kantaufhebend

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RE: Eine Oberbürgermeisterin spaltet ihre Stadt - 13. Februar in Dresden | 16.02.2010 | 16:50

Ist Ihre Meinung nicht (auch) persönlicher Art?

Hat Herr Schaarschmidt etwa nicht den Wunsch geäußert - seine Sicht öffentlich zu machen?
Denunziert nicht Herr Schaarschmidt die BürgerInnen die die Prostestform der Menschenkette bevorzugten?
Haben Sie zuvor gewußt: WIE die Polizei auf welche Form des Protest reagiert? Ob aggressiv, ob "nur" ausführend und durchsetzend (GG Art.8) oder vernünftig?
Sie machen dies wunderbar deutlich an Prof. Jesse, dessen Haltung ich nicht teile.

Damit ist die Frage nach den polizeilichen Mitteln (von Verständnis, Akzeptanz über deeskalierend bis Wasserwerfereinsatz ...) nicht beachtet.
Nicht jeder hat die Unerschrockenheit, die Angstlosigkeit zur Blockade, zum vis a vis mit gewaltbereiten Nazis.

In der Aussage von Sch. geht es nicht um das Schweigen der Oberbürgermeisterin zum Prostest rechtselbisch, sondern um die Miss- und Verachtung der Menschen, die sich für diese demokratische Form des Protestes - Menschenkette - entschieden haben. Die Haltung von Sch. ist keine Unmutsäußerung, sondern Ausdruck von Ausgrenzung und Intoleranz, sie ist zutiefst undemokratisch. Mit seiner Haltung bringt er die Linken in Misskredit.

Die Wissenschaftlerin und Schriftstellerin Helga Königsdorf schrieb im Frühjahr 1990:
"...„Links" ist heute nicht auf eine Ideologie oder Weltanschauung eingeschränkt. Da im linken Spektrum viele verschiedene Interessengruppen vertreten sind, wird eine Vielfalt der Gruppierungen und Organisati-onsstrukturen das Normale sein." (Helga Königsdorf, 1989 oder Ein Moment Schönheit, Berlin 1990, S. 147)
Nicht zerreißen, nicht ausgrenzen, nicht Entweder oder - sondern ganz einfach FÜR die Demokratie und deren Vielfalt eintreten - öffentlich, verteidigend, ausbauend und darin die Grenzen ausschreiten.

RE: Eine Oberbürgermeisterin spaltet ihre Stadt - 13. Februar in Dresden | 16.02.2010 | 14:11

Zur Erinnerung

In den vergangenen Jahren war Dresden ignorant gegenüber demokratischen Bündnissen - egal ob links- und oder rechtselbisch. 2010 wurde erstmals ein Bündnis jenseits der Ideologie(n) möglich. Dies war an den teilnehmenden Menschen rechts- als auch linkselbisch sichtbar. Es spricht auch nichts gegen unterschiedliche Formen von Protest, denn die Demokratie lebt von und mit der Vielfalt. Deshalb ist es beschämend, dass ein Teil der Medien glaubend machte, daß nur durch die Menschenkette der Nazimarsch verhindert wurde.
Die Zweiteilung, auch hier , das Messen von Wirkung und Ergebnis, ist ist allerdings kein Beleg von Akzeptanz der notwendigen unterschiedlichen demokratischen Protestformen. Aus- und Abgrenzung, Kampf um (Deutungs-)Hoheit(en) sind nicht ein Beleg für demokratische Reife.

Wenn es 1 Beleg fehlender demokratischer Reife Bedarf - hier ist er:

Das Zitat wurde aufgrund eines Verstoßes gegen die AGB entfernt.

Der geistige Autor ist Pressesprecher der LINKEN in Dresden - Uwe Schaarschmidt.

Ich komme seiner Bitte sehr gerne nach und mache seine (nur seine?)geistige Haltung öffentlich.

Frei nach Friedrich Schiller: Herr Schaarschmidt, Ihr Weg ist krumm, er ist der meine nicht.

RE: Überall Verrat | 23.01.2010 | 08:52

Mich entsetzt Ihre Sprache, eine Sprache der Verachtung, der Unwissenheit, der Intoleranz - die Sprache des "kalten Krieges".
Sie denken und reden nicht anders als die, als die vermeintlichen "Sowjetkolloborateure" (was verstehen Sie darunter?) und die "Schergen".
Sie brauchen offensichtlich für Ihr Weltbild das Entweder-Oder, das "für unzählig viele feindselige Konflikte verantwortlich ist: ...entweder du akzeptierst unsere Haltung oder du musst gehen, entweder du beugst diesen Dogmen oder du bist nicht im rechten Glauben ..." (Hans-Joachim Maaz, Die Entrüstung, Berlin 1992, S.16)

"Für manche Menschen ist es eine unverheilte Wunde." Kennen Sie solche?
Ich kenne ausreichend solche, nicht nur mein Vater, sondern Freunde und Bekannte - sie waren Objekte der Begierde der "leisen Polizei" (Kurt Demmler), sie wurden in deren Einrichtungen "verwahrt", sie wurden ausgereist, sie sahen ihre Kinder jahrelang nicht, sie waren verbotene Eltern, sie wurden zersetzt. Einige waren mit ihren Kindern erpressbar. Keiner von denen denkt und schreibt wie Sie.
Ihre Wunden sind mehr und weniger verheilt, ihre Träume sind geblieben. Die Narben schmerzen an und ab in den Träumen und im Alltag.

