Studium: Ein Privileg?

Studium ist nicht gleich Studium.
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Wird einem in der Schule noch gesagt, dass man mit einem Abitur und entsprechenden Noten später all das machen kann, was man machen will, merkt man beim Studieren schnell, dass dem nicht wirklich so ist. Denn leider scheint ein Studium vor allem etwas für Menschen zu sein, die eher reiche oder zumindest wohlhabende Eltern haben. All die Studenten, die nicht mit solchen Eltern gesegnet sind, merken schnell, dass es beinahe unmöglich ist, zu studieren, ohne sich ständig Sorgen um die eigenen Finanzen machen zu müssen.


Fehlende Unterstützung

Natürlich gibt es für einige Studenten BAföG und natürlich gibt es Studienkredite. Klar ist auch, dass Studenten keine Probleme haben dürften, einen Nebenjob zu finden. Aber wie soll sich das mit einem Studium vereinbaren lassen? In einigen Universitäten gibt es immer noch die Anwesenheitspflicht und zudem so viele Verpflichtungen, dass man als Student froh sein kann, wenn man mal ein paar Stunden nichts zu tun hat. Wenn diese freie Zeit dann auch noch mit Arbeit gefüllt werden muss, kommen viele Studenten schnell an den Rand ihrer Belastbarkeit. Es kommt leider nicht selten vor, dass Studenten teilweise so wenig Geld zur Verfügung haben, dass sie anfangen, ihre für das Studium angeschafften Fachbücher zu verkaufen, um sich den Kühlschrank zu füllen. Wer vor dieser Entscheidung steht, sollte es wenigstens zum besten Preis tun.

Schlechter Einfluss

Dass so viele Studenten sich permanent Sorgen um ihre Finanzen machen müssen, hat natürlich auch Auswirkungen auf ihre Leistungsfähigkeit. Während es Studenten gibt, die von ihren Eltern finanziell unterstützt werden, oft außer dem Studium keinerlei Verpflichtungen haben, und so beliebig viele Stunden mit Lernen verbringen können, gibt es auch solche Studenten, die froh sind, wenn sie mal ein paar Stunden zum Lernen und/oder dem Erledigen von Hausarbeiten erübrigen können. Dass solche Studenten langfristig gesehen oft nicht so gute Leistungen erbringen können, wie die Studenten, die sich voll und ganz dem Studium widmen können, dürfte jedem klar sein. Es ist schade, dass es jungen Menschen, die etwas aus ihrem Leben machen wollen, teilweise so schwer gemacht wird, und es ist schade, dass zum Teil immer noch die soziale Herkunft darüber entscheidet, wie weit man im Leben kommt/kommen kann.

12:11 30.10.2013
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Geschrieben von

Julian

Aus dem Leben eines Studenten.
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Julian

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