RE: Krieg, Lügen und Presse: Henryk M. Broder zündet die WELT an | 12.05.2011 | 17:31

verehrter herr jung,

es tut mir leid.
ich gebe zu, dass es nicht einfach war, sich das, was ich im ersten kommentar geschrieben habe aus den fingern zu saugen. es ist gar nicht so einfach, so zu denken wie andere.
bei vielen leuten lohnt es sich, es zumindest zu versuchen.
zu diesen leuten zaehlt herr broder aber meiner meinung nach nicht.
daher mein rat an sie:
lassen ihn einfach machen - ausser konkurrenz sozusagen!
henryk m. broder wird eines hoffentlich fernen tages im festen glauben, der einzig normale mensch in einem land voller spinner zu sein, abtreten.
das sollten wir ihm lassen.

ich persoenlich glaube ja sowieso manchmal, dass herr broder eine art reality-kabarettist ist. dass er irgendwann mal vor die kameras tritt und sagt: "und uebrigens: war doch alles nur spass!"

und zum thema:
ich kenne ein paar menschen in den usa und ich habe verstaendnis dafuer, dass sie eine art genugtuung nach dem tod bin ladens empfinden. auch wenn mir dieses gefuehl zuwider ist. zumal dann, wenn es von merkels, westerwelles und anderen kommt. und was die rechtsfrage und lage angeht:
ich persoenlich bin der meinung, dass obl erst seit montag letzter woche tatsaechlich ein terrorist ist. vorher war...was? er ein verbrecher, ja. ein schlimmer verbrecher, ja. aber nicht mehr. terror ist, wenn wir, so wir es jetzt zu tun im begriff sind, aus angst vor einer potentiellen, nicht einmal einer konkreten, bedrohung, unsere eigenen regeln verbiegen und auf bestimmte personen/situationen angewandt fuer nicht gueltig oder durchsetzbar erklaeren. denn es sind diese regeln, die den unterschied zwischen ihnen und mir und anderen einerseits und personen wie obl andererseits ausmachen.

aber auch das ist nur meine persoenliche meinung. vielleicht ist das idealistisch oder naiv oder beides.

RE: Krieg, Lügen und Presse: Henryk M. Broder zündet die WELT an | 12.05.2011 | 15:56

verehrter herr jung:

broder hat ja so recht, mit dem was er schreibt und ihr artikel beweist das wieder einmal!
es ist doch selbstverstaendlich, dass man sich ueber den tod eines arschlochs freut, das tausende menschen auf dem gewissen hat! warum hier in deutschland jetzt ueber moral und internationales recht diskutiert wird - zumal es bin laden war, der sich ueber all das hinweggesetzt hat, ist unbegreiflich!
das verstehen auch menschen aus anderen laendern, die hier in deutschland leben nicht. die sehen doch, was fuer heuchler wir sind: machen fast ein paar neokommunisten zu regierungschefs in bundeslaendern(siehe thueringen, sachsen-anhalt, kurz sa genannt) aber regen uns andererseits darueber auf, wenn die usa sich und ihre bevoelkerung vor einem terroristen schuetzen und dabei nicht auf unsere moralisch korrekte zustimmung warten koennen.
und was uns deutsche angeht, hat broder sowieso recht: wir sind nicht die pazifisten, als die wir uns immer hinstellen - wir haben nur, wie oli kahn es ausdruecken wuerde, nicht die eier um zu uns selbst zu stehen. stattdessen machen wir staendig einen auf katharsis, nerven die ganze welt mit unserer "historischen schuld" und der "besonderen verantwortung", die sich angeblich daraus fuer uns ergibt.
zum glueck gibt's noch leute wie broder, die das aussprechen und uns tatsaechlich(!!!) den spiegel vorhalten!

RE: Guttenberg wird zurücktreten | 23.02.2011 | 23:29

also, wenn er nicht zuruecktritt, wonach es im moment aussieht, dann muss ich wirklich sagen:

wenn diese dissertation bei herrn zu guttenberg das resultat "muehevollster kleinarbeit" ist, dann moechte ich nicht wissen, wie bei ihm schlamperei aussieht!

RE: Guttenberg wird zurücktreten | 22.02.2011 | 16:20

ja, diese meinung teile ich.
die causa guttenberg erscheint mir gut fuer eine wahl zu sein. lassen wir doch die "wahlerinnen und waehler" entscheiden!
obwohl es natuerlich einen nachteil haette:
welche "waehlerinnen und waehler" sollten da eigentlich abstimmen? die in seinem wahlkreis? oder die in bayern(sollte alles planmaessig laufen, wird die naechste ltw in bayern am tag der bundestagswahl sein, wenn ich mich nicht irre) oder saemtliche wahlberechtigten in der bundesrepublik. argumente gaebe es fuer alle drei varianten - also das alles natuerlich nur unter der hypothetischen annahme, dass man dies ueberhaupt reglementieren koenne.
aber grundsaetzlich faende ich die wahlloesung auch eleganter.
dann koennte auch niemand behaupten, dass guttenberg von einer neokommunistischen kampagne hingemeuchelt worden sei.
sofern er ueberhaupt abgewaehlt wuerde, was ich zu bezweifeln wage.

RE: Guttenberg wird zurücktreten | 21.02.2011 | 21:59

was meinen sie, wenn sie sagen, dass sie sich schwer tun? welche alternative zur akzeptanz schwebt ihnen vor?