Welche "Schauerlichkeiten" gab es tatsächlich für die absolute Mehrheit der Bevölkerung in der DDR?
Sie haben nicht den Inhalt der Aussage (auch Haltung) meines Vaters verstanden. Er hatte zu keiner Zeit Hass in sich, hat sich solch einer Sprache, die Sie beständig benutzen, zu keiner Zeit bedient und benennt klar, dass die Mehrheit nicht gelitten hat, sondern erst dieses System - so wie es war - ermöglichte. Dies bewusst und freiwillig.
Im Unterschied zu vielen, die mir erklären wie die DDR war (zu sein hatte, damit das Weltbild stimmt(e)), habe ich in der DDR gelebt - mit all den Macken, Unzulänglichkeiten, sichtbaren und unsichtbaren Repressionen.
Ich habe sie wahrgenommen (Berufsverbote) und lebte auch illusionsfrei, dafür bewusst und freiwillig in der DDR. Sie war nicht mein Staat, sie war mein Land - so mein Vater in einem Brief aus der MfS-Haft an mich.

Jede Partei, die sich im politischen System engagiert, ist eine STAATSTRAGENDE und SYSTEMERHALTENDE PARTEI - kurz Staatspartei. Dazu gibt ausreichend aufklärende und denkanstößige Literatur, auch aus der Adenauer-Stiftung, Naumann-Stiftung und Seidel-Stiftung.
Benennen Sie mir bitte eine demokratische Partei der Gründungsstunde der BRD die "unbefleckt" war und ist? Nennen Sie mir bitte eine systemrelevante Einrichtung auf der dies auch zu treffen könnte. Sie werden damit Probleme haben. Sollten Sie den Gang in Geschichte und den darin handelnden Menschen wagen, dann werden Sie sich korrigieren müssen, denn Ihr GLAUBE wird dann nur noch eine Wunsch-Traum-Luftblase sein.

Ich verstehe T. Sch. so: Frau Wollenberger-Lengsfeld steht als ein Beispiel von einer Art selektiver Aufrichtigkeit und persönlicher Haltung sowie selektivem Zeitgeist.
Lesen einmal die Dokumente ( www.ddr89.de/ddr89/inhalt/ddr_texte.html) der Grünen Partei, besonders das Gespräch mit Vera Lengsfeld im Februar 1990.
Und ob sich Frau Lengsfeld als Minderheit fühlt, dies wage ich zu bezweifeln. Sie glaubt, dass Sie ein Teil der (schweigenden) Mehrheit ist. Immerhin ist die Partei von Frau Lengsfeld Regierungspartei und stellt mit Frau Merkel die Regierungsvorsteherin.
Deren politische Biographie ist mindestens so ergiebig, wie die politischen Biographien einiger Mitglieder der Linken (Partei: "Die Linke.").

RE: Überall Verrat | 20.01.2010 | 19:08

Ich denke, dass Sie - wolkenSIEBER - eineinseitig denken. Ich kann kein "lustig machen über Minderheiten" erlesen. Tom S. ist fast nur denkanstößig.

Nun zu Ihrer 1.Teilansicht.

Mein Vater am 31.12.1960 vom MfS (er sagte nie Stasi) verhaftet, zu 8 Jahren Zuchthaus verurteilt, später weitere 2mal kriminalisiert, weil er sich nicht ausreisen lassen wollte, sagte 1993 auf die Fragen seiner Enkeltochter:
„Hast Du Probleme mit der Stasi und der SED? Was macht dich wütend, was macht Dich ohnmächtig?“
Mein Vater: “Nein, mit SED und MfS habe ich keine Probleme, keine Wut - auch nicht Hass. Ich habe Probleme mit den 16 Millionen DDR-Bürgern, die dieses System erst so ermöglichten, durch Anpassung, Mitläufertum, Ja- Sagerei, honorierten Opportunismus, durch nicht Wissen wollen. Diese Menschen wollen jetzt plötzlich im Widerstand gewesen sein. Wie infam, wie erbärmlich, wie charakterlos und die wenigen Mutigen damit diffamierend.“

2. Teilansicht:

Für was sollen die "in der Zone" lebenden Menschen, es mag Sie erstaunen - es sind Menschen wie Sie und ich - Ihnen dankbar sein? Das ihnen das Aufhängen erspart wurde?
Wer ist "man", der der PDS und jetzt Die Linke punkt gestattet, dass sie sich "parlamentarisieren" darf? Eindeutig nicht nur das System, sondern der frei wählende Mensch, denn Wählen ist ein individueller, freiwilliger Akt der Stimmenabgabe.
Ihr Duktus lässt Gedankenspiele dieser Art zu: "Wir "Gut-deutschen" haben Euch die Demokratie geschenkt, geht mit ihr so um, wie wir es erwarten (dürfen)."
Ihre Haltung ist erschreckend und ausgrenzend. Damit bewegen Sie sich genau auf dem Niveau der Mielke und Co.
Ihr Denken hat beinahe tschekistisches Niveau: Die Ahnung mutiert zur Wahrheit, Ihrer vermeintlichen "Wahrheit".

Ich mag Charakter-Menschen, sie sind unbequemer und auch anregender, fordernder. Auch unter den Linken in Deutschland gibt es davon nicht wenige Menschen.