Der Euro kann in dieser Form nicht überleben

Im Gespräch Der Euro ist kein Bollwerk gegen die Krise, hat man beim EU-Gipfel erkannt. Finanzexperte Wilhelm Hankel fordert auf freitag.de, die EU-Währung kontrolliert abzuwickeln

Der Freitag: Wie bewerten Sie die Stellung des Euro in der Weltfinanzkrise?

Wilhelm Hankel:

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Wird der Euro nicht profitieren, falls es zu einer Flucht aus dem Dollar kommt?


Eben darum fordern nun immer mehr Politiker aus den Defizitländern, dass eine Euro-Anleihe herausgegeben wird, für die alle Länder gemeinsam bürgen. Der Verkauf dieser Anleihe soll Kapital in die Euro-Zone ziehen, das dann angeschlagenen Staaten zur Verfügung stehen kann.

Ist es nicht recht und billig, dass Deutschland jetzt zur Stabilisierung der Euro-Zone Geld einschießt, nachdem es so stark vom Euro profitiert hat?



Arbeitnehmer in Deutschland haben von diesem Exportboom auch profitiert...



Warum plädieren Sie jetzt für die kontrollierte Abwicklung des Euro?


Würde die Abschaffung des Euro nicht ein riesiges Chaos bringen?



Das Gespräch führte Jürgen Elsässer

Wilhelm Hankel war unter Kanzler Willy Brandt (SPD) im Wirtschaftsministerium für Währungsfragen zuständiger Abteilungsleiter. In den neunziger Jahren gehörte er zu den vehementen Euro-Kritikern. Sein Argument: Die Gemeinschaftswährung sei für Europa und Deutschland der falsche Weg, um zur erstrebten Politischen Union zu gelangen. Mit dem Verzicht auf die DM habe Europa seinen Stabilitätsanker verloren. Deshalb hatte Hankel mit Wilhelm Nölling, Joachim Starbatty und Karl Albrecht Schachtschneider 1997 Klage beim Bundesverfassungsgericht gegen den Vertrag von Amsterdam zur Einführung des Euro eingereicht, die jedoch abgewiesen wurde.

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