RE: Guttenberg wird zurücktreten | 21.02.2011 | 21:50

ja, und er wird das immer wieder behaupten.
er wird es vielleicht sogar noch behaupten, wenn man ihm den doktor entzogen hat.
und vielleicht sogar noch nachdem man ihn rausgeschmissen hat.
und zu jeder zeit wird es menschen geben, die ihm dies glauben.

RE: Guttenberg wird zurücktreten | 21.02.2011 | 21:14

nun ja.
ich halte dieses argument, guttenberg habe sein muehsam aufgebautes image von redlichkeit und ehrlichkeit durch seinen (wie ich finde inzwischen unzweifelhaften) betrug (denn entweder hat er plagiiert oder einen ghostwriter angeheuert - es gibt nach lage der dinge keine andere erklaerung) verspielt fuer ein wenig realitaetsfern.
denn offenkundig haelt die mehrheit der menschen in diesem land dieses image nach wie vor nicht fuer ein image sondern fuer die realitaet. und dieser eindruck wird sich auch nicht durch diese plagiats - oder ghostwritergeschichte veraendern. man kann das bedauerlich finden, aber man kann es auch akzeptieren.
wenn er geht, was ich nicht ausschliesse, dann nicht, weil irgendjemand, der ihn vorher fuer besonders redlich hielt, dies jetzt nicht mehr tut, sondern weil ihn entweder "neider" als rivalen oder kanzlerinnen als potentielles sicherheitsrisiko loswerden wollen.

RE: Nie mehr raus aus Afghanistan? | 30.01.2011 | 21:27

ich weiss nicht, fuer wie anspruchslos man den zuschauer haelt.
dies ist doch nichts anderes als der xte aufguss von "kienzle gegen hauser". ein rechter trifft auf einen linksliberalen aufdass dabei kontroverse wortgefechte gefuehrt werden, die den geistlosen, actionsuechtigen tv-zuschauer bei laune halten. hauptsache der eine stellt immer schoen das politische weltbild des anderen infrage. das will der zuschauer schliesslich sehen! inhalte? nicht uebertreiben! stichworte reichen voellig! "kontrovers" muss es sein, dass ist alles! das alles nach dem guten alten homer-simpson-prinzip: "und nun, zu meiner belustigung, lasst den affen gegen den elefanten kaempfen!"
wie schoen waere mal ein unaufgeregter polittalk, bei dem es um themen und nicht nur um kontroversen geht!

RE: In D.ein beschönigender Satiregipfel, in F.Hessels „Empört euch“ | 23.01.2011 | 15:45

nun ja.
es gibt nun ja tatsaechliche kabarett-und satireformate in deutschland, in denen die verbrechen in kommunistischen/sozialistischen laendern nicht unbedingt verharmlost, aber doch der besseren wirkung wegen weggelassen werden. man kann an dieser stelle auch nicht differenzieren und sagen, dass diese staaten und ihre diktatoren sich ja nur kommunisten/sozialisten nannten, obwohl sie "eigentlich" gar nichts mit dem kerngedanken dieser ideologien zu tun hatten. dies wirkt in zeiten, in denen die verwalter der pseudo-liberalen markthoerigkeit natuerlich schlau genug sind, sozialismus mit diktatur und verbrechen gleichzusetzen, nicht. und dennoch ist wahr: der ard satiregipfel hat nach richlings erfolgreichem wirken an der verbanalisierung des formates nun vielleicht tatsaechlich die unterste stufe erreicht. einziger lichtblick war wie immer andreas rebers, der eine bitterboese erinnerung an den ueberschwenglichen afrika-hype des letzten jahres lieferte(nebenbei: was ist eigentlich aus tibet geworden?) dennoch: es war gerade mal die erste ausgabe des neuen formats - wir sollten erst einmal abwarten, wie tief es noch geht!

RE: Demokratiegefährder | 23.07.2010 | 22:35

was ist mit der fdp - gibt es bei ihr nicht eindeutig stroemungen, die nebenbei gesagt zurzeit ziemlich maechtig sind und zwar nicht nur innerhalb der partei, deren inhaltliche ausrichtung eindeutig auf die abschaffung des im grundgesetz verankerten sozialstaates ausgerichtet ist? wie ist es bei der csu - widerstrebt sie in teilen nicht eindeutig der grundgesetzlich verankerten trennung von kirche und staat? wie sieht' s bei den gruenen aus - lehnen nicht einzelne ihrer innerparteilichen minderheiten bis heute das staatliche gewaltmonopol ab?
natuerlich redet keiner von denen plump von "ueberwindung", wie es die linkspartei tut. oben genannte haben viel schoenere vokabeln fuer dieselbe sache erfunden. so will die fdp z.b. den sozialstaat nicht "ueberwinden" sondern "treffsicher machen"!
wer ueberwacht die alle???
dass es in der linkspartei stroemungen gibt, die dem grundgesetz in teilen zuwiderlaufen, ist unbestreitbar.
und weiter???

oder um es frei nach einer gysi-rede zum thema afghanistan zu sagen:
hier trifft sich ein grundgesetzbrecher mit einem anderen grundgesetzbrecher zur beobachtung eines dritten grundgesetzbrechers mit der begruendung, dass dieser das grundgesetz bricht!