karamasoff

"Wir sehn uns. Am Lagerfeuer, beim Rattengrillen"...
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RE: Der Blick geht nach innen | 24.09.2019 | 14:21

Die sehr große Gefahr, die besteht, wenn man sich mit faschistischen Parteien arrangiert, und hier ist es völlig egal, ob man das "nur" auf einer kommunalen administrativen tut, ist die des aktiven Normalisierens ihrer Extreme.

Das war schon damals ganz bewußt der Weg der NSDAP, sich als demokratisch sachbezogen die harmlose Vernunft als Diener der Kommunen zu betonen, Man wolle ja nur Probleme lösen wie alle anderen auch. Man kennt sich doch schliesslich.

Wie sehr man an Problemlösungen dann allerdings interessiert ist, sieht man ja in den Talkshows, in den Zeitungen, in den Landtagen und in ihrer Praxis und Programmatik. All ihre Aktionen zielen auf die Auflösung der Demokratie, dem HERRschen über die Kommunen, dem Rassismus, dem Völkischen, der Ausbeutung der Schwachen, die immer auch reziprok das Indiz ist für eine der stärksten Elemente der Naziideologien: dem Dominieren eines Stärkeren und dem Ausmerzen der Schwächeren.

Das atmet letztendlich auch deren Kommunalpolitik, die auch das Abschaffen derselben beinhaltet. Welch Geistes Kinde die AfD hat, sah man ja erst letztens beim Interview Höckes, der mit Drohungen um sich warf sobald er kritisiert wurde.

RE: Zum Glück nicht alles! | 15.09.2019 | 15:12

"Wenn "die Gemeinschaft aller Demokraten" nicht mit der AfD reden will, gibt sie ihr auch keine Gelegenheit, sich selbst zu entlarven. "

Über was wollen Sie denn mit denen diskutieren? Daß man die Schlote der Verbrennungsöfen ökologisch sauber planen muss? Oder, daß man nicht ganz so fest zuhauen sollte beim nächsten mal? Oder denen abfordern kleinere Kaliber an der Grenze gegen Flüchtlinge zu nehmen? Oder es doch mal Wissenschaft zu versuchen? (echte Wissneschaft, nicht das Gefasel von Axel Stoll oder das Geschwalle vom Haunebu-Ufo oder dem arischen Auerochsen und der germanischen Meduzin?...

Die entlarven sich unaufgefordert seit einigen Jahren und werden sogar noch gefördert von den Medien. Das Gejammere daß denen keiner zuhören will is ja wohl lachhaft. Im Gegenteil, GLotz an und man wird schon fast genötigt ,denen zuzuhören...

RE: Zum Glück nicht alles! | 15.09.2019 | 15:00

Mit dem Unterschied, daß es mit der Demokratie aus sein wird, wenn die an der Macht sind. Und wer nicht sofort Sieg Heil brüllt wird vernichtet.

Das sind also zwei wesentliche Prämissen, die dann nicht mehr vorhanden sind: erstens, daß man die Wahl hatte und zweitens nicht gezwungen wurde. Für mich jedenfalls ist das wesentlich. Für die AfD und alle anderen Nazis und Faschisten nicht. Von daher ist das querfrontale formale Verwursten von Zitaten des politischen Gegners nichts als brauner Schlamm. Nazis und Faschissten geht es garantiert nicht darum soziale Ungerechtigkeiten abzubauen oder Schulgebäude zu sanieren...Wer das nicht sieht ist politisch blind.

RE: Zum Glück nicht alles! | 14.09.2019 | 00:05

Der grösste Irrtum hierzulande besteht in dem Märchen, daß man in einer Demokratie mit jedem zu diskutieren hat. Über alles.

Ne danke, verzichte. Da halte ich es mit Wiglaf Droste, ich muss nicht mit jedem über den Geruch von Mülltonnen debattieren. Mit Nazis redet man nicht. Ich wette ja eh, daß wenn die AfD an der Macht sein sollten, plötzlich deren Gesprächsbedarf mit Kritikern auf Null sinkt...

RE: Wer ist rechts vom Bürger? | 13.09.2019 | 23:45

Weiß gar nicht, was die Wessis sich so haben? Mit der Endnazifizierung der Ossifrage, haben sich die Ex-DDRler doch bestens in Westdetuschland integriert?

Oder isses am Ende so wie bei die Ausländers? Daß die gefälligst keine Deutschen zu sein haben, sondern sich "wie der Ausländer" zu geben haben...am End sogar noch Deutscher als der Westdeutsche selbst sein wollen?

RE: Adorno schrieb nicht für die Bahamas | 05.09.2019 | 01:32

Falls der Satz "Adorno war nicht in der Antifa" so gefallen ist und auch exakt so gemeint war, nämlich als Kernthese über die angebliche Einstellung Adornos zu antifaschistischen Bewegungen heute, dann erübrigt sich für mich zumindest jeder weitere beschäftigung mit diesem FAZ-Machwerk. Man muss wirklich nicht an jedem Finger von Rechts ziehen, der einem angeboten wird als Volksbespaßung. Der Artikel atmet diese Bemühtheit aus. "Gesellschaftliche Verpöhnung" ist ja nichts anderes wie "Volkes Wille" oder der berühmte deutsche "gesunde Menschenverstand" und als Argument an sich schon infantilrechts. Angesichts der nazionalstaatlichen Verstrickungen der Dienste in den Weihnachtsmarktanschlag in Berlin dürfte auch der kotige Jihadisten-Anwurf auf Droste bei aufgeklärten Menschen die Frage aufwerfen, ob er das Klopapierblatt Welt vor sich hat.

