JR's China Blog

Marxisten können die Zukunft vorhersagen. Das mit der Vergangenheit ist komplizierter.
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RE: Die Struktur und die Straße | 20.02.2018 | 06:40

Eindrucksvolle Beschreibung einer Gewalt, die sich zuerst am kolonisierten "Rand" entfaltet, um dann in der "Mitte" der Gesellschaft weiterzuwüten.

Ich befürchte ja ein wenig, dass das Jubiläum zu einem einzigen 68er-Bashing werden wird.

Nicht zu einem einzigen - aber die Basher werden sich viel Gehör verschaffen - nicht zuletzt mit Hilfe einflussreicher Interessenten von rechts, bzw. aus der "Mitte". Man muss ihnen das nicht verzeihen, aber man sollte es verstehen. Autoritäre Charaktere wenden sich gefühlsmäßig gegen die, die sich gegen "Strukturen" stellen. Es gibt viele Autoritäre in Deutschland, die sich in ihrer Feigheit durch die Mutigeren beleidigt fühlen. Das einzig Beständige im Land ist die Verteidigung von Oma ihr klein' Häuschen gegen den Kommunismus.

Wenn die Brandstifter und ihre kleinen Helfer die unvermeidliche Leier anstimmen, Linke polarisierten die Gesellschaft, dann soll man sie reden lassen - es ist auch ihr Grundrecht. Aber man tut gut daran, ihnen zu widersprechen.

RE: „Bedenken first“ | 17.02.2018 | 07:45

Der affirmative Umgang mit "neuen", "sozialen" etc. Medien folgt dem Umgang mit der Warenverpackung: kritische Reflexion müsste erwünscht sein, um sich in Unterrichts- und Vorlesungsplänen wiederzufinden. Sie ist aber mitunter nicht besonders wachstumsfreundlich, und damit hat sich die Sache erledigt.

Mit den derzeitigen politischen Parteien wird sich daran auch nichts ändern. Eine Herangehensweise, die beim Umgang mit Medien aller Art nach den eigenen Interessen fragt (was schon ein Fortschritt wäre), kann nur von unten kommen, und möglicherweise von einer Partei wie den "Piraten".

Veränderung kann aber nur von einer kritischen Minderheit ausgehen, die gerade stark genug wird, um sich bemerkbar zu machen. Einer Mehrheit sind Brot-und-Butter-Angelegenheiten wichtiger. Man kann es ihnen kaum verdenken - aber auch Daten sind Produktionsmittel. Wem gehören sie?

RE: Mehr Demokratie wagen!? | 15.02.2018 | 10:06

Hier erst erfahre ich, dass der Spaß pro Jahr 60 Euro kostet und ich ein Mitglied von cnetz benennen soll, das meinen Aufnahmeantrag befürwortet. Dabei kenne ich doch bei cnetz niemanden!

Höhö. Ich schätze, da netzwerkt mit-bund.de :-))

On a serious note: Die Piraten mögen medial (einstweilen) abgehakt sein; thematisch aber sind sie brandaktuell.

RE: Der AFD-Wähler, das scheue Reh | 13.02.2018 | 21:23

Die Frage, was der AFD schade, wird ja zum Teil unterschiedlich beantwortet. Ich meine, wer anfängt, seine Rede oder Schreibe danach auszurichten, was eine mit AFD-Wahl drohende Teilöffentlichkeit von ihm fordert, verzichtet auf die Wahrnehmung eines Grundrechts - und ich sehe nicht, dass derart "ruhende" Grundrechte einer offenen Gesellschaft nützen könnten.

Danke für den Link! Bzw. für beide Links, auch den zuletzt geposteten. Ja, mit dem Heise-Artikel bin ich wohl weitgehend einverstanden, wobei ich mich frage, ob zum Winkel Augstein (als Meinungsjournalisten) nicht zu ernst nimmt. Denn wenn Augstein das »eine schreibt, dann hat er bestimmt auch schon mal das Gegenteil geschrieben.

Aber generell haben wir eine viel zu opportunistische Presse. Und Augstein ist davon keine Ausnahme.

RE: Keinen Shit auf unser Plakat! | 13.02.2018 | 10:40

So sehr sich Badura um eine Innensicht aus der ASH bemüht zu haben scheint, so holzschnittartig ist die Kennzeichnung des Bezirkes.

Derartige Deklarationen gehören in der Branche zum guten Ton - es ist die Geste vorm Gesslerschen Hut. Ohne Belege oder zumindest ohne einleuchtende Indizien sollte man das als Leser nicht fressen.

RE: Der AFD-Wähler, das scheue Reh | 13.02.2018 | 07:45

Hi Poor, mein "Rat", Forderungen der AFD zu übernehmen, war nicht ernst gemeint. Ich habe an Dracula eindeutiger geschrieben.

RE: Keinen Shit auf unser Plakat! | 13.02.2018 | 07:38

Ob und wie Ellipsen in einer Reportage angebracht sind, kann ich nicht beurteilen. Den unklaren Abschnitt im obigen Beitrag erkläre ich mir so, dass der Autor mit seinen Gedanken zu dem Thema selbst noch nicht ganz fertig war. Falls das so ist, kann ich ihn auch gar nicht richtig interpretiert haben.

Journalisten arbeiten ja üblicherweise mit Abgabefristen, und anders als ein Blog hat jeder Beitrag einen vorgeschriebenen unteren Rand - jedenfalls auf Papier.

RE: Der AFD-Wähler, das scheue Reh | 13.02.2018 | 06:35

Man darf sich von der AfD nicht vorschreiben lassen, was man denken darf.

Ich verstehe Sie so, dass das ethisch daneben wäre. Es ist dem Wähler ja gesetzlich nicht verboten, dem Veranstalter vor Wahlwerbebeginn sein Gehirn auszuhändigen.

Aber man muss sich von der AFD nicht vorschreiben lassen, was man denken darf - oder was man schreiben darf. Und das versuche ich zu spiegeln: ich halte es für unlogisch, wenn die gleichen Menschen, die Rücksicht auf die Gefühle von AFD-Wählern verlangen, empört darauf reagieren, wenn statt dessen - z. B. - "politisch Korrekte" ihrerseits Einfluss auf die politische oder gesellschaftliche Machtverteilung nehmen.

In beiden Fällen halte ich es für eine falsch verstandene Rücksicht, sich selbst zu zensieren. Es gibt Macht, und darüber, wie sie ausgeübt wird, muss kontinuierlich verhandelt werden. Bei Respektierung der Grundrechte.

RE: Der beste Grund für ein Nein zur GroKo | 12.02.2018 | 14:24

Einen Versuch wäre es wert. Für ein Allheilmittel darf man die Opposition für die SPD allerdings nicht halten. Die Basis würde sie mit einem "Nein" *an den Fluss führen*, um einen früheren Wirtschaftsminister zu zitieren.

Daraus trinken müsste die alte Tante dann aber immer noch selbst.