Krankenhausserien im Vergleich: Deutsche Produktionen gaukeln heile Welt vor

Fernsehen Britische und US-amerikanische Krankenhausserien wie „This is Going to Hurt“ und „Code Black“ zeigen die Missstände der Gesundheitssysteme. Ganz anders sieht die deutsche Krankenhausfiktion aus – Warum?
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 02/2023
Klar, die Assistenzärztin Viktoria Stadler „stürzt sich wieder emotional tief in den Fall“, was dem Oberarzt Dr. Matteo Moreau „überhaupt nicht gefällt“: Folge 323 von „In aller Freundschaft“
Klar, die Assistenzärztin Viktoria Stadler „stürzt sich wieder emotional tief in den Fall“, was dem Oberarzt Dr. Matteo Moreau „überhaupt nicht gefällt“: Folge 323 von „In aller Freundschaft“

Foto: Jens-Ulrich Koch/ARD

Krankenhausserien sind aus dem Fernsehen fast ebenso wenig wegzudenken wie der TV-Krimi. Dabei ist das Genre noch gar nicht so lange etabliert. Als das Hafenkrankenhaus 1968 im NDR startete, fühlte man sich genötigt, dem Publikum im Vorspann erst einmal zu erklären, was daran interessant sein soll: „… hilflos sind wir, voll Angst und Hoffnung, und angewiesen auf Menschen, von deren Hilfsbereitschaft unser Leben abhängen kann“, sagt der Erzähler aus dem Off.

1980 wurde dann Das Krankenhaus am Rande der Stadt ausgestrahlt, eine Produktion aus der sozialistischen Tschechoslowakei, die sowohl in der DDR als auch in der BRD in unterschiedlichen Fassungen erfolgreich war. Mitte der 1980er folgte Die Schwarzwaldklinik, damit war das Genre im deutschen Fer