Johnny H. Van Hove

Historiker, Brüsseler und Berliner. Autor des Buchs "Congoism: Congo Discourses in the United States from 1800 to the Present."
Johnny H. Van Hove
RE: Terror made in Germany | 16.07.2016 | 15:36

Der Artikel will lediglich eine Komplizenschaft beschreiben und kann keine vollständige Antwort über eine in der Tat sehr komplexe Gemengenlage anbieten...

RE: Feministinnen contra Clinton | 13.06.2016 | 13:54

Irak erklärt schon einiges über die ideologische Ausrichtung von Clinton, das stimmt...

RE: Vom linken Argwohn gegen die Wimpel | 07.06.2016 | 20:28

"grassierender Klassismus"/"volkspädagogische Paternalismus" --> ist der Subtext, dass hauptsächlich die 'unteren' Klassen Fußball schauen? Wenn das die Aussage sei, ist sie nicht ganz korrekt, denke ich, wenn ich mir den Fußball-Mob vor meiner Berliner Tür manchmal anschaue...

RE: Die Rache der Arbeiter | 29.05.2016 | 11:30

Vielen Dank für die Erörterungen, die ich für sehr richtig halte und mit viel Interesse gelesen habe. Das Problem der Statistik zeigt, wie tief die Wissenskrise über 'Klasse' ist und wie nötig es ist, darüber zu sprechen - ein Sprechen, dass grundsätzlich hadert mit dem richtigen Vokabular und mit der Frage der Repräsentation. Die 'Arbeiter' sind in der Tat nur ein Teil der Frage, warum Rechtspopulismus in den verschiedenen Ländern so stark geworden sind und die Linke so schwach (ich fokussierte mit Absicht zunächst die westeuropäischen Ländern, die ich gut kenne), ich bin einverstanden, obowhl ich denke, dass die 'Arbeiter' wichter als eine Fußnote in dieser Geschichte sind. Ich werde weiter über das Thema Klasse/Migration/Rechtspopulismus schreiben -- auch an der Schnittstelle von anderen Differenzkategorien. Vielleich macht am Ende das Gesamtwerk dieses Blogs deutlicher, wo der Hase für mich läuft...

RE: Die Rache der Arbeiter | 28.05.2016 | 19:46

"Die Statistiken über den FN & da, da und dort sprechen jedoch noch andere Bände." Ich kenne sie und ich finde nicht, dass sie Eribon widersprechen. Es wird gezeigt, dass NICHT NUR die Arbeiter (besonders die jungen Männer) das FN wählen, mehr nicht. Das Schließt doch nicht aus, dass die Arbeiter 'em masse' das FN wählen?

RE: Die Rache der Arbeiter | 28.05.2016 | 19:34

"die Arbeiter, die jetzt alle [ALLE] rechts wählen..." Das habe ich natürlich nicht vermitteln wollen und ich habe es auch nicht getan. Warum würde ich sonst, beispielsweise, die 86%-Statistik gleich im ersten Satz erwähnen?

RE: Die Rache der Arbeiter | 27.05.2016 | 19:53

Das stimmt!. Auch hier gibt es noch eine Menge Definitions- und Präzisionsarbeit. Es ist gut, dass wieder mehr über Klasse geredet wird, aber wahrscheinlich müssen wir (wieder?) lernen, wie wir das differenziert tun - das ist keine einfache Sache nach 30 Jahren neoliberales Brainwashing. Learning by doing, nehme ich an?

RE: Mehr Widerstand wagen | 27.05.2016 | 19:45

Ein kurzes Zitat aus meiner aktuellen Rezension ("Die Rache der Arbeiter") über Didier Eribons wunderbare Buch "Rückkehr nach Reims" ist hier angebracht.

"Die linke Wählerschaft läuft heute scharenweise zum rechtspopulistischen Klassenfeind über. Sie tue das primär aus Notwehr und Opposition gegenüber der dominanten Massenoligarchie, wie Emmanuel Todd die Klassen oberhalb der traditionellen Arbeiterklasse in seinem sehr lesenswerten Buch Wer ist Charlie? nennt, die ihr akzeptables Bildungsniveau und Einkommen auf Kosten der populären Schichten durchsetze. Ein weiterer Grund ist, so führt Eribon an, dass die Arbeiterklasse keineswegs dazu prädestiniert sei, links oder progressiv zu wählen: Ein Denkfehler, der bis heute unter vielen Linken herrsche. Am Ende seien Rechtspopulisten in erster Linie sehr erfolgreiche Einfänger und Verstärker der negativen Passionen der Arbeiterklasse, die im Kontext ihrer zunehmend schwierigen sozio-ökonomischen Lage entstehen. Dieser Umstand wird besonders vor dem Hintergrund Eribons eigener Familiengeschichte deutlich."

RE: Die Rache der Arbeiter | 27.05.2016 | 19:17

Die Frage der Unterdrückung/Unterwerfung ist eine sehr wichtige, besonders vor dem Hintergrund von 'Arbeiterkindern' wie Gerhard Schröder, Sigmar Gabriel und Stefan Raab, beispielsweise. Wann wird das Mitspielen zum Komplizenschaft? Das Buch hat keine Antwort darauf, aber ansonsten ist es ohne Weiteres empfehlenswert...