RE: Kampf ums Internet | 17.02.2019 | 01:51

>> Denn hier treffen eben neue Technologie auf ein Denken, das noch stark verhaftet ist in den Zeiten vor dem Internet.

Sorry, aber solche Sprüche zeigen wirklich die ganze Unwissenheit vieler Leute, insbesondere auch die unserer selbsternannten Internet-Experten.

Die Kampagne "Save your Internet" oder auch (früher) "Verteidige dein Netz" ist eine von Google lancierte Lobby-Kampagne, die den wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens dient, dazu aber vorgibt, das sogenannte "freie Internet" retten zu wollen, und zwar vor angeblichen "Zensurmaschinen", die die geldgierigen Produzenten der Inhalte, die die Leute dank Google gratis konsumieren, aufbauen wollen, im Zusammenspiel mit Politikern, die das Internet "nicht kapiert" haben. Hahaha!

Wie blöd muss man eigentlich sein, um solchen Schwachsinn zu glauben?

Tatsache ist, dass Google dank seines Provider-Privilegs überhaupt nicht für das eigene Angebot verantwortlich ist - im Gegensatz zu allen anderen Firmen auf der Welt. Keine Verantwortung bedeutet auch keine Kosten und somit satte Gewinne und große Lobby-Budgets, um diesen Zustand auch politisch zu erhalten. Goolge verdient sein Geld auf Kosten derjenigen, die Inhalte herstellen, und deren Fianzierung ist in den letzten beiden Jahrzehnten dramatisch prekärer geworden ist. Insbesondere die freie Presse ist betroffen und natürlich die Musikkultur. Das sind real existierende, gravierende Probleme, aber alle Welt seiert Googles Ablenkungsmanöver von der angeblichen "Zensurmaschine" nach.

Dabei ist es höchst unwahrscheinlich, dass es im größeren Stil zu Overblocking kommt, weil Plattformen wie Youtube schließlch davon leben, so ziemlich alles anzubieten, was es gibt. Overblocking wäre also gegen das eigene Geschäftsinteresse - und das hat dort einen sehr hohen Stellenwert!!!

Wenn es zu Overblocking kommen sollte, dann ist das genauso so schlimm, wie wenn Aldi kein Nutella im Sortiment führt: absolut bedeutungslos! Youtube ist kein öffentliches Archiv, erfüllt keinen öffentlichen Auftrag, sondern ist einfach ein privatwirtschaftliches, profitorientiertes Unternehmen, mit einem Angebot das in Gewinnabsicht öffentlich vermarktet wird.

Zensur bedarf immer einer inhaltlichen Absicht. Und die ist keinesfalls gegeben. Wer also etwas von "Zensurmaschinen" faselt, will ganz bewusst die Öffentlichkeit belügen, bzw. war blöd genug diese Lügen zu glauben und sie weiter zu verbreiten.

Das Neuland hat wirklich vielen Leuten den Kopf verwirrt, insbesondere auch Frau Reda, Herrn Beckedahl, oder Herrn Lobo - solche "Netzaktivisten" leisten der Gesellschaft einen Bärendienst. Nicht umsonst ist die AfD ganz auf der Linie der Kritiker der (sog.) Uhrheberrechtsreform - allerdings in vollem Bewusstsein, Kulturschaffende zu schädigen und die Möglichkeiten zur Verbreitung von Fakenews erhalten zu wollen!

RE: Verklärte Sicht | 13.02.2019 | 02:00

Es geht uns einfach zu gut - das ist unser Hauptproblem!

Schlimm wozu 70 Jahre Frieden, Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit und - vor allem - Wohlstand führen können. Denn wenn es dem Esel zu wohl ist, dann will er nunmal partout auf's Eis, um sich ein Bein zu brechen...

Neu an unserer Situation ist, dass wir massenhaft unkuratierte Medien nutzen, die ständig um Aufmerksamkeit buhlen, um Klicks zu generieren.

