkompetenz, Projektleiter bei der Konzeption des Wiener Community-TV, Projektleiter Twin-City-TV Wien-Bratislava, investigative Publikationen (Vergabe der .eu Domains).
Veröffentlichungen u. a. The European, Tabula Rasa.

17:07 19.03.2018
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Geschrieben von

Johannes Schuetz

Medienwissenschafter und Publizist, war Lehrbeauftragter Universität Wien (Recherche, Medienkompetenz), Projektleiter Konzeption Community-TV-Wien
Johannes Schuetz

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