Justine

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RE: Keine Moral ohne Gott? | 03.04.2009 | 19:18

Ich habe gerade mit Bestürzung zur Kenntnis genommen, dass der Gesetzentwurf von Pro Reli auch verlangt, dass diejenigen, die letzten Endes am Ethik-Unterricht teilnehmen, teilweise gemeinsam mit den bekenntnisgebundenen Lehrern und deren RU-Schülern durchführen müssen.

Praktisch würde das so aussehen, dass die Schüler, deren Weltanschauung oder Religion an der Schule nicht so stark vertreten ist, dass man genug Kinder dafür zusammen bekommt, im Gegensatz zu den anderen am Ethikunterricht teilnehmen werden. Da meist nur für 1 oder 2 Religionsunterrichte genug Schüler zusammen kommen, können die an der Schule keine Neutralität herstellen. Der Ethikunterricht wird dann in den gemeinsamen Stunden also z.B. nur gemeinsam mit CHristenunterricht abgehalten. Bisher hieß es, wenn ein Vertreter einer bestimmten Religion mal im Ethikunterricht auftaucht, dann muss Neutralität hergestellt werden, indem auch andere Vertreter von anderen Religionen und Weltanschauungen mal in einer Ethikstunde was zu ihrem Glauben / Nichtglauben erzählen.

Der Gesetzentwurf hingegen sieht eine einseitige Zusammenarbeit vor. Anders wäre es ja nicht praktikabel.

Gemeinsam mit Schülern anderen Glaubens / Nichtglaubens im Ethikunterricht diskutieren, das könnte ja ganz aufschlussreich für die Kinder sein. Aber eine bekenntnisgebundene Lehrerin hat in so einem gemeinsamen Unterricht nichts zu suchen. - Somit dürfte der Gesetzentwurf von Pro Reli nicht verfassungskonform sein.

Ich jedenfalls währe mich dagegen, wenn meine Kinder von einer bekenntnisgebundenen Religionslehrerin zwangsweise indoktriniert werden müssen!

Witzig wäre es gewiss auch nicht, wenn dieselbe Lehrerin im RU die Entstehung der Menschen bei Adam und Eva begründet und dann vielleicht als Biologielehrerin die Evolution erklärt (wie es der Gesetzentwurf auch ermöglichen würde). Das wird das Gesamtbild von Lehrern recht unglaubwürdig für die Schüler machen.