Neu ist auch, dass tagespolitische Aufgabenstellungen - in Ermangelung "echter" Probleme - reißerisch überhöht und maßlos übertrieben dargestellt werden.

( man denke nur an "Metoo", die "Klimakatastrophe", die "Schere zwischen Arm und Reich", die grassierende "Kinderarmut", die "Digitalisierung" oder den heroischen "Kampf um das freie Internet" etc.)

Wenn die aufmerksamkeitsheischenden Übertreibungen aber geglaubt und politische Narrative wörtlich genommen - oder umgekehrt, als angebliche "Lüge" runweg abgelehnt - werden und nach "Alternativen" geplärrt wird, ist der Beinbruchnatürlich nicht mehr weit.

Allerdings: es liegt einzig an den Eseln dieser Welt, dass sie Esel sind!

RE: „Eine absurde Strategie“ | 12.02.2019 | 20:40

Der Friede wird nicht durch Armeen gesichert, sondern durch freien Handel!

Daher sollte man die Situation nutzen, um dieses marode Milliardengrab einer Armee, samt seiner ehrgeizigen und meschuggen Ministerin, endgültig zu entsorgen. Stattdessen könnte man eine europäische Armee aufbauen, als Zwischenschritt zu einer globalen Uno-Truppe. Nur fürchte ich, dass dieser vernünftige Plan erst umgesetzt wird, nachdem man alle unvernünftigen ausprobiert hat und damit kollossal gescheitert ist.

Adenauer hat den historischen Moment seinerzeit versäumt, ein modernes und vorbildliches Land ohne Armee aufzubauen. Damals war das Fenster in eine andere Zukunft eine zeitlang offen - aber es hätte einen größeren Charakter gebraucht, um diesen Schritt zu wagen, als den eines Konservativen. Vielleicht wagen es die Konservativen nach dem nächsten großen Krieg, dessen Saat - auch durch die Bundeswehr - bereits gelegt ist.

Verfluchtes Militär! Verfluchter Nationalismus! Verfluchter Krieg!

RE: Wer ist hier eigentlich ohne Empathie? | 30.01.2019 | 22:06

Man muss kein Klimaskeptiker sein, um Frau Thunberg als psychisch auffällig zu erachten, und umgekehrt sollte man als Klimaschützer nicht ausgerechnet eine Autistin idealisieren. Wer will, dass andere "in Furcht und Panik geraten" ist jedenfalls frei von Emathie für seine Mitmenschen.

Wer ist denn bereit, auf all die Annehmlichkeiten zu verzichten, die den Klimawandel auslösen - auf den Wohlstand, die Konsummöglichkeiten, das Reisen und die behaglich warmen Wohnungen und Häuser? Jedenfalls nicht die Masse an Wählern und Konsumenten, wahrscheinlich nichtmal ausgewisene Klimaschützer. Es ist bigott, "Politik und Wirtschaft" für die Folgen des eigenen Konsumverhalten verantwortlich zu machen.

Aber selbst wenn wir uns einschränken und Emissionen reduzieren, werden wir den Klimawandel dennoch erdulden müssen! Panik ist dabei ein schlechter Ratgeber, stattdessen wären gezielte Vorbereitungen auf das künftige Klima notwendig. Grade die Zuspitzung auf das Verhindern des Klimawandels, verstellt den Blick auf diese notwendigen Maßnahmen.

Ob Panikmache daher als politisches Mittel geeignet ist, erscheint mir fragwürdig. Wenn die einen dagegen abstumpfen (Klimaleugner), während die anderen Dystopien im Stile von Roland Emmerich für bare Münze nehmen und real darunter leiden (Frau Thunberg), ist es höchste Zeit zur Vernunft zurückzukehren: Klimaschutzt ohne Angst und Panik!

