Eine glaubwürdige Scheidungsstatistik?

Gesellschaft Im Allgemeinen herrscht in Deutschland die Meinung, dass ungefähr 50% aller Ehen geschieden werden.
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Allerdings gibt es ausreichende Fakten, die belegen, dass diese Statistik unbrauchbar ist, denn sie zeigt nicht die Wahrheit. Die 50-Prozent-Statistik bezieht sich auf eine jährliche Scheidungswahrscheinlichkeit, demnach wird die Wahrscheinlichkeit für eine Scheidung in jedem Jahr gleichbleibend bei 50 Prozent angegeben. Wiederverheiratete Personen werden dagegen nicht in der offiziellen Scheidungsstatistik aufgeführt, das bringt dem Staat bessere Zahlen. Unserem Staat ist die 50-Prozent-Statistik nur recht, weil er auf sie hinweisend, kostspielige Ehen und Scheidungen der Öffentlichkeit verkaufen kann:

Ein eigener Berufszweig beschäftigt sich mit Hochzeiten und Scheidungen. Das sind Richter und Anwälte. Sie müssen nach der Scheidung Alimente und Unterhalt regeln und verwalten. Das bringt nicht nur zusätzliche Jobs, sondern auch Steuereinnahmen für den Staat. Die Folgen einer Scheidung bringen Frauen und Männer oft an den Rand des finanziellen Ruins. Höheres Einkommen und Erspartes wandern in unser Steuersystem. Dieses stützt andererseits den Staat. Deshalb mag der Staat Ehescheidungen besonders.

Was besagt die wahre Scheidungsstatistik?

Heiratszahlen und Scheidungszahlen eines Jahres wurden global verrechnet, um die „Scheidungsrate“ zu ermitteln. Sinnvollere Ergebnisse erhielte man bei einem Vergleich von Paaren, die vor 30 Jahren vermählt wurden und welche Paare davon heute noch verheiratet sind. Leider wurden über so einen langen Zeitraum oft keine Daten erfasst und verwaltet. In Deutschland liegt die Wahrscheinlichkeit von Scheidungen bei 6,6%. Die Statistik der Scheidungen mit beteiligten Kindern zeigt folgendes Ergebnis:

Kinderlose Ehe = 3,7%
Kinder vor der Ehe = 6,5%
Kinder während der Ehe = 7,4 – 7,9%

Das zeigt, dass Kinder, die ehelich geboren wurden, die Statistik nur leicht beeinflussen. Das Maximum wird erreicht, wenn die Empfängnis im Laufe der Ehe erfolgte und die Kinder erst 8 Monate nach der Heirat auf die Welt kommen.

Warum sollte also ein Mann in Deutschland heiraten, wenn die Aussichten auf eine andauernde Ehe so klein sind. Durch eine Scheidung hat schon mancher Mann seine Würde und seine Kinder, sein zukünftiges Einkommen, das Haus und sein Vermögen oder in manchen Fällen sogar seine Freiheit und sein Leben verloren.

Frauen würden vermutlich ohne staatliche Zuschüsse fast gar nicht mehr heiraten. Bereits seit 50 Jahren hat der Staat durch Gesetze zur finanziellen Sicherung sowie Steuervorteile nach der Ehescheidung den Ehestand für Frauen künstlich interessant gemacht. Allerdings endet dieser Anreiz vor dem Standesamt. Innerhalb von 10 Jahren enden 93,4% aller Ehen durch Scheidung. Eine Ehefrau reicht die Scheidung erst dann ein, wenn sie sich sicher ist, dass sie alle gesetzlichen Möglichkeiten ausnutzen kann. Zusätzlich wird noch die Anzahl der Partner, die im Scheidungs Prozess sich für ein Zurück zum Ex entscheiden, nicht miteinbezogen.

Die Tradition der Ehe hatte ihre Ära, sie ist jedoch fast vorbei. Viele Paare sind auch ohne Trauschein glücklich und wenn es einmal vorbei sein sollte, ist es in finanzieller Hinsicht leichter, sich zu trennen.

01:39 03.03.2019
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Geschrieben von

Juliane von Hopfgarten

Meine Themenbereiche umfassen internationale Politik, Wirtschaft sowie Frauenrechte. Unten ein Link zu meinen Beiträgen auf EditionF.
Juliane von Hopfgarten

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