Und das Bonmot, daß die USA - UND Israel! denn die gibts immer nur im Doppelpack, wenns um Freiheiten geht, die man sich rausnimmt - die freie westliche Welt schauspie..pardon darstellen, dürfte auch bei jedem kapitalistischen Ausbeuter, vor allem dem rechten, die Schampuslaune steigern.

RE: Sie glauben an die Ungleichheit der Menschen | 29.08.2019 | 00:52

Was wirklich alle Neoliberalen, Faschisten, Kapitalisten und Rassisten eint ist ihre schon pathologische infantile Heulerei und ihr Selbstmitleid, wenn ausgerechnet SIE es erwischt mit genau den Härten und Unmenschlichkeiten, die sie anderen abfordern und aufpressen. Denn für sie gelten immer die anderen Regeln. Die Ausnahmen.

Darin ist sie sich auch einig und kollektiviert, die Diktatur des Elitariats.

RE: Sehnsucht nach früher | 20.08.2019 | 17:04

"Vermutlich nichts, NULL."

Exakt. Den meisten reicht es auch aus, wenn sie "Deutschland" grölen dürfen und irgendjemand verdreschen, vorzugsweise Ausländer, ohne bestraft zu werden.

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Tut mir ja echt leid, wenn ich das so drastisch sage, aber wenn ich versuche ARGUMENTE unters Wahlvolk - egal welcher Richtung! - dann ist bei gefühlten 80% inhaltlich echt nicht mehr als nur ein *grunz zu hören als Antwort. Oder scheiternde Versuche stupide Satzwiederholungen des Gehörten vom TV-Vortag zum Besten zu geben.

Das Bildungsniveau der Deutschen in Sachen Diskurs ist ganz allgemein niedrig, vom WILLEN zur Aufklärung red ich gar nicht, da ist es noch extremer. Den meisten reicht es, wie Adorno in seinem Vortrag treffend analysiert hatte, Goethe Kant und Beethoven wie einen erworbene Markenartikel vor sich herzutragen und bei Bedarf rauszuholen, um damit andere zu erschlagen, ohne jemals auch nur EIN Wort gelesen oder gehört zu haben. Weil...man ARBEITET ja im Gegensatz zu den linskgrünversifften intellektuellen Künstler-Kommis und dem Ausländer, die die "Volkskultur" gefährden.

RE: „Es geht nur noch um Geld“ | 19.08.2019 | 01:19

Die inzwischen kursierenden Zahlen für Ablösesummen von selbst jungen Spielern, die eigentlich noch gar nichts bewiesen haben, ausser daß man über deren Talent munkelt, z.B. 90Mio für Havertz, haben eine erstaunliche Ähnlichkeit erstens mit den riesigen Summen, die im real existierenden Kapitalismus inzwischen im Vorraus investiert werden müssen, um irgendwann in der Zukunft EVENTUELL Gewinne abzuwerfen - via immer weiter in die Zukunft projizierende Kredite aufs HiTec Sachkapital - und zweitens mit den Strukturen des Kunstmarktes und seinen auf der Suche nach dem ultimativen Mehrwert einer Warensingularität Süchtigen.

RE: Wir sind Opfer, Baby | 31.07.2019 | 20:22

Die Entwicklung fing schon früher an. Schon Ende der 80er Anfang der 90er Jahre konnte man bei uns auf dem Land vermehrten Zulauf zu Schlager- und Blasmusikrock der biederen Art bemerken. Die Hallen waren vollgestopft. Begleitet angeschobne war das natürlich vom Trend zum Schlagerulk a la Guildo Horn et al.

Letzteres war zwar lustig, aber ich vermutete damals schon eine ungute Entwicklung. Die schwachsinnige Diskussion, um deutsche bzw deutschsprachige Quotenmucke gabs ja auch noch. Genau die gleiche Entwicklung lief auch im BR3, erst teaste man die Zuschauer mit jungen Bands und Musikern an, die für bayrische Verhältnisse schon revolutionär den alten Blasmusikscheiss mit Weltmusik kreuzten, wobei man schon damals, vor etwa 15 Jahren, einigen verseppelten Zuhörern das Mißfallen ansah. Ich witterte schon damals, daß sich der Wind im BR3 schnell drehen würde, nachdem das junge Publikum angezogen war. Inzwischen wird wieder gejodelt geseppelt und verheimatet, daß sich ne Schwarte an der Oberbayrisches imitierenden Kunstlederhose bildet, mit der man auf egal welches VOLKsfest und wo halb angesoffen latscht. Exakt der gleiche Trend lief ja auch beim Kabarett via Einsickern der "comedians". Politisches Kabarett, zwischendurch als uncool verunglimpft, ist auf einen lachaften Restbestand abgeschmolzen, der spätabends, nachts oder gar nicht mehr läuft.

Einen Rechtsdrift gabs ganz eindeutig in der (Un)Kultur.