JR's China Blog

Marxisten können die Zukunft vorhersagen. Das mit der Vergangenheit ist komplizierter.
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RE: Verlorenes Vertrauen | 18.09.2018 | 21:43

Corbyn weiß, dass er in seiner Partei nicht nur Fans hat - und vor allem unter den Abgeordneten im Unterhaus und in Brüssel /Straßburg viele Gegner. Insofern ging es im NEC-Konflikt vermutlich auch darum, ihn überhaupt einmal mehr oder weniger spektakulär auflaufen zu lassen, und Antisemitismus versucht man ihm schon lange anzuhängen.

Derartige Ränke mögen in den oberen Etagen der Hierarchie auch ganz gut funktionieren. Aber auch wenn man sich dort jetzt die Hände rot klatscht, um es dem Parkett mal ordentlich zu geben: so lange die Basis den Vorsitzenden wählt, nützt alles Klatschen nichts.

Und das ist gut so.

RE: Verlegerin a. D. | 14.09.2018 | 17:16

Si ca vous réussi, c'est bon pour vous.

RE: Verlegerin a. D. | 14.09.2018 | 12:37

Und die Öffentlichkeit geht das vermutlich nicht das Geringste an.

Blasez-vous bien.

RE: Requiem für Minsk | 07.09.2018 | 20:55

... und die russische Armee quasi einen Gaststatus hatte, war das Ergebnis doch im Vorfeld bereits ungültig.

Das dürfte zutreffen. Wie die Sicht auf die Krim-Annexion vermutlich auf allen Seiten - auch Russlands - ausfallen würde, wenn Russland nicht gerade der Aggressor wäre, verdeutlicht eine nicht bindende Resolution aus dem Jahr 1974.

Im konkreten Fall geht ein derartiger Konsens freilich ganz schnell flöten.

RE: #Aufstehen ist keine einigende Bewegung | 06.09.2018 | 19:57

Ich erkenne nicht, wie es zu einer verbesserten linken Machtoption führen soll, wenn doch Sarah Wagenknecht schon in der Entstehungszeit des Bündnisses mehrfach betont hat, dass eine rot-rot-grüne Regierung aus ihrer Sicht nicht erstrebenswert sei.

Diese Form der politischen Auseinandersetzung ist abergläubisch. Wenn an "Aufstehen" Grüne, PdLinke und Sozialdemokraten beteiligt sind, handelt es sich tendenziell um eine verbindende Struktur - dass es in allen Parteien, aus denen sich Mitglieder beteiligen, auch Ablehnung gibt, macht weder die Ablehnenden noch "Aufstehen" zu automatischen Verhinderern von RRG.

Allerdings kann es sein, dass sich in allen Parteien die Gewichte nach links verschieben. So entstehen neue Verhandlungspositionen, und so funktioniert Politik - wenn sie fähig sein will, sich zu erneuern.

RE: „In der Sammlungsbewegung steckt eine Chance“ | 05.09.2018 | 19:19

Erst wenn die dämliche Ausländerpsychose vom Tisch ist kann man in diesem Land doch wieder ehrlich und vernünftig darüber streiten, was damit gemeint sein soll, "mit sozial Benachteiligten anständig umzugehen".

Da kommen wir auf keine gemeinsame Ansicht. Nehmen wir an, die Anlässe, die Sie für die Ausländerpsychose sehen, sind vom Tisch. Dann beginnt die Deutschtürkenpsychose (oder Plastedeutschenpsychose), und wenn die vom Tisch ist, dann die Schwubile-Psychose. Etc.. Hass findet immer Objekte, und innere Schweinehunde immer etwas zu fressen.

Dieses Land hat soziale Hausaufgaben zu tun. Ausreden gelten nicht.

RE: „In der Sammlungsbewegung steckt eine Chance“ | 04.09.2018 | 21:32

... aber die AfD wäre politisch gestutzt und es würde wieder über andere Themen wie z.B. die soziale Frage und Gerechtigkeit debattiert.

Das "Hauptübel", das der AFD Wähler zutreibt, gibt es mit einiger Wahrscheinlichkeit gar nicht. Die Empörungsbereitschaft ist, was denkbare Anlässe betrifft, extrem subjektiv.

Wenn dieser Empörungsbereitschaft das Gefühl zu Grunde liegt, dass es sozial in Deutschland nicht gerecht hergeht, ist sie unter Umständen heilbar. Sind aber Menschen bereit, zum Beispiel aus Empörung über eine aktuelle Straftat oder ein aktuelles, als zu mild empfundenes Urteil AFD zu wählen, kann der Rechtsstaat nicht dadurch gerettet werden, dass man Teile seiner Prinzipien "opfert".

Ich habe durchaus den Eindruck, die "Bewegung" könnte der Linken neue Orientierung ermöglichen. Vor allem aber: wer ein breites Bündnis auf der Grundlage bürgerlicher Demokratie und menschlichem Anstand will, muss mit sozial Benachteiligten anständig umgehen. Ausklammern geht nicht.

RE: Wir haben immer noch uns | 03.09.2018 | 17:40

Was, wenn das Konzert gegen Rassismus nun das Gegenteil bewirkt ...

Kann man - selbst nach allen aufgezählten Gegenpunkten - nicht ausschließen. Aber es geht darum, denen, die anständig bleiben, Mut zu machen - es mögen wenige oder viele sein.

RE: Nachrufe und Nachdenken | 30.08.2018 | 11:14

No fake news, no hype. No hype, no fun!

Stimmt schon. Aber man könnte ja statt dessen auch bei sich zu Hause Topfschlagen spielen, anstatt so viel CO2 in den Wind zu schießen.

RE: Nachrufe und Nachdenken | 29.08.2018 | 20:37

Die allgemeine Vermuteritis darüber, welche finsteren undercover-Bande womöglich gar zwischen der Autorin und der Redaktion bestehen könnten, ist zum Fremdschämen. Wer kann, soll erwachsen werden.