karamasoff

"Wir sehn uns. Am Lagerfeuer, beim Rattengrillen"...
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RE: 1990: Ultimativer Schock | 30.06.2020 | 21:18

"Wie kann es sein, dass es seitens der westdeutschen Unternehmerverbände wie der Regierungen in Bonn und Ostberlin zu einem derart gravierenden Fehlurteil über die Folgen der Währungsunion und damit der Beschäftigungslage in Ostdeutschland gekommen ist"

Die Antwort steht doch schon im Bild...

RE: Jetzt verteidigen wir Hengameh Yaghoobifarah | 26.06.2020 | 01:34

Das vertrackte ist, daß Satire zwar alles darf, aber nur, wenn man erkennbar Satire vor sich hat.

Das schließt jetzt mal die bornierten Haltungen aus, die grundsätzlich keine Satire sehen können oder wollen. Das sind dann auch diejenigen, die "alternative Fakten" sagen, aber "Lügen" meinen. Satire setzt auch Humor voraus. Da wirds recht knapp im Rechtsstaat Doitschland.

Die Satire war zwar in der Hengameh Yaghoobifarahs erkennbar, aber harmlos dürftig und leider auch mit dem letzten Satz endgültig verblasen. Ich hab aber denEIdnruck inwzscihen , daß selbst WENN es Satire gewesen wäre, die sich gewaschen hat, UND noch dazu mit Schild versehen "ACHTUNG SATIRE" und von der taz auf der Witzeseite gedruckt worden wäre, es hätte im Land ein Riesengeschrei darüber gegeben, ob das Satire denn darf.

Man kaschiert also mit Notdurft selbst von links noch die eigentliche Botschaft die dann Seehofer letztendlich stellvertretend veröffentlicht hat:

es ist verboten deutschen polizisten den hoden zu verknoten!

RE: Realistische Idealistin | 23.06.2020 | 23:39

"Und sie warnte: Wenn man diese Jahrhundertkrise nicht mit einem Paket von Maßnahmen beantworte, die Präsident Franklin D. Roosevelts „New Deal“ in den 1930er Jahren nach der Großen Depression „klein aussehen lassen“, dann verurteile man Millionen von Menschen zu einer Existenz im Prekariat."

Das passiert ja grade im Schland, diese Nichtbeantwortung. schizophrenerweise von der Bourgeoisie als das genaue Gegenteil wahrgenommen. So weit isses schon..

RE: Anzeige ist raus! | 23.06.2020 | 17:25

Auch wenn der Text von Yaghoobifarah in der taz an seinem letzten Satz gescheitert ist und die Satire bis zur Kenntlichkeit verunstaltet hat, da er auch von einem AFDler oder Pegidafascho hätte stammen können, der Rest nachvollziehbar, aber eher schwach. Das Trara drum rum absehbar. Mir war jedenfalls klar, daß im Untertanenschland des kollektiven Nichtgewussten die idiotische Gewaltdebatte rausgekramt wird, in einem ökonomischen und politischen System, eingebettet ins gleiche weltumspannte, daß nichts anderes kennt als Gewalt gegen andere Menschen, eigene Kinder, Tiere, Umwelt, Natur - bis hin zur eigenen Sprache ^^- und das auch täglich hinnimmt, wenns die eigene weiße Haut nicht berührt, aber umso härter den Empörten raushängen lässt, wenn der eignene Profit in Gefahr ist, was auch den der eigenen Herrschaft eisnchließt, den man gleich dumpf mitverteidigt in der antrainierten Hoffnung irgendwann mal dran partizipieren zu dürfen.

Ein deutlicher Text dazu im Freitag tut Not. Auf Lower Class Magazine steht jedenfalls auch noch einer. Die Coronakrise offenbart so einiges am Supersystem Kapitalismus wie mir scheint, vor allem am deutschen Herrschaftscharakter.

RE: „Wir sprechen jetzt über Machtverhältnisse“ | 23.06.2020 | 15:03

"Ihre Art des Sprechens und Kommunizierens, machen Sie das bewusst, dass Sie sich so ausdrücken, wie junge Menschen heute nun mal sprechen und schreiben?"

