Wenn es zusammen nicht geht

Multi-threading Dieser Beitrag operiert mit (für mich) einigen Unbekannten. "Einigkeit" ist eine davon. Gemeint ist meinerseits Einigkeit im Sinne eines größten gemeinsamen Nenners.
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Bernd Riexinger schrieb im September einen →Beitrag für den "Freitag". Am 26.10. wurde dieser zur Online-Kommentierung freigegeben.

Riexinger schrieb offenbar einen "inklusiven" Artikel – inklusiv insofern, als er versucht, die Arbeiterklasse (der Begriff erscheint mir etwas vage, dürfte aber Weißkragenträger, Minijobber und Beamte mit einschließen) daran zu erinnern, dass sie bei allen Differenzen untereinander etwas Entscheidendes gemeinsam haben: einen Klassenhintergrund. Und dass Rassismus, Sexismus oder jede Menge anderer –ismen nicht den ökonomischen und sozialen Interessen der Arbeiterklasse dienen, sondern lediglich den Interessen derer, von denen sie - von einer neoliberalen Ideologie flankiert - ausgebeutet werden.

Ich sehe darin einen Versuch des Autoren, Einigkeit der Arbeiterklasse zu schaffen, zumindest als mittelbares Ziel. Ein Bewusstsein zu schaffen, das diese Einigkeit überhaupt wahrnehmen kann. (Zu meinem Verständnis davon siehe Vorspann - das muss nicht die Definition Riexingers sein.) Einigkeit setzt allerdings viel guten Willen voraus - und zu glauben, ein Thread darunter könne durchweg konstruktiv ausfallen, wäre idealistischer, als es die Welt erlaubt.

Nun gibt es gegenseitige Vorwürfe von Lesern/Foristen untereinander, dieser gute Wille zur konstruktiven Debatte sei bei jeweils anderen Foristen nicht vorhanden, und die mehr oder weniger guten Absichten des Autoren gingen in einem von den jeweils anderen Foristen verschuldeten Gezänk unter.

In solchen Lagen hilft nur eine ordentliche Portion Pragmatismus.

Wer der Ansicht ist, eine - aus seiner Sicht - disziplinierte, sachorientierte Diskussion würde helfen, sollte zu Riexingers Beitrag einen eigenen Thread aufmachen. Und er sollte – guten Gewissens – jeden Kommentar einklappen, von dem er zu dem Schluss gelangt, der Kommentar verfolge kein konstruktives Ziel.

Im Zweifel, wenn es beiden Seiten (vielleicht sind es ja auch mehr als zwei) mit Riexingers Artikel ernst ist, wird es dann zwei oder mehr Threads geben, in denen jeweils nicht jede/r mitreden; wohl aber mitlesen darf.

Das Ergebnis könnte besser sein als das jetzige. Es würde sowohl die Möglichkeiten als auch die Grenzen der einstweiligen Trennung mutmaßlich unversöhnlicher Positionen erkennbar machen, wenn es darum geht, inhaltlich voranzukommen. Es wäre allerdings auch Übungssache. Vielleicht braucht es mehrere Versuche, bevor sich ein konstruktives Protokoll entwickelt.

Eine Voraussetzung für eine mittelbare oder zukünftige Einigkeit der angsprochenen Klasse - liegt in der Anerkennung der Tatsache, dass diese Einigkeit jetzt noch nicht erreichbar ist.

09:49 01.11.2016
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

JR's China Blog

Marxisten können die Zukunft vorhersagen. Das mit der Vergangenheit ist komplizierter.
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