RE: „Warum nicht mal eine Wirtschaftsdemokratie?“ | 14.11.2018 | 05:26

Sie haben vollkommen Recht, dass dieses Forum die Filterblase einiger ewig gestriger Wirrkköpfe ist, die gegen die Windmühle der kapitalistischen Bestie kämpfen, oder zumindest mit Schröder abrechnen wollen, egal wie gut es dem Land tatsächlich geht. Vielleicht geht es vielen von uns schon so gut, wie dem Esel, der auf's Eis steigt, um sich mangels anderer Probleme ein Bein zu brechen...

Was die Parteien angeht, so sehe ich zwei andere Gruppen, als Sie. Zum einen gibt es die realpolitisch orientierten, sozialdemokratischen Parteien SPD, CDU und Grüne. Diese Parteien lenken die Geschicke unseres Landes seit Jahrzehnten und sind maßgeblich für Friede, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Freiheit und Wohlstand verantwortlich. Sie sind am Gemeinwohl orientiert und politikfähig.

Auf der anderen Seite gibt es die politikunfähigen Parteien, die ideoligisch geprägt sind und insbesondere einer bestimmten Ideenwelt zum Sieg verhelfen wollen. Die AfD dem Nationalismus, die FDP dem Liberalismus und die Linke dem Sozialismus. Ideologienaus dem 19. Jahrhundert, die inzwischen deutlich an Genießbarkeit eingebüßt haben. Am deutlichsten ist dies beim Nationalismus, einer Chiffre für kollektiven Egoismus, die mehr Tod gebracht hat, als alle Pestepidemien. Die Wirtschaftsliberalen sind eine bourgeoise Interessensvertretung in Parteiform, das ist undemokratisch und unsozial - auch wenn das freie Unternehmertum sicherlich zur Demokratie dazugehört. Die Sozialisten haben viel Schaden angerichtet, aber sie meinen es gut und haben mit der Betonung des Sozialen und vor allem auch des Internationalen natürlich vollkommen recht. Die aktuelle Linke hat jedoch keinerlei Konzepte für nichts.

Alle drei Parteien sind populistisch und versuchen Wähler zu gewinnen, indem sie an deren Streben nach Eigenutz appellieren und ihnen persönliche Vorteile in Aussicht stellen. So kann der protestwählerische Ochlo auch völlig unideologisch von der Linkspartei zur AfD umsatteln. Stimmen für diese drei Parteien sind verlorene Stimmen.Unseren patridiotischen Pöbel mag der Teufel holen, und Herrn Lindner stimme ich ausdrücklich zu, dass es besser ist, wenn die FDP nicht regiert, denn sie ist schlecht. Aber mit dem Politikboykott der Linken, ihrer Weigerung an einer Sozialdemokratie mit Marktwirtschaft teilzunehmen, möchte ich mich nicht abfinden. Insofern betrete ich Ihre Filterblase mit einer Mission...

Ich weiß, es ist schwer, einmal gewonnene Überzeugungen, identitätsstiftende Meinungen und liebgewonnene Ansichten auf den Prüfstand zu stellen, oder gar zu revidieren - insbesondere wenn man sich ihrer immer wieder im Kreise Gleichgesinnter gegenseitig versichert. Wir halten an Lebenslügen fest, weil sie uns Halt und Sicherheit geben - so falsch sie auch sein mögen. Aus der Lüge erwächst allerdings weder die Wahrheit, noch überhaupt irgendwas Gutes. Sie können natürlich gerne fortfahren, mit Gesinnungsgenossen den Kapitalismus zu beschimpfen, immer wieder mit spitzem Finger auf soziale Probleme zu verweisen und daraus den kommenden Niedergang dieser schrecklichen Ideologie zu orakeln. Aber wenn die simple Feststellung, dass wir seit siebzig Jahren in Frieden, Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Wohlstand leben, der erschütterndste, aufwühlendste, ja revolutionärste Satz ist, der wohl je in diesem Forum geäußert wurde, dann könnte das schon zu denken geben.

