johnny

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RE: Das popliterarische Zwölfeck | 20.01.2010 | 12:02

Hallo Herr Dax,

vielen Dank für die Replik (hatte mich schon gefragt: Was sagt der Dax dazu?)! Meine Zeilen auf die paar Stänkereien zu beschränken halte ich jedoch für etwas irreführend.

Ich vertraue der Urteilskraft der SPEX-Leser/innen ebenso viel oder wenig wie der von Musikjournalisten und den Pop-Diskurs mag ich sehr, habe mich aber im Artikel gefragt, warum dieser, wenn es denn nun schon eine Gesprächsrunde sein soll, nicht ins Netz verlegt wird, um eine tatsächliche "Vielstimmigkeit der Argumente" zu haben – man könnte also die Frage zurückgeben: Vertrauen Sie Ihren Lesern nicht?

Ähnlich wie "wahr" in einem vorhergehenden Kommentar hier vermute ich, dass es eben doch um eine gewisse Deutungshoheit geht. Diesen Anspruch fänd ich überhaupt nicht verwerflich, würde dabei aber die Position des Einzelnen immer noch vorziehen, um dann den Diskurs anschließen zu lassen.

Eine weitere Kritik galt der meiner Meinung nach besonders im Vergleich zu den britischen Kollegen fehlenden Leidenschaft und der von mir verspürten kompletten Verkopfung der Beschäfigung mit Popkultur, hier befürchte ich nach der ersten "neuen" Ausgabe eine Steigerung durch den Redaktionsdiskurs – aber das geht vielleicht, wie man am Kommentar von "spellbound" sieht, nur mir so.

Lassen Sie mich zuletzt noch anmerken, dass ich größten Respekt vor Ihrer Arbeit habe und Neuerungen oder neue Herangehensweisen an die eigene Arbeit immer schätze. In diesem Fall hat mich die Argumentation einfach nicht überzeugt, und das tut sie ehrlich gesagt noch immer nicht.

Aber: Es geht ja gerade erst los. Warten wir also ab, ob ich meine Meinung in ein paar Monaten revidieren muss, weil das Vorhaben ungeahnte neue Aspekte ins Spiel bringt, oder ob die auch von mir als wichtig empfundene Kontextualisierung in der Redaktionsdebatte tatsächlich flöten geht, wie von mir bisher befürchtet.

In jedem Fall hat Ihr Schritt eine kleine Debatte über die Auseinandersetzung mit Popkultur angestoßen und das kann ja nichts schlechtes sein.

Beste Grüße und viel Erfolg!

(Liebe Freitag-Redaktion, könntet ihr irgendwann mal bitte "Haeusler" schreiben, mit "ae"? Ist nicht so wichtig, wäre aber nett. Danke!)