Gedenken an Liu Xiaobo

Wochenendlinks Liu Xia, Liu Xiaobo / Kim besucht Kartoffelfarm / Taiwan und die Todesstrafe / Francais Facile
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China / Deutschland

Die chinesische Malerin Liu Xia traf am Dienstag in Deutschland ein. Sie war mit dem vor einem Jahr verstorbenen Dissidenten Liu Xiaobo verheiratet und stand in den vergangenen Jahren unter informellem Hausarrest.

In der Gethsemanekirche findet laut Website der Evangelischen Kirche Prenzlauer Berg am Freitag um 18 Uhr (also morgen abend) eine Gedenkveranstaltung für Liu Xiaobo statt.

Nordkorea

Der amerikanische Außenminister Michael Pompeo ist bei seinem Besuch in Nordkorea am vorigen Wochenende offenbar nicht mit Staats-, Partei- und Armeechef Kim Jong-un zusammengetroffen. Laut einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des "Daily Telegraph" (GB) besuchte Kim statt dessen eine Kartoffelfarm. Pompeos Mitarbeiter wurden demnach "über den Ablaufplan des Besuchs im Dunkeln gelassen, inklusive Informationen darüber, wo sie unterkommen würden, und wiederholte Fragen danach, wann der Außenminister Herrn Kim treffen könne, blieben unbeantwortet."

Statt dessen habe Pompeo Gespräche mit Kim Yong-chol geführt, der weithin als Kims "rechte Hand" angesehen werde.

Über diese Gespräche, die äußerst ungünstig verlaufen sein sollen, haben nordkoreanische Massenmedien anscheinend bisher nicht berichtet. Aber auch über Kims landwirtschaftliches Alternativprogramm berichteten die dortigen Massenmedien offenbar erst am Dienstag. Der Blog "Vor-Ort-Anleitungen" und das nordkoreanische Auslandsradio "Stimme Koreas" folgten am Mittwoch mit deutschsprachigen (nicht identisch formulierten) Berichten zu diesem Thema.

Das gleicht dem Massenmedienverhalten vor dem Zusammentreffen Kims mit US-Präsident Trump in Singapur: in den Tagen, nachdem Trump die Einladung Kims zu einem Treffen angenommen hatte, wurde darüber von der Nachrichtenagentur KCNA offenbar nicht berichtet; zumindest nicht in den hauptsächlichen Meldungen.

Taiwan

Die taiwanische Gesellschaft gilt als offen, aber konservativ. Das drückt sich auch im Verhältnis der meisten Taiwaner zur Todesstrafe aus: laut Radio Taiwan International (RTI) bemängeln Kritiker, dass seit Amtsantritt der aktuellen Regierung vor über zwei Jahren keiner der zum Tode verurteilten Menschen in Taiwan hingerichtet worden sei.

Der frühere Präsident Ma Ying-jeou hatte sich während seiner Amtszeit für eine Beibehaltung der Todesstrafe ausgesprochen. Ma gehört der Nationalen Partei (KMT) an. Die derzeit amtierende Präsidentin Tsai Ing-wen von der Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) und Teile ihrer Partei sehen die Maximalstrafe kritischer. Große Eile legt man bei einer Abschaffung aber auch dort nicht an den Tag; die Umsetzung ihrer Vorstellungen würde der Regierungspartei erhebliche Minuspunkte in der öffentlichen Meinung einbringen.

Links

Wer nach langer Zeit seine verrosteten Französischkenntnisse erneuern will und sich für Politik interessiert, könnte mit dem "Journal en Français Facile" (Radio France Internationale, RFI) ganz gut bedient sein. Transkripte sind jedem Podcast beigefügt, allerdings nicht immer ganz vollständig.

Und die kanadische Historikerin Margaret MacMillan erklärt ihren Zuhörern den Krieg.

Bon weekend, et bonnes vacances.

12:00 12.07.2018
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Geschrieben von

JR's China Blog

Marxisten können die Zukunft vorhersagen. Das mit der Vergangenheit ist komplizierter.
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