RE: „Warum nicht mal eine Wirtschaftsdemokratie?“ | 14.11.2018 | 04:20

Meines Wissens diente die Niedrigzinspolitik der EZB dazu, eine Deflation zu verhindern - aber dies nur am Rande. Ich finde es kurios, dass Sie die Miterhöhungen betonen, gleichzeit aber anführen, dass die es keine Inflation gab. Vielleicht ist das Wohnungsproblem doch nicht ganz so gravierend, wenn es sich nicht auf die Inflation auswirkt. Zumindest arbeitet die Politik sich bereits seit einiger Zeit daran ab (siehe Mietpreisbremse etc.).

Natürlich können Sie immer weiter irgendwelche tagespolitischen Probleme betonen, um damit den Eindruck zu erwecken, Schröders Reformpolitik hätte alles schlechter gemacht. Nur stimmt das halt nicht. Schröders Reformen haben die wirtschaftliche Situation im Land verbessert. Ohne diese Reformen ginge es heute allen schlechter. Alle wären ärmer und die Sozialkassen wären überlastet. Man hat daher den Eindruck, dass es den Linken weniger um das Lösen von realen Problemen geht, als um eine ideologische Abrechnung mit Schröder - keine positive Motivation und auch kein rechtschaffenes Anliegen!

Aber die Lohnquote ist ein gutes Stichwort für die Auffassungsunterschiede zwischen Ihnen und mir. Wir haben eine Situation, in der alle Menschen auskömmlich leben können. Das bewerte ich als gut, und mir ist es dabei egal, wenn einige Wenige durch hohe Kapitalerträge besonders viel verdienen. Hauptsache alle leben auskömmlich, denn das erachte ich als Gemeinwohl.

(Realpolitisch habe ich gegen eine höhere Besteuerung von Kapitalerträgen natürlich nichts einzuwenden und befürworte ausdrücklich die Ausweitung internationaler Steuerabkommen sowie eine - möglichst globale - Börsenumsatzsteuer!)

Sie betonen dagegen die hohen Einkommen einger Weniger und stören sich so sehr daran, dass Sie bereit wären ein System, das offenkundig dem Gemeinwohl dient, nur aus diesem Grund komplett in Frage zu stellen. Ist es ungerecht, wenn einer mehr hat als der andere? Solange jeder genug hat - eher nein. Aber der Mensch begehrt nunmal das, was der andere besitzt, orientiert sich am Mitmenschen und neidet dessen Reichtum...

Ich rate dazu, das Gemeinwohl als Bewertungskriterium anzuwenden und stets zu prüfen, ob nicht Habgier und Neid zum Maßstab gemacht werden. Denn wenn solche negativen Instinkte die Oberhand gewinnen, kommt schnell noch die Lüge dazu und wir reiten mitten hinein in der postfaktische Apokalypse der Populisten.

RE: „Warum nicht mal eine Wirtschaftsdemokratie?“ | 14.11.2018 | 03:42

Ihr Problem mit meinen Äußerungen ist, dass ich keiner Ideologie folge. Im Gegensatz zu Ihnen bin ich nämlich keinem Mantra aufgesessen - weder dem Wirtschaftsliberalen, noch dem Nationalen, noch dem Sozialistischen und schon gar nicht dem Anti-Schröderschen, oder etwas noch Blöderem.

Schröders Reformen haben einen wirtschaftlichen Aufschwung bewirkt. Sie verschwenden Ihre Zeit damit, diese Wahrheit zu leugnen, sie wegzudiskutieren oder zu relativieren. So sehr Sie sich dabei auch tagespolitische Probleme betonen, so wäre die Probleme ohne die Hartz-Reformen doch weitaus größer. Es gäbe weniger Beschäftigte, eine höhere Arbeitslosigkeit, geringere Löhne, geringere Steuereinnahmen, geringere Sozialeinnahmen, geringere Sozialleistungen, weniger Kindergeld, mehr absolute Armut, mehr Kinderarmut, und mehr zu erwartende Altersarmut.

