Julia Seelenfeld

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RE: Der Konsum ruft | 23.09.2009 | 19:45

Der ganze Artikel erscheint mir wie eine Blase, die nach dem Lesen zerplatzt, die in Aussicht gestellte große Inhaltlichkeit reduziert sich auf oberflächliche Aussagen, die mir sehr zu denken geben.
Vermessen halte ich ihre Gleichstellung eines Kaufsüchtigen, der unter Umständen „auch eisern sparen sollte“, mit einem Broker. Meinen sie, das es einem Harz IV-Empfänger nicht zusteht, kaufsüchtig zu sein, obwohl er zu „allen“ gehört, (Die Gier nach Besitztümern hat uns alle ergriffen …...ihre Worte).
Einerseits verdeutlichen sie, dass der gierige Kaufsüchtige berechtigt gierig auf die Kaufhandlung ist, damit er Defizite in seiner Persönlichkeitsentwicklung scheinbar ausgleichen kann, andererseits führen sie die Auffassung von Psychologen ins Feld, dass Eigentum und Besitztümer als eine Art „verlängertes Selbst“ erfahren wird.
Die Aussage, dass „Kaufen fast eine Bürgerpflicht sei“, hätte ich in dieser Zeitschrift nicht erwartet. Vielleicht hilft Robert Kurz mit einigen Erläuterungen aus, damit auch sie sich ganz sicher sind, dass das Konsumieren von Waren das A und O des kapitalistischen Systems ist.
Obschon die Zahlen aus der Untersuchung der Universität Hohenheim den logischen Schluss zulassen, dass nicht alle Menschen einer Gesellschaft kaufsüchtig sind, behaupten sie im Weiteren, dass es keine Krankheit einzelner Individuen ist, sondern fragen in welchem Ausmaß unsere ganze Kultur erkrankt ist.
Meines Erachtens subsumieren sie den Unterschied zwischen unkontrollierter Kaufsucht und kontrollierter unter den weiten Begriff der Normalität und bringen ihn damit zum Verschwinden.