Kamille N. Tee

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Kamille N. Tee
RE: Fleischnation Deutschland | 18.02.2015 | 20:21

@Meinereiner Sorry, aber Ihr Kommentar hat das Thema wohl ziemlich verfehlt. Ich bin Vegetarier und habe zur Zeit ein recht bescheidenes Monatseinkommen, aber habe dennoch nicht den Eindruck, dass ich Probleme hätte, mich auf der Basis von viel Gemüse und Obst zu ernähren, rein finanziell.

Was der eigentliche Punkt des Artikels ist - meiner bescheidenen Meinung nach - ist die Tatsache, dass der unverändert hohe Fleischkonsum unbestreitbar zu Klimawandel und Welthunger beiträgt, vor allem wennnicht nur hier, sondern auch in ehemaligen "Schwellenländern" wie China mit steigendem Wohlstand die Bevölkerung plötzlich mehr Fleisch konsumiert.

Davon abgesehen, dass bei solchen Debatten oft versäumt wird darauf hinzuweisen, dass ein Vegetarier, der viele Kuhmilch-Produkte konsumiert, sich unterm Strich klimaschädlicher ernährt als ein Fleischesser, der sich weitgehend auf Geflügel beschränkt - und im Endeffekt werden die Milchrinder ja auch getötet - finde ich es in Deutschland gerade ganz interessant, wie gegensätzlich die Trends sind. Obwohl auf der einen Seite Veganismus stark im Kommen scheint, siehe die Omnipräsenz der Werke von Attila Hildmann, gibt es offenbar auf der anderen Seite die Fraktion der "Trotzigen", die gegen unreflektierte Politik und Gutmensch-Diktatur wettern und sich scheinbar nichts Schlimmeres vorstellen können als dass ihnen einer die Bratwurst wegnehmen könnte. Mir scheint, dass hier das Problem ist, dass Klimaschutz in diesen "Kreisen" sehr unpopulär ist und man sich verdächtig macht, wenn man/frau versucht, das eigene Konsumverhalten "klimafreundlicher" zu gestalten. Was sind die Gründe dafür? Bequemlichkeit? Unwillen, sich damit abzufinden, dass man/frau nicht allein auf der Welt ist und auch andere ein gutes Leben verdienen?

RE: Problem erkannt – mehr nicht | 13.02.2015 | 08:50

Davon abgesehen fände ich es in einer Zeitung wie dem "Freitag" auch mal angebracht, den "Fachkräftemangel" mal damit in Zusammenhang zu bringen, wie es mit unserem Dogma vom "notwendigen" Wirtschaftswachstum aussieht. Wenn wir mal endlich die Kurve kriegen und uns eingestehen, dass unsere Wirtschaft nicht dauerhaft weiter wachsen kann, wenn wir nicht in naher Zukunft den Mars besiedeln wollen - das könnte auf Dauer sogar helfen, den weniger qualifizierten ZuwanderInnen zu einer Perspektive im eigenen Heimatland zu verhelfen - gibt es den "Fachkräftemangel" dann auch noch? Kann man so etwas nicht mal in Verbindung bringen?

RE: Problem erkannt – mehr nicht | 13.02.2015 | 08:40

Ach lieber Herr Heissler - ich halte generell viel vom "Freitag". Aber das auch hier das berühmte MÄRCHEN vom Fachkräftemangel herunter geleiert wird, finde ich echt traurig. Sie schreiben es ja selbst - "des jetzt schon von der Wirtschaft beklagten Fachkräftemangels" - beklagt, wohlgemerkt, nicht BELEGT. Hier noch mal zur Erinnerung den ARD-Beitrag "Das Märchen vom Fachkräftemangel"

http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/hr/die-story-im-ersten-der-arbeitsmarktreport100.html

"Es müsse sichergestellt werden, dass es durch die Zuwanderung nicht zu einem „Unterbietungswettbewerb bei den Löhnen“ komme, merkte etwa der stellvertretende SPD-Vorsitzende und Vertreter des linken Parteiflügels, Ralf Stegner, an."

Genau das ist doch offensichtlich längst der Fall.

RE: Warum Plastik aus Gras die Zukunft ist | 14.01.2015 | 10:13

Noch zum Thema "Plastikmüll" (u. a.) http://netzfrauen.org/2014/09/24/plastikmuell-teppiche-im-ozean-fischfutter/

RE: Warum Plastik aus Gras die Zukunft ist | 14.01.2015 | 10:10

Ich halte sehr viel von Herrn Welzer und seiner Stiftung, und dieser Artikel hat mich erneut darin bestärkt. Es wundert mich, wie hartnäckig das Problem der Plastikverschmutzung durch die Politik (und die Öffentlichkeit) ignoriert wird. Ich lebe in einer Großstadt in NRW und ein einziger Gang durch die Straßen meines Viertels lässt mich manchmal fürchten, dass wir so langsam aber sicher in unserem eigenen Müll versinken - nicht mehr nur der arme Senegalese/Nigerianer/Argentinierin, die sich durch unsere Elektro- und Plastikmüll-Berge wühlen dürfen (denn man/frau braucht ja UNBEDINGT einmal im Jahr ein neues Tablet/Smartphone/Notebook usw).

