RE: Zur Frage der Zukunft | 01.12.2016 | 22:55

Dem bereits vergebenen Kompliment "schöner Beitrag" schließ ich mich gern an. Hier noch ein paar Anmerkungen zu denen er mich "verleidet" hat.

Zum Stichtwort "Denken" haben die vorstehenden Kommentare bereits einiges geäußert. Dazu, wie man nun dazu kommt, dass Gedanken auch Wirklichkeit werden, wird wohl nichts anderes bleiben als auf die alte Regel zurückzukommen nach der Theorien dann zur materiellen Gewalt werden, wenn sie die Massen ergreifen. Was dazu führt, sich damit zu beschäftigen, welche Massen denn heute die Träger neuer Gedanken sein können. Der Marxismus hatte sich dazu in die Spähre der Ökonomie begeben und die Arbeiterklasse identifiziert. Also die doppelt freien Lohnarbeiter die nichts zu verlieren hatten als ihre Ketten. Das Konzept hat rd. hundert Jahre - die Zeit in der diese Klasse ökonomisch als Produktionsfaktor dominerend war - einigermaßen funktioniert. Sozialistische, sozialdemokratische, kommunistische Theorien haben materielle Gewalt ergriffen und die Wirklichkeit geprägt.

Heute ist die klassische Arbeiterklasse ökonomisch nicht mehr dominant. Die mit ihr verbundenen Theorien treten mit ihr allmählig von der Bühne. Um zu identifizieren, welche Massen heute oder künftig die Träger von Veränderungen sein können, scheint der marxisitsche Ansatz die Produktivkräfte der Gesellschaft zu studieren nach wie vor nicht ohne Relevanz. Ohne eine fertige Antwort zu haben erscheinen mir heute Informationen / informationsverarbeitende System eine gewichtige Produktivkraft zu sein. Darin wie sich die auf die Gesellschaft auswirken und diese "formatieren" könnte ggf. ein Ansatz dafür liegen, wie neue Ideen matierelle Gewalt ergreifen können ...

Parallel dazu gilt es festzustellen, dass die klassische "homogene" Arbeiterklasse zwar an Bedeutung verloren hat, aber die Mehrheit der Menschen der westlishcne Welt auch heute noch ihr Leben allein dadurch fristen können, in dem die hre Arbeitskraft verkaufen und gezwungen sind Erwerbseinkommen erzielen. Es gibt also auch hier eine objektive Gemeinsamkeit, die eine notwendige Basis für gemeinsames Handeln bilden könnte. Inwieweit sie hineichend ist, bleibt offen.

RE: Ursachen von und Gründe für Flucht | 08.05.2016 | 00:22

Wie wahr, wie wahr!

Hab mal verucht, etwas tiefer zu graben.

RE: Spiel mit dem Feuer | 08.05.2016 | 00:19

Eine Möglichkeit ist, für die Schaffung von Voraussetzungen dafür einzutreten, dass diese Menschen eine Perspektive in Herkunftsregionen erhalten. Mehr hier.

RE: Haltet den Dieb, er hat mein Messer im Rücken | 03.02.2016 | 20:25

So wie Sie es schreiben, kann man es auch ausdrücken. Wobei mir der Begriff "Elite" nicht wirklich gefällt. Es ist halt jene Minderheit die die Ressource Kapital (Geldvermögen, Firmenanteile etc.) auf sich konzentrieren.

RE: Doppelstrategie in Kiew? | 08.02.2015 | 20:01

1. Korrektur vorgenommen. Danke!

2. Es ist ja nun nicht gleich zu erarten, dass die USA die West- und Zentralukrainier bestrafen, wenn sie die Ostukraine verlieren. - "Zuträglich" meint nur, dass die Abspaltung die Rest-Ukraine administrativ stabilisieren wird.

RE: Die Spreu trennt sich vom Weizen | 03.06.2014 | 20:13

Klar, wenn die Institutionen so bleiben wie sie sind, haben Sie recht. Die Kommission braucht mehr eu-demokratische Kontrolle. Allerdings wird die der Europäische Rat nicht leisten, weil seine Mitglieder nur aus der nationalen Perspektive kontrolliert werden.

RE: Der Russe schon wieder am Alexanderplatz? | 13.05.2014 | 21:09

Zum Anti-Kommunismus:

Auf Grund der jüngeren Vergangeheit überlagert der Begriff "Anti-Kommunismus" auch heute noch die viel ältere Russenphohie. Um diese zu nähren, wird die heute m.E. eher unter der Rubik "Phantomschmerz" zu zählende Angst vor dem Gespenst Kommunismus - ich sage mal - marketingmäßig instrumentalisiert.

Bei Interesse ist der Wikipediaeintrag zu Russenfeindlichkeit lesenswert.

RE: An einem Sonntag in Slovjansk | 21.04.2014 | 18:27

Es ist klar, war sie meinen. Nur hatte vor der Zerstückelung die herrschende Nomenklatur in Jugoslawien den Teilrepubliken keine wirtschaftlich und politisch annehembaren Perspetiven mehr zu bieten. M.E. lag darin die Ursache für den Zerfall Jugoslawiens. Die Zerstückelung war bereits eine Folge.

RE: Great Game 21 | 13.04.2014 | 15:24

Sie haben natürlich Recht!

Statt nicht besiegt hätte es treffender nicht zerschlagen geheißen. Denn wenn die Achsenmächte keine Westfront gehabt hätten, wäre genau das evtl. eine Folge des Krieges gewesen. - Insofern war es für Russland schon von Bedeutung, Verbündete zu haben. Nur das sollte an der betreffenden Stelle des Beitrages zum Ausdruck gebracht werden.

RE: "Glück" ist kein politisches Ziel | 21.06.2013 | 22:41

Andreas Kuntz "Glück gehört der Ordnung des Erlebens an, nicht des Vermessens." trifft es m.E. sehr gut.

Glück und Zufriedenheit zusehr mit einander zu verknüpfen ist nicht zielführend. Sie liegen nicht auf der selben Skala. Zufriedenheit lässt sich sicherlich eher vermessen. Wobei nicht die Maximierung von Zufriedenheit das Ziel sein kann. - Ein maximal zufriedener Mensch wird kaum mehr einen relevanten positiven Beitrag für das Gemeinwesen erbringen. - Mathematisch gesprochen wäre die Optimierung von Zufriedenheit vermutlich der interessantere Ansatz. Allerdings stellt sich dann die Frage: Optimum in Bezug worauf?

Hier öffnet sich dan wieder ein weites Feld. Denn wie ist es denn mit der psychologischen Disposition des Menschen in Bezug auf Zufriedenheit? Sind wir überhaupt darauf geprägt oder ist es eine grundlegende menschliche Eigenschaft, sich immer wieder an der Realität zu reiben? Egal auf welchem Nieau. - Denn (ich wage mal eine Hypothese), nur wer nicht permanent zufrieden ist, kann überhaupt noch Momente des Glücks empfinden.