All das ist Ihnen jedoch herzlich egal, Sie wollen mit ihren Genossen von der Linkspartei einfach nur die alten Mantras singen und sichihre Lebenslügen nicht enlarven lassen.

Ich habe Verständnis, wenn man Sozialabbau kritisiert. Aber wenn sich eine politische Maßnahme als nutzlich erweist, muss man eben auch soviel Charakter besitzen, dies anzuerkennen und soviel Verstand, falsche Vorstellungen zu korrigieren. Die Linkspartei ist die Trutzburg all derjenigen, die diese Leistung nicht erbringen und sich stattdessen in eine postfaktische Parallelwelt verabschiedet haben - wissend, dass die kruden Ansichten und die fehlenden Zunftskonzepte nie auffallen werden, da man sich nie in realer Politik wird beweisen müssen. Eine konzeptlose, eine politikunfähige, eine tote Partei! So kann man als Klassenkämpfer-Wiedergänger ewig alles besser wissen und naserümpfend jede politische Herausforderung zum Symptom des prophezeiten Systemversagens aufbauschen.

Wenn Sie in dieser Phantasiewelt ihre Kraft vergeuden möchten, dann sei es so. Ich bin in diese Freitags-Forum-Filterblase eingedrungen, weil ich hoffe, den ein oder anderen in die Realität zurückholen zu können. Die Menschheit braucht linke Köpfe, aber nicht welche aus dem 19. sondern aus dem 21 Jahrhundert, auch um die globale Marktwirtschaft im Sinne des Gemeinwohls auszugestalten!

RE: „Warum nicht mal eine Wirtschaftsdemokratie?“ | 13.11.2018 | 06:02

Ich halte Ihren Humor auch für eher dürftig, ebenso wie ihr Textverständnis. Ist Ihnen diese Passage entgangen, die Ihre Frage im Grunde beantwortet?

"Es wird keine linke Zukunftspolitik geben, solange man die bestehende soziale Marktwirtschaft nicht in ihren Segnungen anerkennt. Frau Wagenknecht und die Linkspartei sind die Trutzburg derjenigen, denen diese notwendige Einsicht fehlt. Sie verhindern linke Mehrheiten, verhindern einen linken Fortschritt und begünstigen indirekt auch den zerstörerischen Aufstieg der Rechten!"

RE: „Warum nicht mal eine Wirtschaftsdemokratie?“ | 13.11.2018 | 05:49

Habe bislang noch keinen FDP-ler die Politik der SPD loben gehört, nichtmal, wenn sie wirtschaftsfreundlich ist - dazu ist wahrlich zuviel Beton in den Köpfen der seelenlosen Juppies

- Wirtschaftswachstum vs. Umwelt

Die zentrale Herausforderung in Gegenwart und Zukunft ist in der Tat ein verantwortungsvoller Umgang mit den vorhandenen Ressourcen und eine regenerative Energiegewinnung. Letzteres ist auf den Weg gebracht, in Bezug auf die Ressourcenschonung plädiere ich für Konsumverzicht.

- steigende Beschäftigungszahlen vs. Zunahme prekärer Beschäftigung, nahezu statistische Neuausrichtung der Berechnung der Arbeitslosen

