Der Schmerz wird bleiben!

Kurzgeschichte über Krankheit und Heilung
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Jeder, der die Pathologie als seinen „Freund“ im Rucksack hinter sich her schleppt, wird nicht der glücklichste Mensch auf Erden sein, nein, er wird sie verfluchen, wie gesunde Menschen, sie sicher huldigen werden. Das Krankheitssymptom, das so weh tun kann, wie der Stich einer aggressiven Wespe und alles Schöne im Leben verblassen läßt, um es in ein pathologisches Irrenhaus zu verwandeln. Kaum Jemand wird den Schmerz an sich (es sei denn er wäre ein Masochist), als etwas Erfreuliches betrachten, welches das Leben in irgendeinerweise wird lebenswert gestalten können. Denn der Schmerz als solches, ist in der komfortablen Lage, jedes noch positive Lebensgefühl abzutöten und die Welt dunkel werden zu lassen, ähnlich einer Sonnenfinsternis, die niemals ein Ende zu nehmen zu scheint. Das Krankheitssymptom als solches, wird dauerhaft wieder kehren, wenn es chronisch ist. So peinigt es den Betroffenen bis an seine Belastungsgrenze, bis er bleich wird im Gesicht, als hätte er sich eine Dose Puder darauf geschüttet. Ja, wie so ein bleiches Gesicht eines schwer Kranken, der sein Krankheitsbild nur zu gerne loswerden will, der alles daran setzen wird wieder zu genesen, auch wenn sein frommer Wunsch diesbezüglich nicht in Erfüllungen gehen wird. Die chronisch Kranken, müssen somit mit ihrer Pathologie leben lernen, die sich wie eine Klette an den Erkrankten heftet und weder Erbarmen noch Mitgefühl überhaupt kennt. Die Schmerzensschreie der Erkrankten, die bis durch die Flure der Krankenhäuser dringen und garnicht mehr aufzuhören scheinen und sich wie eine unaufhörliche Klage anhören, eine Klage, welches nur die schwer Erkrankten so ausdrücken können, weil ein unerhörter Schmerzreiz sie dazu nötigt. Jedoch in Phasen, wo der Schmerz für kurze Zeit verschwindet, so als bliebe er im Nebel verborgen, erholen sich die Erkrankten für einen Augenblick nur, ehe eine weitere Welle schmerzhafter Symptome gnadenlos über sie herein bricht, einer Walze gleich kommend, die alles unter sich begräbt. Es ist wohl ein „Leiden ohne Ende“, welches die chronisch Kranken ihr Leben lang begleiten wird, so wie ein Zwilling, welcher durch die Einnahme von Tabletten, zumindest eine gewisse Linderung erfährt. Doch von einer „Heilung“ in diesem Kontext zu sprechen, wird sich für die chronisch Erkrankten als eine utopische Wunschvorstellung herausstellen, aus der es für sie, wohl so schnell kein Entrinnen mehr geben wird.

22:16 26.08.2015
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Karl Valentin

Schreiber mit einem Schuss Ironie
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