JR's China Blog

Marxisten können die Zukunft vorhersagen. Das mit der Vergangenheit ist komplizierter.
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RE: 1919: Gesetz der Geschichte | 17.01.2019 | 19:34

Ja, «welche» bezog sich auf eine angebliche Haltung Luxemburgs gegen die Bewaffnung der Arbeiter (schön, dass Sie mich da bestätigen können).

Ich glaube, da missverstehen Sie mich. Zu "welche" gehört ein Substantiv, oder? Wo steht es in dem von Ihnen angesprochenen Absatz?

RE: 1919: Gesetz der Geschichte | 16.01.2019 | 22:37

In: Die Rote Fahne, 7.Januar 1919 (also NACH dem Jahreswechsel)

Stimmt - wobei ihr dieser Artikel allerdings nur zugeschrieben wurde. Aber lesen wir doch noch mal die - wenn ich Sie recht verstehe - von Ihnen beanstandeten Sätze aus dem Beitrag:
Das geschah auf dem Gründungsparteitag der KPD zum Jahreswechsel 1918/19, als sie vorschlug, die neue Partei solle an den Wahlen zur Nationalversammlung teilnehmen, die sie vorher immerzu als konterrevolutionär denunziert hatte. Und das geschah wenig später, als sie sich gegen die Bewaffnung der Berliner Arbeiter aussprach, durch welche deren Januardemonstration zum chancenlosen Aufstand wurde. Man kann nachvollziehen, dass ihr Publikum sie für inkonsequent hielt und ihr beide Male die Gefolgschaft verweigerte.

In dem Satz sehe ich keine Behauptung, dass Luxemburgs Widerspruch die Januardemonstration chancenlos gemacht habe. "Welche" bezieht sich dort - grammatisch historisch kann ich nicht mitreden) auf "Bewaffnung".

Ob Luxemburg - »intern - bis zum Schluss gegen eine Bewaffnung war oder nicht, kann ich nicht entscheiden. Aber ich halte Herrn Jäger für einen kundigen und integren Autoren - bisher sehe ich hier nichts, was mich das Gegenteil vermuten ließe.

RE: Wer wagt, gewinnt | 16.01.2019 | 21:54

In erster Linie ist dies ein Gespräch unter Briten, aber es ist interessant mitzulesen. Die Vorstellung, etwas sei ein für allemal vorbei (in diesem Fall, nach einem 2. Referendum mit Remain-Ausgang, das Projekt der "Thatcher-Revolution"), erscheint mir allerdings zu hoffnungsvoll. Man kann es schwächen, aber die primitiven Restorationsreflexe kommen immer wieder.

Trotzdem könnte ein neues Referendum Sinn ergeben. Nicht nur, weil das Parlament sich womöglich darauf, aber auf sonst nichts einigen könnte, sondern auch, weil ein Ausstieg aus dem Brexit ohne Referendum Wasser auf die Mühlen derjenigen Rechten wäre, die daraus eine "Dolchstoßlegende" basteln würden.

RE: Wer wagt, gewinnt | 16.01.2019 | 21:51

Ich lese ihre auch nicht.

Nee, Sie beantworten sie nur. :-))

RE: 1919: Gesetz der Geschichte | 16.01.2019 | 20:49

Ich persönlich halte es für extrem langweilig und nicht förderlich für eine Diskussion, wenn NUR Kommentare gepostet werden, wo sich Leute Honig um den Bart schmieren und gegenseitig bestätigen.

Zweifellos. Aber das hat meines Wissens hier auch niemand verlangt. Unter erwachsenen Menschen sollte sich jeder nur auf Gespräche einlassen, von denen er sich etwas verspricht, und niemand muss sich ärgern, wenn er selbst nicht für einen solchen Gesprächspartner gehalten wird.

Den Verdacht, es könnte dabei um Über- oder Unterordnung gehen, halte ich für abwegig.

