Verlage auf der Suche nach Heuschrecken

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Wenn es nach innovationsarmen Printverlagsmanagern geht ist das Internet im Neuen Markt stehen geblieben, diese Spinner. Ich habs dich schon immer gewusst, wer bestellt sich den schon Äpfel übers Internet? Auf faz.de stand 1999 geschrieben, dass sie auch keine Bücher im Rad lesen und begründeten damit ihre fehlende tagesaktuelle, redaktionelle Internet-Präsenz.

Zehn Jahre nach dem Neuen Markt gibt es das Internet immernoch, mittlerweile hat Online die Zeitschriftenwerbung abgelöst. Nur unterliegen die Preise viel härteren Bedingungen als Print. Alles is messbar und Performance-Buden stellen schonmal 30 Mitarbeiter ein um auf reiner CPO-Basis abzurechnen. Printwerbung schwimmt im Luxus der Illusion.

Trotzdem: Der Qualitätsjournalismus wird immernoch aus den Print-Budgets finanziert und profitabel sind nur wenige Nachrichtenportale. Verlage halten an alten Geschäftsmodellen fest, kreative Ideen werden zaghaft umgesetzt oder schnell wieder eingestellt.

Erst wurde der Kleinanzeigenmarkt verschlafen, ein Craigslist a la Germania entsprang aus keiner Garage. Die Entwicklung des Web 2.0, eingehend mit der Veränderung von Menschen ehemals bekannt als Leser, ist für das deutsche Hierarchiegeplänkel sperrig und Blogs geniessen weiterhin ein Schattendasein.

Vielleicht sind Private Equity Unternehmen für Verlage attraktiv um alte Strukturen aufzubrechen. Auch wenn Slow Media ein netter und wichtiger Ansatz zum neuen Filterproblem ist, gewinnen Verlage mit Innovationsgeschwindigkeit und einer gesunden Portion Mut.


18:55 24.02.2010
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Geschrieben von

Kaisuke

Dekodifikation des Mediengeschäfts
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rainer-kuehn | Community
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