Das Spiel ihres Lebens

Prosa über vermeitliche Sieger
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Sie sind gut im Training und laufen täglich zehn Kilometer. Das Tempo ist langsam- sind sie doch bereits Altersklasse 45- und sollten mit ihren Kräften gut haushalten und nicht bis an ihre physische Leistungsgrenze gehen, welches ihnen sicher nicht gut tun wird.
Das Rauchen haben sie sich auch abgewöhnt, um beim Joggen, bessere Resultate zu erzielen. Aber auch der gesundheitliche Aspekt spielt hier eine entscheidende Rolle, sollen Raucher doch -laut den Warnhinweisen der Zigarettenschachteln – möglicherweise „früher sterben“ oder „an Krebs erkranken“. Solche „Warnhinweise“, sollte man jedoch nicht so ernst nehmen, zeichnet sich die Bundesregierung nebst Kanzlerin und ihren Ministern, dafür verantwortlich, die eine Kampagne mit jener Initiative gestartet hat, die rein polititischer Natur ist und die gesundheitliche Botschaft bezüglich dem Nichtrauchen, als wenig glaubhaft erscheint.
Doch die Herrenschaften, die ihr „Spiel des Lebens“ spielen, tragen das pure Glück auf ihren braungebrannten Gesichtern und ihre schneeweißen Zähne funkeln in der Sonne, als wären sie klar wie ein Rubin. Sie lächeln sich an, wie kleine Jungs, die etwas ausgeheckt haben und sich darüber diebisch freuen können. Sie fühlen sich nämlich, einer Elite ähnelnd, die nur das „Höchste“ anzustreben versucht. Mittelmäßigkeit jedoch, verbannen sie aus ihren Hirnen, da sie keinesfalls „Durchschnittsmenschen“ sein mögen, sondern das Besondere, das Einzigartige, kann es nur sein, was sie befriedigen kann. So wie es ihnen durchaus bewusst ist, das es auch Menschen gibt, die die Schattenseiten des Lebens erleben mussten und müssen und ihren Untergang vor Augen haben. Von solchen Sozialfällen hatten sie natürlich bereits gehört, aber sie passen überhaupt nicht zu ihrem elitärem Spiel, dem sie mit großem Eifer nachgehen. Menschen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen, waren jedoch nicht geeignet, mit ihrem „Spiel“ zu konkurieren, das nur gesunde, erfolgreiche Menschen spielen können und eben keine sozial schwachen Individuen. Ja, nur die Sieger unserer Gesellschaft, sind in der Lage jenes außergewöhnliche Spiel zu spielen, welches die Herzen vieler Menschen höher schlagen läßt, so als würden heiße Sonnenstrahlen auf ihre glitzernden Körper fallen, auf ihr Haut und ungeahnte Kräfte freisetzen, die ekstatische Schübe produzieren, von denen die meisten Menschen, nur zu träumen wagen. Denn hier gibt es keinen Schatten mehr und für Traurigkeit keinen Platz! Es zählen einzig und allein, die puren Sinnesfreuden. Das Ausleben jeglicher schöner Momente, die das Leben so zu bieten hat. Aber nach all jenen Ausschweifungen und dem frenetischem Lachen und der Freude pur, ist das Reich des Schattens, jedoch nicht weit. Er senkt sich wie ein Blei, auf die Häupter der Jubelnden und Schönen, bis sie wieder nüchtern geworden, im Reich des Schattens wandeln und niemals mehr, die liebe Sonne sehen werden.

08:19 09.06.2015
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Geschrieben von

Karl Valentin

Schreiber mit einem Schuss Ironie
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