Ich finde Herrn Jägers Diskussionspolicy nachvollziehbar (ich handhabe das selber nicht anders, nur mit dem Unterschied, dass ich mein Gegenüber darüber gar nicht informiere). So oder so: Dialogzwang taugt nicht für gescheite Threads.

RE: 1919: Gesetz der Geschichte | 16.01.2019 | 19:39

...hat Sie genau das Gegenteil gefordert.

Ja, am 18.12.1918. Aber was war nach dem Jahreswechsel?

RE: 1919: Gesetz der Geschichte | 16.01.2019 | 19:32

Das ist schade. Aber auch bezeichnend.

Ich finde es vor allem fair. Ob sich weitere Kommentare Ihrerseits lohnen, können Sie ja mit dieser Info besser beurteilen, und immer noch selbst entscheiden.

Und [Widerspruch/Nachfragen] werden Sie im Fall der Fälle auch bekommen, selbst wenn Sie nicht mehr mit mir «korrespondieren» wollen.

Kann gut sein - ist doch nicht schlimm, sondern wünschenswert, so lange das konstruktiv verläuft.

RE: Kein Grund zur Häme | 10.01.2019 | 19:39

... und dann würden auch Massenmedien Politiker, die Opfer sind, eher als Opfer und nicht nur als Politiker begreifen.

Was die Massenmedien tun sollten, müssen sie selbst entscheiden. Für mich ist in diesem Zusammenhang entscheidend, dass die deutsche politische Klasse Edward Snowden im Dreck hat stecken lassen, als er Solidarität, Asylangebote etc. nötig gehabt hätte.

Ich sehe in Politikern keine Feinde, aber auch keine Freunde. Wenn sie meinen freiwilligen Service oder meine Solidarität erwarten, dann müssen sie selbst erst einmal "liefern".

Sensibilität, die nur dann aufkommt, wenn die eigenen Füße nass werden, hat mit Solidarität und Pflichtbewusstsein nichts zu tun. Da wird auch keine fällig.

RE: Dritte Kraft | 10.01.2019 | 11:51

Gutes Schlusswort, JR!

Merci. Aber Sie wissen doch: das Schlusswort hat immer die gerechte Sache von 1968.

RE: Dritte Kraft | 10.01.2019 | 07:35

Sie vermutlich auch, oder sollte ich mich irren?

Ich teile dazu seit vielen Jahren (mehr oder weniger) die Ansicht Trumps, dass ein Bündnis entweder im beiderseitigen bzw. mulitlateralen Interesse ist (und daher auch von allen Beteiligten ökonomisch mitgetragen wird), oder eben nicht.

Ich nehme also keine eigenen Standpunkt dazu ein, halte aber sowohl die Standpunkte der beiden koreanischen Staaten als auch den Chinas für weniger vorhersehbar, als er im allgemeinen vielleicht gehandelt wird.

Zum einen hält sich die Vereinigungseuphorie im Süden in Grenzen, jedenfalls unter den Jüngeren. Schon die gemeinsamen Olympiateams haben vielen gestunken, die das ungerecht denen gegenüber fanden, die dafür auf ihre Kaderplätze verzichten mussten. Und das waren noch relativ geringfügige Investitionen in eine staatliche Einheit, eine Konföderation, oder was auch immer der Weg zum Frieden sonst bieten mag.

Es kann eben auch eine Zweistaatlichkeit sein, die zum Frieden führt - Querlenker hat ja schon angedeutet, dass auch Nordkorea mit einer Konföderation Probleme bekommen könnte.

Dieser namentlich gezeichnete Artikel in der "Huanqiu Shibao" bestritt vor Jahren, dass Nordkorea überhaupt eine "Firewall" für China sei, und einer von vor einem Jahr bereitet eine relativ nationalistische Leserschaft darauf vor, dass Amerika in der Lage sei, "Südkorea zu kontrollieren".

Kurz: für persönliche Lieblingsideen ist die koreanische Halbinsel ein relativ ungastlicher Ort. Die werden dort wohl einen Weg finden - mehr oder weniger überraschend für den Rest der Welt.