Der Schein trügt also?

Essay zum Thema: Kirche und Soziales
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Wandeln die Menschen zunächst einmal hoch auf „dem Gipfel der Lust“ scheinen ihr Augen abei zu lächeln wie es auch bei einem kleinen Kind der Fall sein könnte. Sie tanzen dann beinahe ekstatisch aber auch wiederum ausgelassen, so als könnten sie damit überhaupt nicht aufhören oder sie würden meinen, sie könnten es tatsächlich nicht. Denn auf der “Welle der Glückseligkeit“ segeln sie dann famos und sie scheint doch niemals enden zu wollen. So schüttet sie von ihrer „Glücksbotschaft“ soviel davon aus, das man in endlos strahlende Gesichter sieht, die nie zu vergehen scheinen oder es einfach nur vorzugeben.
Ja, sie wirken wie ein Meer aus Flammen von weißen Kerzen ausgehend, die gelblich flackernd sich dem Auge des Betrachters darbieten und das Spiel mit dem Licht anscheinend kein Ende nehmen will.
Aber auch in der Kirche gibt es solche „Lichterketten“ mit brennenden weißen Kerzen, um den Gläubigen Gott damit ein Stück näher zu bringen und das anschließende Gebet mit ihm dadurch etwas leichter gestalten zu können. Der „schöne Schein“ dieser Flammenbrut düpiert allerdings die Menschen nur allzu oft, weil die sie darin doch viel zu pathetisches bzw.wahrheitsgetreues vermuten, dabei ist bei dem ein oder anderen seine Seele bereits pechschwarz, ähnlich der Lunge eines nicht einsichtigen Kettenrauchers.
Niemand will natürlich diesen „Freudentaumel“ auf Dauer verbieten wollen. Doch muss man aber leider zur Kenntnis nehmen, das es auch sehr traurige vom Leben gezeichnete Menschen gibt, die den Lärmpegel durch laute Musik freudig erregter Menschen nicht ertragen können. Weil ihre Stimmungslage eine ganz andere ist und als depressiv mit schwerwiegender Symptomatik möglicherweise einzustufen ist. Deshalb werden diese Events von vielen der Betroffenen gemieden wie die Pest.
Doch sehe ich nun die bleichen Gesichter in der Kirche wieder, die im Kerzenschein den Eindruck vermitteln, das ihre Haut ins Rosa geht oder ob sie doch nur Schminke aufgetragen haben.
„Der Schein trügt also“, wie dieses alte Sprichwort es bereits vor ewigen Zeiten gut erkannt hat. Doch auf diesen „Schein“ fallen auch heutzutage viele Menschen noch scharenweise herein und können sich dieser Versuchung wohl nur aus unerfindlichen Gründen, anscheinend nicht so recht widersetzen.

10:20 08.09.2017
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Karl Valentin

Schreiber mit einem Schuss Ironie
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