jwie

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RE: Im Namen Allahs | 20.02.2013 | 15:26

@kallewirsch

Interessant ist, dass es in englisch-sprachigen Ländern oft "safe sex" zu heißen scheint. Es stimmt, dass das die "Illusion" schaffen könnte, Sex sei jemals safe. Ich fand eine lange Zeit die deutsche "safer sex"- Formulierung seltsam, zumal ich mir auch vorstellen konnte, dass die er-Endung einfach eingedeutscht war. So wie Du es darlegst, find ich "safer sex" als Konzept jedoch um einiges differenzierter als den englischen Gegenpart!

Viele Grüße,

Julia

RE: Im Namen Allahs | 20.02.2013 | 15:16

Ich frage mich nur, weshalb niemand sonst in dem Artikel durch das äußerliche Attribut der Hautfarbe beschrieben wurde und vor allem wurde soweit ich das erinnere niemand als hellhäutig oder weiß beschrieben.

Zumindest in dem Artikel wird auch nichts davon erwähnt, dass irgendeine Familie aufgrund von Quiyaams "dunkler Haut" die Beziehung zwischen ihm und Zahed nicht akzeptiert. Ich glaube, es wird auch ohne diese Markierung von Quiyaam als nicht weiß völlig klar, dass es kein einfacher Weg ist, für den sich die beiden entschieden haben. Allein die Erwähnung der Hautfarbe sollte nicht gleich eine ganze Kette von freien Assoziationen beim Leser initiieren, à la "Das macht es ja noch schwerer."? Zumindest nicht in einem Artikel, in dem es um den Islam und Homosexualität geht und Rassismus als zusätzliche und verschränkbare Diskriminierungsform mit keinem Wort erwähnt wird.

Mir ist die Info nur erstmal als "nichtssagend" aufgefallen in dem Portrait von Zahed, weshalb ich nachgehakt habe. Die Antwort hat für mich jetzt noch keinen Unterschied gemacht.

Viele Grüße,

Julia

RE: Im Namen Allahs | 20.02.2013 | 02:47

@ kallewirsch

"Noch eine Anmerkung zum promiskuitiven Teil seiner Autobiographie. Mit den dementsprechenden Vorsichtsmaßnahmen wäre es zu keiner HIV Infektion gekommen. Hat sich für mich etwas zwangsläufig gelesen."

Das Risiko einer Infektion laesst sich auch mit Vorsichtsmassnahmen nicht ausschliesen. Ich halte selbstzerstoererische oder zumindest fatalistische "Motive" ( die muessen vielleicht nicht bewusst sein, um zu wirken) bei HIV-Infektionen fuer moeglich und grundsaetzlich fuer nicht wenig verbreitet, auch unabhaengig von der sexuellen "Orientierung"(whatever that is).

HIV-Raten scheinen abgesehen davon jedoch oft an Orten (ob geographisch, psychisch, sozial..) umso hoeher zu sein, je staerker Homosexualitaet tabuisiert ist. Fuer mich ergibt das Sinn, da in einem Klima von Angst und Selbstzweifeln Freiheitsgrade, u.a. zur Verhandlung von safe sex, schwinden.

Ich hatte aus dem Bericht den Eindruck, dass seine Situation sehr komplex und kompliziert zu sein schien.

Aus all diesen Ueberlegungen heraus ist es fuer mich daher nicht ausgeschlossen, dass sein persoenliches Infektionsrisiko durchaus "zwangslaeufig" stieg.

RE: Im Namen Allahs | 20.02.2013 | 01:52

Liebe Romy,

vielen Dank fuer das Portrait.

Nur welchen Wert hat vor dem Hintergrund des behandelten Themas die "Information", dass Zahed's Partner dunkelhaeutig ist?

Viele Gruesse nach Paris,

Julie