Julia Seeliger

schreibt alle vier wochen das "medientagebuch"
Julia Seeliger
RE: Erhellende Einkäufe | 20.10.2018 | 13:19

"In Ihrem Text erkenne ich übrigens keine unmäßige Emotionalität"

Jau, das war auch nicht auf den Text bezogen, sondern auf andere Kommentare im Internet. Eine der Thesen des Textes ist es ja, dass traumatisierte Personen durch die Ermunterung, im Internet Kommentare zu ihrem Leid zu hinterlassen ("Aufschrei" "Metoo"), davon abgehalten werden, sich mit ihrem Problem zu befassen. Jeder Netzkommentar ist ja eine kurzfristige Entlastung, man (bzw. frau) fühlt sich kurz stark – langfristig tut sich aber gar nichts.

RE: Erhellende Einkäufe | 19.10.2018 | 10:50

"was leider auch ein Statement über die Souveränität derer impliziert, die sich von ihr angegriffen fühlen und sie anpöbeln, statt darüber zu diskutieren"

Das ist zweifelsfrei richtig. Nur welche Aussagekraft haben solche schmerzerfüllten Kommentare im Internet (meine eingeschlossen)?

RE: Geht klar, Pauker | 21.08.2018 | 10:53

Sie haben den Kern des Artikels erfasst. Ich habe diese Beobachtung auf einer Fachveranstaltung von "Gutes Aufwachsen mit Medien" aufgeschnappt und fand sie tatsächlich sehr interessant. Natürlich müsste sie nun auch empirisch untermauert werden. Ich finde allerdings, es deutet einiges darauf hin - sie mögen die Beobachtung klassistisch finden, aber natürlich sind lange Texte im traditionell finanziell besser aufgestellten Bildungsbürgertum zu Hause. Bücher, Tolinos, genaues Hinschauen bei dem, was das Kind macht, Handyabstinenz bis zum 14. Lebensjahr und die genannten "device-freien" Kinderbetreuungen: ich denke, da ist schon was dran.

Vielleicht interessiert Sie in diesem Zusammenhang der Artikel von Frank Rieger bei der FAS, der in eine ähnliche Richtung geht: "Die Aufmerksamkeitsvampire" http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/die-aufmerksamkeitsvampire-smartphone-verbot-an-schulen-15742699.html

RE: Geht klar, Pauker | 20.08.2018 | 12:46

Geht um Ressoucen Aufmerksamkeit und Ruhe.

RE: Wie der Wolf am Zaun | 01.07.2018 | 16:16

Verzeihung, "allen anderen" war falsch, gemeint sind natürlich nur die Miesmacher, die mir nun vielleicht sagen können, wie ich hier beim Freitag einen Leserkommentar bearbeiten kann ;-) werden Sie mal konstruktiv.

RE: Wie der Wolf am Zaun | 01.07.2018 | 16:11

Lars Hartmann, der Weg des Epikur ist tatsächlich spannend. Ich lese darüber ( Ataraxia: die Bezeichnung der Epikureer und Pyrrhoneer für das Ideal der Seelenruhe) gerade viel in "Das Spinoza-Problem" von Irvin D. Yalon, eine wirkliche Enpfehlung, Philosophie kombiniert mit Psychologie, toll geschrieben. Auch habe ich gestern bei einer Karl-Marx-Fahrt mit der SPD erfahren, dass Marx über Epikur promovierte – na wenn das nicht eine Motivation ist, mehr über die Epikureer zu erfahren! Die kannte ich bislang nur als weinselige Gegenspieler der Stoiker (aus dem Latein-Unterricht).

Allen anderen sei gesagt, dass ihre Kommentare mehr über die Situation des oder der Kommentierenden aussagen als über meine. Danke für das Offenlegen Ihres Selbstmitleids – noch gute Besserung wünsche ich Ihnen.

Streben wir doch alle nach ein bisschen mehr Seelenruhe in diesen aufregenden Zeiten. Denn auch, wenn es seit ein, zwei Jahren nicht mehr so langweilig ist im politischen Diskurs, ja in der Welt an sich, so sollten wir alle, auch in Hinblick auf das Verhältnis zu unseren Mitmenschen, schauen, dass wir geistig gesund und klar denkend bleiben.

In diesem Sinne: bis zur nächsten Kolumne. Hier in Bonn ist es sonnig und, da es seit Beginn des Bombenwetters noch nicht geregnet hat, so unschwül wie lange nicht.