Solange der Empfänger sich darüber klar ist, was der Sender sagt dürfte das ja kein Problem darstellen. Es ist ungewohnt für diejenigen, die ausschliesslich nur mit deutscher Sprache im Alltag hantieren, wenn sich Anglizismen jenseits der historisch gewohnten in die Alltagssprache einschleichen. Das ist wohl dem Umgang mit diversen Medien geschuldet und der OFFENHEIT gegenüber nichtdeutschsprachigen Medien. Ich selber sehe fast ausschliesslich englischsprachige youtube-videos, oder anderer video-Portale, oder benutze sämtliche Computerprogramme auf englisch. Das ist reiner Pragmatismus. Es gibt wesentlich mehr Auswahl und in diesem MEHR ist zwangsläufig auch die höhere QUALITÄT. Da verschwimmen schnell die Sprachgrenzen, ich merke das an mir selbst und an Bekannten, die sich ebenfalls sehr oft in nichtdeutschsprachigen Medien bewegen.

Wenn man also auf diese Sprachbarrieren trifft als Alltagsdeutscher Ottonormalverbraucher wird es sich befremdlich anhören, manchmal sogar komisch oder grotesk. Sprache ist bekanntermaßen eine sich stetig ändernde Struktur.

Ich halte jedenfalls nicht viel davon, daß man auch noch versucht Sprache zu arisieren, indem man dort auch noch (deutsche) Tabus fordert, Sprache sozusagen "reinrassig" oder "biodeutsch" machen will. Kommunikation lebt von Kommunikation, nicht vom sich gegenseitigen Anblöken mit gestanzten "biodeutschen" Werbesprüchen.

RE: Germanenästhetik II | 20.06.2020 | 02:22

"Honka war hässlich, war auch durch einen schweren Unfall entstellt."

Danke für diesen Satz ;D

RE: Weißes Schauen | 19.06.2020 | 11:49

Der Impetus, daß "wir" als Weiße etwas tun könnten, um den Rassismus gegen PoC einzudämmen, damit genau das gleiche "wir" es danach wieder "schön" hat ist schon verdächtig.

Wenn jemand etwas ändern könnte, dann sind es doch die PoC. DIE und niemand anders wären legitimiert ohne wenn und aber gegen Rassismus Maßnahmen zu fordern und durchzusetzen. Genau das wäre mal das Zeichen das dringend nötig ist.

Im Film "Malcolm X" von Spike Lee gibt es eine Szene in der eine weiße offensichtlich politsch aktive Studentin Malcolm X fragt, was sie "als Weiße" denn tun können, um zu helfen und er antwortet "Nichts". Ich weiß bis heute nicht, ob die Antwort nun als Endpunkt oder als Anfangspunkt gedacht war für das kollektive "wir" der Weißen..

Wenn also HBO den Film aus dem Programm nimmt, ist das eine nette Geste, mehr nicht.

RE: Germanenästhetik II | 19.06.2020 | 11:29

grundsätzlich ist der verdacht vorhanden.

wenn man aber von der "hässlichkeit" also dem "nicht schönen" als motiv der darstellung keinen gebrauch machen kann oder will, weil man selbst einer stilisierten schwarzen figur zugesteht, daß sie gar nicht hässlich ist, sondern schön. was bleibt dann noch als kriterium das hinreichend den verdacht von rassismus bestätigt?

im prinzip nur noch die vita des künstlers oder seine aussagen. da seh ich bis jetzt nichts.

im prinzip macht sich imo schon jemand verdächtig der von "afrikanischen" aussehen redet, denn was soll das überhaupt für ein kriterium sein/eine kategorie sein? wie sieht man politisch korrekt "afrikanisch" aus?

das geht gar nicht, das ist eine absurde zwangsvorstellung von system-philosophen und verwaltungsbeamten oder sonstigen nationalistisch geprägten denkweisen.

da ist dann die kritik rassistischer als das werk selbst sein könnte.

RE: Germanenästhetik II | 19.06.2020 | 02:29

ja das beinhaltet die frage nach dem "auch". bisher konnte ich kein überzeugendes argument finden, warum das werk rassistisch sein soll. Etwas anderes würde meines Erachtens z.B. eine Karikatur mit einem Kontext darstellen, z.B. die üblichen stereotypen Kontexte über Juden, die dann verstärkt werden durch ebenfalls stereotype angebliche jüdische Physiognomien.

RE: Es rollen die Köpfe | 19.06.2020 | 02:20

Die Um-Frage ist mal wieder so richtig schön schwachsinnig...denn nicht der Vorwurf des Rassismus ist entscheidend, sondern es sich nachweislich um Rassisten handelt.

Kann natürlich auch sein, daß das dem Verfasser des Textes oder der Redaktion scheissegal ist. Mir jedenfalls wäre es das nicht, ich halte die Frage für mich selbst für nicht beantwortbar, da man damit zwei Fragen mit einem "Ja" beantworten müsste: geht es nun um die Denkmäler tatsächlich rassistischer Personen oder Personen, denen Rassismus vorgeworfen wird.