Die Welt zu Beginn der 21. Woche

Larmoyante Klage »Alles könnte anders sein - und fast nichts kann ich ändern.« (N.Luhmann)
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Während der Präsident dem Iran mit Vernichtung drohte, der Kanzler in Wien sich als Retter von Rechtsstaat und Anstand inszenierte und das Lokalradio meldete, zwei Wölfe näherten sich der östlichen Stadtgrenze,

besuchte ich

die Vorlesung "Juristische Folgen des Älterwerdens" im Bauteil X der hiesigen Universität, suchte bei verschiedenen Maklern vergebens eine Wohnung für S. aus Dhaka, mähte den Rasen, entsorgte die Abfälle im Wertstoffhof, sank am Abend schlechtgelaunt auf’s Sofa, sah auf Eurosport den Jugendmannschaften von BVB und S04 zu, griff bald gelangweilt in’s Bücherregal, bekam den Thomas Bernhard zu fassen, blätterte unentschlossen und las: „Die Mentalität der Österreicher ist wie ein Punschkrapfen: außen rot, innen braun und immer ein bißchen betrunken.“

Das munterte mich auf und ich schaltete die ARD an, wo Politiker zur Europawahl befragt wurden. Ich sah eine Weile zu, suchte die Briefwahlunterlagen und machte mein Kreuz. Dann löschte ich das Licht und träumte von den schönen Cousinen eines russischen Oligarchen, die mit Geldscheinen wedelten.

15:03 21.05.2019
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

koslowski

"In Saloniki / weiß ich einen, der mich liest, / und in Bad Nauheim./Das sind schon zwei." (Günter Eich, Zuversicht)
Avatar

Kommentare 2