Gauck erinnert an Sowjetische Kriegsgefangene

Beijinger Abendblatt Der folgende Artikel des "Beijinger Abendblatts" wurde von der "Volkszeitung", der "Huanqiu Shibao" und vielen anderen chinesischen Medien wiedergegeben.
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"Beijinger Abendblatt" in einer Wiedergabe der "Volkszeitung" online, 07.05.15

Anmerkung: die Rückübersetzungen der Reden Joachim Gaucks, Harald Brauns und Motohide Yoshikawas aus dem Chinesischen folgen dem Artikel des "Beijinger Abendblatts" und entsprechen nicht notwendigerweise den Originaltexten oder -reden.

Beginn Artikel Deutschlands Präsident Joachim Gauck kam am 6. Mai zur Gedenkstätte für die sowjetischen Kriegsgefangenen in der kleinen Stadt Schloss Stukenbrock im Nordosten Nordrhein-Westfalens und nahm dort an einer Gedächtnisveranstaltung zum 70. Jahrestag des Endes des 2. Weltkriegs teil. Im Senne-Kriegsgefangenenlager Nr. 326 befand sich während des 2. Weltkriegs eines der wichtigsten deutschen Gefangenenlager für sowjetische Kriegsgefangene, in dem von 1941 bis 1945 über 310.000 Menschen gefangengehalten wurden; darunter 300.000 Offiziere und Mannschaften der Roten Armee. Auf diesem Friedhof sind 65.000 getötete sowjetischer Kriegsgefangene begraben. Die Identität von über zehntausend von ihnen wurde bisher bestätigt.

Bei der Gedenkveranstaltung dieses Tages besichtigte Gauck gemeinsam mit dem 93jährigen Überlebenden des Gefangenenlagers Leo Frankfurter, Vertretern der Verwandtschaft der Opfer und örtlichen Mittelschülern das Archiv des Gefangenenlagers und hielt am Gedenkstein auf dem Gefangenenfriedhof eine Rede.

Gauck sagte: "Heute erinnern wir uns an ein im Krieg begangenes enormes Verbrechen. Millionen von Soldaten der sowjetischen Roten Armee starben in deutschen Kriegsgefangenenlagern, sie starben an Krankheiten, am Hunger, oder wurden getötet."

Gauck hob hervor, als Deutscher müsse man als erstes fragen, welche Schuld Deutschland trage, und die Verantwortung übernehmen. Sicher sei, dass Deutschland für die Millionen Opfer verantwortlich sei. Es sei eines der größten von Deutschland im 2. Weltkrieg verübten Verbrechen.

Zu den Klängen feierlicher Musik legte Gauck am Gedenkstein einen Kranz nieder und enthüllte einen Gedenkstein mit den Namen und Geburts- und Todesdaten der Kriegsgefangenen, deren Identität inzwischen bestätigt ist. Gauck sagte, Deutschland werde weiter an der Bestätigung der Identität der Kriegsgefangenenopfer arbeiten.

Die Vereinten Nationen hielten am 5. Mai eine Sondervollversammlung zum 70. Jahrestag des Endes des 2. Weltkriegs ab. Vertreter verschiedener Länder erinnerten in ihren Reden an die Geschichte des Kriegs, betonten die Gründungsprinzipien der Vereinten Nationen, und riefen dazu auf, den Frieden wertzuschätzen und Krieg zu vermeiden.

Deutschlands ständiger Vertreter bei den Vereinten Nationen Harald Braun sagte: "In der Vollversammlungshalle der Vereinten Nationen senken wir Deutschen heute demütig unsere Köpfe und erinnern uns an die Millionen Opfer des 2. Weltkriegs. Deutschland hat die Verantwortung für die Verbrechen des 2. Weltkriegs übernommen. Diese Verantwortung werden wir für immer tragen. Für die Vergebung, die uns geschenkt wurde, empfinden wir Beschämung und Dankbarkeit." Er sagte, Deutschland trage Verantwortung für die Stärkung der internationalen Ordnung sowie für den internationalen Frieden und für internationale Sicherheit.

Im Gegensatz dazu sagte der japanische ständige Vertreter bei den Vereinten Nationen Motohide Yoshikawa in seiner Rede nur: "Unser Verhalten hat den Völkern der asiatischen Länder Elend bereitet. Wir dürfen unsere Augen davor nicht verschließen." Danach machte er große Worte über Japans "Beiträge zum internationalen Frieden und zum internationalen Wohlstand, und Japans Unterstützung für die Vereinten Nationen". Artikelende

06:44 08.05.2015
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