Die Arbeitslosenstatistik wurde ja seinerzeit von Schröder mal bereinigt. Gedankt hat ihm das keiner, inzwischen ist sie wieder ein wenig verwässert. Tatsache ist aber, dass die Beschäftigungszahlen steigen und die Arbeitslosigkeit seit Jahren sinkt. Die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt führt zu wachsenden Löhnen, steigenden Steuer- und Sozialeinnahmen und sinkenen Ausgaben der Agentur für Arbeit - übrigens auch für die aus der Statistik dann herausfallenden Teilnehmer an "Arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen".Der Zuwachs an prekären Beschäftigungsverhältnissen ist aber definitiv ein Riesenproblem. Gerinqualifizierte verdienen heute im Dienstleistungsbereich nur noch einen Bruchteil dessen, was früher in der Industrie gezahlt wurde. Dieser Strukturwandel lässt sich nicht rückabwickeln, aber hier ist die Politik dennoch gefordert. Es ist vollkommen richtig, dass man die ausufernde Leih-und Zeitarbeit sowie die Möglichkeiten der Befristung stark eingehegt hat. Überdies wurde das Instrument des Mindestlohns geschaffen, das sich bereits als nützlich erweisen hat und es auch in Zukunft sein wird.

- wachsende Einkommen vs. zunehmende Kinderarmut

Wenn die Einkommen steigen, dann steigt auch die 60-Prozent-Schwelle, unter der man als arm gilt. Sicher ist es selig, den Armen zu geben und Umverteilung ist und bleibt eine der Hauptaufgaben des Staates, aber ein paar Mathematikkenntnisse in der Bevölkerung wären ebenfalls segensreich. Wir erleben es immer wieder, wie Statistiken selektiv oder übertrieben eingesetzt werden, um politisch Stimmung zu machen. Gerade die angebliche "Kinderarmut" hat etliche rechenschwache Mitmenschen zu Wutbürgern gemacht und sie in die Arme der nationalistischen Rattenfänger getrieben. Frau Wagenknechts "Propaganda der billigen Art" ist reichlich überzogen angesichts einer Sachfrage auf die bereits vielfach reagiert wird (Kindergelderhöhung, Kita-Förderung etc.).

- sinkende Staatsschulden vs. Schleifen der öffentlichen Insfrastruktur

Staatliche Investitionen sind ein probates Mittel der Wirschaftsförderung. Warum dies ausgerechnt in Zeiten wirtschaftlichen Wachstums eingesetzt werden sollte, erschließt sich mir jedoch nicht. Vor die Wahl gestellt, das vorhandene Geld zu verkonsumieren und in Beton (bzw. Netflix-HD-Zugänge) zu investieren, oder Staatsschulden abzubauen und den Staat unabhängiger und handlungsfähiger zu machen, entscheide ich mich jedenfalls für Letzteres.

RE: „Warum nicht mal eine Wirtschaftsdemokratie?“ | 13.11.2018 | 03:59

Von den USA war keine Rede, aber es stimmt natürlich, dass die USA permanent Kriege führen. Das Land ist abgrundtief nationalistisch und militaristisch, und droht die Welt alsbald in den Abgrund eines Atomkriegs zu reißen. Es beginnt bereits mit Handelskriegen... merken Sie was? Der globale Handel könnte friedensttiftender sein, als Sie meinen.Die Zahl der Hungertoten liegt übrigens weitaus niedriger, als die Zahl die Sie nennen. Vielleicht sollten Sie die Statistiken der Weltbank und der UNO, die Sie zitieren, auch tatsächlich einmal lesen. Die weltweite Armut sinkt seit Jahrzehnten und zwar maßgeblich dank des globalen Handels.

Schröder hat die Wirtschaft durch Sozialabbau und eine Senkung der Arbeitskosten belebt, ein Aderlass, der inzwischen wieder ausgeglichen ist, denn die Reallöhne steigen, ebenso wie das Gesamteinkommen, die Staatseinnahmen und die Einnahmen der Sozialkassen. Dass dies mit einer reduzierten individuellen Arbeitszeit einherginge, ist mir unbekannt, wäre aber toll!Für Geringfügig Beschäftigungen (450-Euro-Job) werden übrigens - wenn auch reduziert - ebenfalls Sozialversicherungsbeiträge abgeführt. Eine Reform die seinerzeit ausgerechnet von Schröder eingeführt wurde. Aber ich möchte Sie nicht noch mit weiteren offenkundigen Fakten bloßstellen.