Zeitungen im Zeitgeist des Cyberspace

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Wenn tagesaktuelle Nachrichtenverlage im Postweb überleben und schwarze Zahlen schreiben wollen, dann genügt keine statische Seite mit redaktionellen Inhalten, gepaart mit einer Kommentarfunktion.

Heute aggregieren wir nach Belieben unsere Information und Kommunikation. Es entstehen neue Parallelgesellschaften im Netz, ohne Verpflichtungen und teilweise gespielten Identitäten. Vorurteile werden bestätigt und verstärkt. Wir filtern nur das was wir hören wollen.

Die große Chance der Verlage liegt darin, dass sie Meister des Verpackens und Filterns sind und dem Ideal der journalistischen Objektivität zugrunde liegen. In Zeiten der verringerten Aufmerksamkeit sind diese Ideale umso wichtiger. Wir suchen digitale Häfen der Qualität, Banalität gibt es im Hier und Jetzt zuhauf, sogar außerhalb des Cyberspace auf RTL.

Um auch finanziell zu Überleben sind Kommentarfunktionen auf ausgewählten Artikeln ein sehr kleiner Schritt. Unternehmen werben in Medien, die den Zeitgeist mit Reichweite paaren, am Besten beides, kurz, sie wollen die Zielgenauigkeit eines Gartenschlauchs und die Streuung einer Gießkanne.

Und ohne die Relevanz des Zeitgeists werden die Mediaplaner ihre Budgets mehr in soziale Netzwerke schieben, weil die Verweildauer und persönlichen Daten für Unternehmen attraktiver sind und der Einsatz von Schlauch und Kanne besser harmoniert.

00:45 01.03.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Kaisuke

Dekodifikation des Mediengeschäfts
Schreiber 0 Leser 0
Kaisuke

Kommentare