Und die Rohstoffe für den ganzen Spaß dürfen unterbezahlte, gesundheitlich schwer belastete alleinerziehende Mütter z. B. in Bolivien zum "Freundschaftspreis" aus den Bergen holen... Es reicht doch, sich einmal Filme wie "Plastic Planet", "Die Akte Alu" etc anzusehen, um sich des Problems bewusst zu werden - oder eben mal ein paar Schritte durch das eigene Viertel zu laufen oder mit der S-Bahn ein paar Stationen zu fahren und dabei mal aus dem Fenster heraus darauf zu achten, was so alles die Landschaft ziert... Daneben ist ja auch hinreichend bekannt, dass Plastik nicht einfach verschwindet und als Mikropartikel Eingang in die Nahrungskette findet. Und im Endeffekt auch Auswirkungen u.a. auf die menschliche Fortpflanzungsfähigkeit hat (Bisphenol A - wahrscheinlich nicht nur). A propos, ich bin ein bisschen erstaunt über die Buchempfehlung der Woche (M. Welding, siehe oben rechts): Sind die Ansichten eines FAZ-Journalisten, dass jeder Mensch das Recht (hört sich bei ihm schon fast an wie: die Pflicht) zur Fortpflanzung hat, in diesem Zusammenhang nicht a) lächerlich und b) ziemlich verblendet, wenn man das unbestreitbare Problem der Überbevölkerung bedenkt? Auch wenn deutsche PolitikerInnen vielleicht davon träumen, dass es mehr (deutschen?) Nachwuchs geben möge, der ihnen im Alter das Essen püriert - ein Ökosystem wie unser Planet fragt nicht danach, ob einer Französin/Mauretanier/Chinese/Tibeterin/Australier oder sonst etwas ist...

RE: Mann, oh Mann | 29.07.2014 | 11:58

Natürlich gibt es Kritikpunkte am Feminismus, zumindest an einem, wie ihn die "EMMA" und Alice Schwarzer betreiben. Aber muss man sich dafür zum "Maskulisten" ernennen? Und dass in diesen Foren ein hohes Maß an Frauenhass zu finden ist und ein Arne Hoffmann sicher genauso umstritten ist wie Alice Schwarzer der Vorwurf der rechten Gesinnung sicher nicht von ungefähr kommt... ja, das bitte ich zu bedenken.

RE: Mann, oh Mann | 29.07.2014 | 11:54

Schwieriges Thema, weil man/frau einfach schon deshalb nicht wirklich objektiv sein kann, weil (so gut wie?) jede/r einem der beiden Geschlechter angehört. Ich als Frau, die sich viel mit Literatur- und allgemeiner Geschichte verschiedener Länder/Kulturen beschäftigt, kann nicht aufhören, mich zu wundern, dass Männer tatsächlich glauben, für Männerrechte (abgesehen von Väterrechten) eintreten zu müssen.

Ich nenne hier nur mal die Themen Zwangsverheiratung

http://www.deutschlandfunk.de/unicef-700-millionen-frauen-als-maedchen-zwangsverheiratet.353.de.html?drn:news_id=382837

und Morde/Tötungen durch einen Partner oder Expartner

http://www.theguardian.com/society/2014/jul/28/coalition-domestic-violence-labour-yvette-cooper

2 Frauen pro Woche im UK! Nein, so leicht kommen wir von den Diskussionen um Geschlechterrollen nicht weg. Dafür sind Geschichte und Gegenwart einfach zu komplex und unterschiedlich.

RE: Das ist nicht von uns | 30.04.2013 | 11:47

kleiner Nachtrag:

"Eine Frage, die täglich tausendfach friedlich gestellt wird: Wo ist mein Handy?"

Eine wunderbare Antwort, die tausende Franzosen und Französinnen täglich auf solche Fragen geben: Dans ton cul!

:-D

RE: Das ist nicht von uns | 30.04.2013 | 10:45

Danke für diese witzige Rezension, Matthias Dell. Sehr zutreffend. Darf ich Ihren Bufdi mal ausleihen? :)

Und ich vermisse die Cenk Batu-Tatorte auch...

RE: Das ist nicht von uns | 30.04.2013 | 10:40

Na, dass der Ruben am Ende dieses testosteron-beladenen Tatortes so unmännlich rumgeflennt hat, das war "OK", liebe Amanda. Dass auch Männer weinen dürfen, wurde zwar, wie ich mich gut erinnern kann, schon seit den großen Zeiten von Take That in der Bravo mit Original-Zitat von Robbie Williams zu dem Thema als "OK" vertreten. Aber in einem solchen Tatort muss uns' Wotan in seiner unbestritten(nicht vorhanden)en Männlichkeit natürlich noch einmal absegnen.